Hyperliquid-Wal kassiert 5,85 Mio. US-Dollar mit
Ein Großinvestor setzte bei 102.470 US-Dollar auf fallende Kurse – nun notiert Bitcoin bei 77.480 US-Dollar. Geopolitische Spannungen heizen die Abwärtswette weiter an.
Veröffentlicht
26. April 2026

Ein Großinvestor auf der Derivatebörse Hyperliquid hat mit einem einzigen Short auf Bitcoin rund 5,85 Millionen US-Dollar verdient. Der Wal eröffnete die Position bei einem Kurs von 102.470 US-Dollar – und traf damit fast auf den Punkt das damalige lokale Hoch. Seither ist Bitcoin bis auf 77.480 US-Dollar gefallen. Ein Beleg dafür, wie schnell sich die Stimmung am Kryptomarkt drehen kann, wenn externe Schocks auf eine ohnehin fragile technische Verfassung treffen.
Warum die Short-Wette so gut funktioniert
Der Zeitpunkt des Shorts fiel mit einer Eskalation der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran zusammen. Die Unsicherheit trieb nicht nur die Ölpreise nach oben, sondern ließ auch risikoreiche Anlageklassen wie Kryptowährungen einbrechen. Bitcoin verlor innerhalb weniger Tage mehr als 20 Prozent an Wert. Der Wal profitierte direkt von dieser Dynamik.
Im Umfeld solcher Black-Swan-artigen Ereignisse neigen Anleger dazu, Positionen glattzustellen und in sichere Häfen zu flüchten. Das belohnt kluge Absicherungsstrategien – oder eben glasklare Short-Entscheidungen. Die Größenordnung der Position auf Hyperliquid zeigt, dass institutionelle Akteure zunehmend bereit sind, auch auf fallende Kurse zu setzen.
Märkte wetten auf weiteren Rückgang
An den Prognosemärkten wird inzwischen darauf spekuliert, ob Bitcoin bis Ende April auf 60.000 US-Dollar fallen könnte. Zwar sind die genauen Quoten nicht öffentlich einsehbar, doch die steigende Nachfrage nach entsprechenden Kontrakten spricht für sich. Sollte Bitcoin tatsächlich dieses Niveau erreichen, würde das einen Rückgang von rund 23 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs bedeuten.
Die Preisschwankungen der vergangenen Wochen haben gezeigt, wie sensibel Bitcoin auf geopolitische Entwicklungen reagiert. Besonders die Lage um die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl – wird von Analysten als entscheidender Indikator genannt. Jede weitere Eskalation dort könnte den Risikoappetit der Märkte drastisch reduzieren.
Einordnung aus DACH-Perspektive
Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die steuerliche Einordnung solcher Short-Geschäfte relevant. Gewinne aus Leerverkäufen unterliegen der vollen Besteuerung – die Haltefrist von einem Jahr gilt hier nicht. Wer auf fallende Kurse setzt, sollte daher die steuerlichen Konsequenzen im Blick behalten. Die EU-Verordnung MiCA bringt zudem mehr Transparenzpflichten für Derivateplattformen, was die Nachvollziehbarkeit künftiger Großwetten erhöhen dürfte.