Bitcoin erkämpft sich 61.000 Dollar zurück – US-Jobdaten
Nach einem Bruch der 60.000-Dollar-Marke erholt sich Bitcoin auf 61.000 Dollar. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht löste eine breite Risikoaversion aus, die Kryptos, Aktien und Anleihen gleichermaßen traf.
Veröffentlicht
7. Juni 2026

Es war eine schwierige Woche für Bitcoin – und sie endete mit einem dramatischen Ausbruch nach unten. Der Kurs fiel in der Nacht auf Samstag erstmals seit Wochen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 60.000 Dollar. Doch die Erholung ließ nicht lange auf sich warten: Am asiatischen Morgen notierte die älteste Kryptowährung wieder bei rund 61.000 Dollar – ein Sprung um mehr als 1.500 Dollar innerhalb weniger Stunden.
Der Auslöser für den Einbruch kam nicht aus der Kryptowelt, sondern von den US-Arbeitsmärkten. Die am Freitag veröffentlichten Nonfarm Payrolls fielen solide aus – so solide, dass die Märkte ihre Zinserwartungen schlagartig neu justierten. Statt weiter auf Zinssenkungen zu hoffen, preisen Swaps nun eine Erhöhung bis Ende 2026 vollständig ein. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen schoss um 12 Basispunkte auf 4,16 Prozent nach oben, der Dollar legte zu – und Risikoassets aller Couleur gaben nach.
Besonders schwer traf es die Tech-Werte: Der Nasdaq 100 verlor rund fünf Prozent – der stärkste Tagesverlust seit April 2025. Ein Index für Halbleiterwerte brach sogar um zehn Prozent ein. Der S&P 500 fiel um 2,6 Prozent und verpasste damit die zehnte Gewinnwoche in Folge.
Krypto-Liquidationswelle erreicht 1,6 Milliarden Dollar
Die Abwärtsdynamik entlud sich massiv in den Leverage-Märkten. Innerhalb von 24 Stunden wurden nach Angaben von CoinGlass Positionen im Wert von rund 1,6 Milliarden Dollar liquidiert, knapp 308.000 Trader waren betroffen. Long-Positionen machten mit 1,21 Milliarden Dollar den Löwenanteil aus. Allein auf Bitcoin entfielen 534 Millionen Dollar an Liquidationsverlusten, auf Ethereum 423 Millionen Dollar.
Die Verluste der vergangenen sieben Tage sind für viele Altcoins noch deutlich höher. Ether notiert 21,6 Prozent unter dem Vorwochenwert bei rund 1.575 Dollar. Solana gab 23,7 Prozent auf 63 Dollar nach, und auch XRP, Dogecoin und BNB liegen zwischen 13 und 20 Prozent im Minus. Selbst Hyperliquids HYPE, das sich zuvor vergleichsweise stabil gehalten hatte, verlor in der Spanne 9,9 Prozent.
Ein Sonderfall ist Zcash: Der Tokens stürzte um 44 Prozent ab, nachdem ein Bug im Orchard Privacy Pool bekannt geworden war – und sorgte für weitere 115 Millionen Dollar an Liquidationen.
Die 60.000-Dollar-Marke als Schicksalsgrenze
Die schnelle Erholung vom Tief bei 59.227 Dollar stimmt kurzfristig vorsichtig optimistisch. Doch die Frage bleibt, ob Bitcoin den Boden gefunden hat oder ob ein erneuter Test des Niveaus bevorsteht. Ein sauberer Bruch unter 60.000 Dollar würde den Kurs zurück in die Zone katapultieren, die er zuletzt während des Februareinbruchs 2025 berührte.
Stützend wirken könnte, dass der Ausverkauf nicht von innen heraus kam, sondern durch externe Makro-Faktoren ausgelöst wurde. Die Gegenbewegung am Wochenende spricht dafür, dass bei diesen Niveaus noch genug Nachfrage vorhanden ist. Allerdings hat sich das Umfeld fundamental verändert: Die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA schwächt die Attraktivität von Kryptowerten als Renditealternative. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant – insbesondere die Frage, ob Haltefristen bei solchen Volatilitätsausschlägen noch eingehalten werden können.