Bitcoin stürzt unter 70.000 Dollar – Michael Saylors
Erstmals seit Dezember 2022 verkauft die MicroStrategy-Nachfolgerin einen Teil ihrer Bitcoin-Bestände. Der Kurs fällt auf den tiefsten Stand seit April.
Veröffentlicht
3. Juni 2026

Am Dienstagmorgen rutschte der Bitcoin-Kurs erstmals seit dem 8. April unter die psychologisch wichtige Marke von 70.000 Dollar. Grund für den Ausverkauf: Strategy (ehemals MicroStrategy) – der größte institutionelle Bitcoin-Halter weltweit – hat erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren einen Teil seiner Bestände abgestoßen.
Laut einem aktuellen SEC-Filing verkaufte das Unternehmen von Michael Saylor in der letzten Mai-Woche 32 Bitcoins, um rund 2,5 Millionen Dollar einzunehmen. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei etwa 77.135 Dollar pro Bitcoin. Der Kurs fiel zwischenzeitlich auf 69.690 Dollar – ein Minus von mehr als 3,8 Prozent im Vergleich zum Vortag. Die Aktie von Strategy selbst verlor am Montag 5,85 Prozent.
Ein einmaliger Vorgang mit Signalwirkung?
Der Verkauf wirkt auf den ersten Blick marginal: 32 Bitcoins bei einem Gesamtbestand von über 843.000 Token sind weniger als 0,004 Prozent. Dennoch ist es erst der zweite Verkauf in der Geschichte des Unternehmens – der letzte lag im Dezember 2022. Damals verkaufte Strategy ebenfalls eine kleine Menge, um steuerliche Verluste zu realisieren.
Die eigentliche Frage ist, ob dieser Schritt einen strategischen Wandel bei Saylor einläutet. Bislang galt der Unternehmer als kompromissloser Bitcoin-Bulle, der selbst in Bärenmärkten keine Token abgab. Die jetzige Transaktion diente allerdings nicht der Gewinnmitnahme, sondern der Dividendenzahlung an Aktionäre – ein Novum für das Unternehmen, das erst kürzlich eine Dividendenstrategie eingeführt hatte.
Andere Kryptos bleiben unbeeindruckt
Bemerkenswert: Während Bitcoin unter Druck geriet, zeigten sich andere große Kryptowährungen stabil. Ether notierte bei rund 1.981 Dollar, Binances BNB bei 681 Dollar und XRP bei 1,26 Dollar – jeweils ohne größere Ausschläge. Das deutet darauf hin, dass die Sell-Off-Welle weniger fundamentaler Natur ist, sondern ein isoliertes Ereignis rund um Strategy darstellt.
Forbes-Ausblick: Saylors Vermögen schmilzt
Laut Forbes‘ Real Time Billionaires-Liste beläuft sich Michael Saylors Nettovermögen auf 4,5 Milliarden Dollar. Allein durch den Kursrutsch seiner Aktie am Montag verlor er 183 Millionen Dollar. Der Bitcoin-Bestand von Strategy liegt nun bei 843.706 Token, angeschafft zu einem Durchschnittspreis von 75.699 Dollar.
Für Anleger in Deutschland und der Schweiz bleibt die steuerliche Einordnung solcher institutionellen Verkäufe relevant: Wenn Unternehmen wie Strategy Bitcoin veräußern, stellt sich die Frage nach der Besteuerung von Kryptogewinnen auf Unternehmensebene. Zwar betrifft dies deutsche Privatanleger nicht direkt, doch es zeigt, dass selbst die treuesten Halter gelegentlich umschichten – ein Signal, das auch für die persönliche Portfoliostrategie nicht ganz unwichtig sein dürfte.