XRP Ledger testet Quantencomputer-resistente Kryptografie
Mit der Signatur ML-DSA bereitet sich das XRPL-Entwicklernetzwerk auf eine potenzielle Bedrohung vor. Grayscale warnt vor plötzlichen Durchbrüchen in der Quantenrechentechnik.
Veröffentlicht
9. April 2026

Im Testnetzwerk des XRP Ledger (XRPL) läuft seit Dezember 2025 ein entscheidender Upgrade: Die neue digitale Signatur ML-DSA soll die Blockchain gegen Angriffe durch künftige Quantencomputer absichern. Die Signatur ist mit etwa 2.420 Byte deutlich größer als herkömmliche Verfahren, ermöglicht aber quantenresistente Transaktionen, Konten und Konsensmechanismen.
Upgrade auf AlphaNet getestet
Die Änderungen sind derzeit nur auf AlphaNet, der Entwicklerumgebung des XRPL, aktiv und noch nicht im Hauptnetzwerk live. Ein zentrales Feature ist die eingebaute Schlüsselrotation. Dieses System erlaubt es dem Netzwerk, seine kryptografischen Werkzeuge durch Zustimmung der Validatoren zu aktualisieren – ohne einen Shutdown oder Eingriffe in Nutzerkonten. Beide Funktionen sind Teil einer proaktiven Strategie der XRPL-Entwickler, einer Bedrohung zu begegnen, die große Teile der Krypto-Branche noch nicht adressiert haben.
Die Gefahr geht von der Quantencomputer-Forschung aus. Ein Bericht des Digital-Asset-Managers Grayscale, verfasst von Forschungsleiter Zach Pandl, verweist auf den Shor-Algorithmus. Dieser könnte, auf einem leistungsstarken Quantencomputer ausgeführt, die heute gängige Verschlüsselung vieler Blockchains brechen. Bislang fehlt die nötige Rechenkraft, doch das Zeitfenster für Vorbereitungen schließt sich möglicherweise.
Grayscale warnt vor plötzlichen Durchbrüchen
Laut Grayscale-Analyse könnten Fortschritte in der Quantentechnologie nicht graduell, sondern in plötzlichen Sprüngen erfolgen. Die Schwelle, um aktuelle Verschlüsselung zu knacken, wird auf zwischen 1.200 und 1.450 logische Qubits geschätzt. Pandl betont, dass es zu spät sein könnte, erst auf das Erreichen dieser Marke zu reagieren. Das Unternehmen nennt XRPL und Solana als Blockchains, die bereits Tests mit post-quantenkryptografischen Verfahren durchführen – Methoden, die bereits in anderen sicheren Systemen wie Teilen des Internetverkehrs eingesetzt werden.
Unterschiedliche Risikoprofile der Blockchains
Nicht alle Netzwerke sind gleichermaßen exponiert. Analysen deuten darauf hin, dass Bitcoin aufgrund seines Designs ein geringeres technisches Risiko tragen könnte. Sein Transaktionsmodell begrenzt die Wiederverwendung von Adressen, es setzt auf Proof-of-Work und hat keine eingebauten Smart Contracts. Bestimmte Bitcoin-Adresstypen gelten als sicherer, solange sie nicht mehrfach genutzt werden.
Für Anleger im DACH-Raum ist diese technologische Entwicklung vor allem ein langfristiger Stabilitätsfaktor. Während unmittelbare Auswirkungen auf den XRP-Preis spekulativ bleiben, unterstreicht die Initiative die Reife des XRPL-Ökosystems. Die steuerliche Behandlung von Staking oder Transaktionen in einem quantensicheren Netzwerk würde sich voraussichtlich nicht ändern, bleibt aber stets ein relevanter Aspekt für die Portfolio-Planung.