Morgan Stanleys Bitcoin-ETF: 184 Mio. Dollar Zuflüsse ohne
Der MSBT-ETF verzeichnet drei Monate lang konstante institutionelle Nachfrage – Prognosemärkte zeigen sich trotzdem vorsichtig bei der Frage eines neuen Allzeithochs bis Juni.
Veröffentlicht
27. April 2026

Der Bitcoin-ETF der amerikanischen Großbank Morgan Stanley ist ein bemerkenswerter Fall im Segment der Krypto-ETFs. Das Produkt mit dem Ticker MSBT hat seit seiner Auflage einen kontinuierlichen Zufluss von insgesamt 184 Millionen US-Dollar verzeichnet – und zwar ohne einen einzigen Tag mit Abflüssen. Dies berichtet das Krypto-Nachrichtenportal Cryptobriefing unter Berufung auf Daten von Prognosemärkten.
Die konstante Nachfrage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das geopolitische Umfeld entspannt: Ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sorgte zuletzt für Erleichterung an den Märkten. Dennoch zeigt sich der Markt für kurzfristige Bitcoin-Kursziele vergleichsweise wenig beeindruckt.
Prognosemärkte bleiben skeptisch
Auf der Plattform Polymarket – einem führenden Prognosemarkt für Krypto-Ereignisse – wird die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis zum 30. Juni 2025 ein neues Allzeithoch erreicht, mit lediglich 2,9 Prozent bewertet. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 4 Prozent. Der ungebrochene Zufluss des MSBT-ETF habe daran nichts geändert.
Anders sieht es für das dritte Quartal aus: Die Wahrscheinlichkeit für ein neues Allzeithoch bis zum 30. September 2025 liegt bei 9,5 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass Anleger mehr Zeit für die Wirkung der institutionellen Käufe auf die Spotpreise einräumen.
Auch für Ethereum sind die Erwartungen gedämpft: Ein Kurs von 10.000 Dollar bis Ende 2026 wird mit nur 4 Prozent bewertet – ohne messbare Auswirkungen der Bitcoin-ETFs auf die Prognosen für die zweitgrößte Kryptowährung.
Dünne Liquidität als Risikofaktor
Auffällig ist die geringe Liquidität auf den Prognosemärkten. Der tägliche Handelswert im Markt für ein Bitcoin-Allzeithoch beläuft sich auf lediglich 917 US-Dollar in der Stablecoin USDC. In manchen Segmenten reichen bereits 959 Dollar, um eine Kursbewegung von fünf Prozentpunkten auszulösen. Ein einzelner Akteur könnte hier also erhebliche Ausschläge provozieren. Die größte jüngste Bewegung im September-Markt war ein Zwei-Punkte-Sprung – vermutlich ausgelöst durch eine einzelne größere Order.
Institutionelle Käufe als strategisches Signal
Trotz der dünnen Märkte sehen Analysten den ununterbrochenen Zufluss des MSBT-ETF als Beleg für eine strukturelle Nachfrage von institutionellen Anlegern. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines regulatorischen Umfelds, das sich unter der aktuellen US-Administration zunehmend wohlwollend gegenüber Kryptowährungen zeigt.
Ein Kauf eines YES-Anteils für ein Bitcoin-Allzeithoch bis Juni zum aktuellen Preis von 3 Cent würde im Erfolgsfall eine Auszahlung des 33,3-fachen bedeuten. Es handelt sich um eine klassische Long-Shot-Wette mit entsprechend hohem Risiko.
Beobachter raten, auf Unternehmensankündigungen zur Bitcoin-Integration oder regulatorische Entwicklungen zu achten. Kommentare von Größen wie Michael Saylor (MicroStrategy) oder Elon Musk haben in der Vergangenheit wiederholt die Stimmung auf Prognosemärkten beeinflusst. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Sollte Bitcoin tatsächlich neue Höchststände erreichen, könnten Gewinne aus ETF-Investments in Deutschland je nach Haltedauer unterschiedlich besteuert werden.