Morgan Stanleys Bitcoin-ETF startet mit 33 Millionen US-Dollar
Finanzberater Ric Edelman prognostiziert bis zu 7 Milliarden US-Dollar im ersten Jahr. Der Schritt des Wall-Street-Riesen könnte die institutionelle Legitimität von Bitcoin stärken.
Veröffentlicht
11. April 2026

Mit einem ersten Tagessaldo von 33 Millionen US-Dollar hat der neue Bitcoin-ETF von Morgan Stanley die Erwartungen auf Wall Street übertroffen. Der renommierte Finanzberater Ric Edelman extrapoliert aus diesem Starttempo ein mögliches Volumen von bis zu 7 Milliarden US-Dollar im ersten Jahr.
Edelman, Gründer des Digital Assets Council of Financial Professionals und eine einflussreiche Stimme in der US-Finanzberatung, sieht drei Haupttreiber für dieses Wachstum. Erstens könnten Anleger aus bestehenden, teureren Bitcoin-ETFs in das neue, kostengünstigere Produkt umschichten. Zweitens dürfte das Angebot eines vertrauten Wall-Street-Namens neues Kapital anlocken, das bisher auf der Seitenlinie verharrte. Drittens verleiht der Schritt von Morgan Stanley Bitcoin als Anlageklasse zusätzliche Legitimität im traditionellen Finanzsystem.
Ein strategischer Schritt mit großer Reichweite
Die Bedeutung des Schrittes liegt nicht nur in den Zahlen. Morgan Stanley ist die erste große Wall-Street-Bank, die einen eigenen Bitcoin-ETF unter ihrem Markennamen anbietet. Die Bank verfügt über ein Netzwerk von rund 16.000 Finanzberatern, die gemeinsam etwa 6,2 Billionen US-Dollar verwalten. Selbst ein minimaler Zufluss aus diesem gewaltigen Vermögenspool könnte den neuen ETF deutlich beflügeln.
„Das Rad fängt gerade erst an, sich zu drehen“, kommentierte Edelman den Start gegenüber DL News.
Seine Prognose ist zwar eine einfache Hochrechnung des ersten Tages und kein Garant für die Zukunft, unterstreicht aber das Marktinteresse. Für konservative Anleger, die Bitcoin bislang als zu spekulativ oder technisch zu komplex ansahen, senkt das Angebot einer etablierten Großbank eine wichtige psychologische Hürde.
Ausblick für den DACH-Raum
Während sich das Produkt zunächst an den US-Markt richtet, hat die Entwicklung auch Signalwirkung für Europa. Die zunehmende Integration von Bitcoin in regulierte Produkte großer Finanzinstitute unterstreicht den institutionellen Trend, dem auch europäische Anbieter folgen. Für Anleger im DACH-Raum bleibt die steuerliche Behandlung von Krypto-ETFs ein zentraler Punkt: In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs nach einer Haltefrist von einem Jahr der Steuerfreiheit, was sie gegenüber dem direkten Bitcoin-Kauf attraktiv machen kann. Die Entwicklung bei Morgan Stanley dürfte den Wettbewerb und die Produktvielfalt in diesem Segment weiter antreiben.