Morgan Stanley reicht überarbeiteten Antrag für eigenen
Der Wall-Street-Gigant konkretisiert Pläne für Fonds MSBT mit Startkapital von 1 Mio. USD und benennt Handelspartner. Der Schritt unterstreicht den institutionellen Zug.
Veröffentlicht
21. März 2026

Morgan Stanley hat einen zweiten, überarbeiteten S-1-Antrag für seinen geplanten Bitcoin-Spot-ETF bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Das Dokument konkretisiert das Startkapital, die Handelspartner und die Notierungspläne für den Fonds, der unter dem Tickersymbol MSBT an der NYSE Arca gelistet werden soll.
Laut der eingereichten Unterlagen plant der Fonds, ein Startkapital von 1 Million US-Dollar durch den Verkauf von 50.000 Anteilen an seinen Sponsor aufzubringen. Die Erlöse sollen dann für den Kauf von Bitcoin (BTC) verwendet werden. Die endgültige Freigabe für den Börsengang steht noch aus und bedarf der regulatorischen Genehmigung durch die SEC.
Handelsstruktur und Partner benannt
In der Einreichung werden Jane Street, Virtu Americas und Macquarie Capital als autorisierte Marktteilnehmer (Authorized Participants) genannt. Diese Institutionen sind für die Schaffung und Rücknahme großer Anteilsblöcke zuständig und sorgen durch Arbitrage dafür, dass der Kurs des ETF eng am tatsächlichen Bitcoin-Preis bleibt. Diese Struktur ist bei allen großen Spot-ETF-Emittenten Standard.
Der Schritt ist eine logische Weiterentwicklung der bisherigen Strategie von Morgan Stanley. Die Bank hatte bereits im Oktober 2025 eine Krypto-Allokation von 2-4% für Portfolios empfohlen und ihren Finanzberatern erlaubt, Kryptofonds auch für Altersvorsorgekonten wie IRAs und 401(k)s zu empfehlen. Bislang vertrieb die Bank vor allem den iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock.
„Morgan Stanley wechselt vom Vertrieb des IBIT von BlackRock zur Emission eines eigenen Produkts und erfasst damit direkt die Managementgebühren, anstatt Vertriebsprovisionen zu erhalten“, kommentierte Marcin Kazmierczak, Mitgründer von RedStone. Die rund 15.000 Finanzberater der Bank könnten einen echten „Vertriebsmuskel“ für den ETF darstellen.
Institutioneller Zug gewinnt weiter an Fahrt
Die Bewegung von Morgan Stanley reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte großer US-Finanzinstitute ein. Anfang Januar 2026 begann die Bank of America, ihren Vermögensverwaltern offiziell zu erlauben, eine Exposure zu vier ausgewählten Bitcoin-ETFs zu empfehlen. Einen Tag zuvor hatte Vanguard, der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, überraschend den Handel mit Krypto-ETFs für seine Kunden freigegeben und damit seine frühere ablehnende Haltung revidiert. Bereits im Dezember 2024 hatte BlackRock eine Bitcoin-Allokation von bis zu 2% für Portfolios als angemessen eingestuft.
Die zunehmende Integration von Krypto-ETFs in die Angebotspalette traditioneller Finanzhäuser macht die Assetklasse für ein breiteres, institutionelles Publikum zugänglich. Für Anleger im DACH-Raum bleibt bei allen neuen Produkten die steuerliche Behandlung zu beachten – in Deutschland gilt für privat gehaltene Kryptowerte nach einer Haltefrist von einem Jahr die Steuerfreiheit gemäß § 23 EStG.