Krypto-Stimmung hellt sich auf: 1,4 Milliarden Dollar fließen in
Der Fear & Greed Index verlässt die Zone der 'extremen Angst'. Bitcoin-ETPs ziehen den Großteil der neuen Gelder an, während XRP Verluste verzeichnet.
Veröffentlicht
22. April 2026

Der Crypto Fear & Greed Index hat am Montag erstmals seit Ende Januar wieder die Marke von 29 Punkten überschritten. Damit verlässt der Stimmungsindikator die Kategorie „extreme Angst“ und pendelt sich bei schlicht „Angst“ ein. Diese scheinbar kleine Bewegung auf der Skala signalisiert in volatilen Krypto-Märkten oft eine Trendwende, der Kapitalströme folgen.
Diese Vermutung bestätigen aktuelle Daten von CoinShares. Krypto-Investmentprodukte verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse von 1,4 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich um den zweitgrößten wöchentlichen Zufluss seit Januar. Zusammen mit den 1,1 Milliarden Dollar der Vorwoche summiert sich die dreiwöchige Serie nun auf 2,7 Milliarden Dollar. Das verwaltete Vermögen (Assets Under Management) in Krypto-ETPs stieg auf rund 155 Milliarden Dollar – ein Höchststand seit Anfang Februar.
Bitcoin und Ethereum als Hauptprofiteure
Den Löwenanteil der neuen Gelder zog Bitcoin an. In Bitcoin-ETPs flossen 1,12 Milliarden Dollar, wobei US-Spot-Bitcoin-ETFs allein etwa eine Milliarde davon ausmachten. Die Jahresbilanz für Bitcoin-Produkte liegt damit bei drei Milliarden Dollar Nettozufluss.
Auch Ethereum erlebte seine stärkste Woche seit Januar mit Zuflüssen von 328 Millionen Dollar. Damit schwenken Ether-ETPs für das Gesamtjahr 2026 ins Positive und verzeichnen nun Nettozuflüsse von 197 Millionen Dollar.
James Butterfill, Forschungschef bei CoinShares, führt die wiedererstarkte Risikobereitschaft der Anleger vor allem auf die anhaltenden Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran zurück. Der kurzzeitige Anstieg des Bitcoin-Kurses auf fast 78.000 Dollar am vergangenen Freitag trug zusätzlich zur positiven Stimmung bei.
Verlierer und regionale Unterschiede
Nicht alle Assets partizipierten an der Erholung. XRP-Produkte verzeichneten mit 56 Millionen Dollar die größten Abflüsse unter den Altcoins. Auch Solana sah mit 2,3 Millionen Dollar weiterhin moderate Abflüsse. Die geringen Zuflüsse von nur 1,4 Millionen Dollar in Short-Bitcoin-Produkte deuten darauf hin, dass nur noch wenige Investoren aktiv auf fallende Kurse setzen.
Geografisch betrachtet trieben die USA das Geschehen mit 1,5 Milliarden Dollar Zufluss an. Deutschland folgte mit einem Nettozufluss von 28 Millionen Dollar auf Platz zwei. Die Schweiz hingegen verzeichnete mit 138 Millionen Dollar die signifikantesten Abflüsse aller beobachteten Regionen.
Die jüngsten US-Inflationsdaten (CPI) von 3,3% im März wurden vom Markt laut CoinShares-Bericht weitgehend ignoriert. Die Kerninflation von 2,6% wurde als beherrschbar und eher angebotsgetrieben denn als breitflächiges Problem eingestuft. Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht die Entwicklung die Attraktivität regulierter ETPs, deren steuerliche Behandlung hierzulande klar geregelt ist.