Google Play: KI stoppt 1,75 Millionen schädliche Apps im Jahr
Googles neuer Sicherheitsbericht zeigt massive Abwehr von Malware und Spam-Bewertungen. Doch trotz KI-Unterstützung schaffen es immer noch gefährliche Krypto-Phishing-Apps in den Store.
Datum
23. Februar 2026

Key Takeaways:
- Google verhinderte 2025 die Veröffentlichung von über 1,75 Millionen regelverstoßenden Apps.
- Mehr als 80.000 schädliche Entwicklerkonten wurden gesperrt.
- Neue KI-Systeme unterstützen die manuelle Überprüfung bei der Erkennung komplexer Muster.
- Trotzdem gelangen weiterhin gefährliche Krypto-Phishing-Apps in den Store, wie externe Berichte zeigen.
Googles massiver Abwehrkampf im Play Store
Laut dem aktuellen Sicherheitsbericht des Tech-Giganten hat Google im vergangenen Jahr einen massiven Ansturm schädlicher Apps abgewehrt. Die Plattform verhinderte die Veröffentlichung von 1,75 Millionen Apps, die gegen die Richtlinien verstoßen hätten, und sperrte gleichzeitig über 80.000 Konten von „schlechten Entwicklern“. Diese Zahlen unterstreichen den anhaltenden Kampf um die Sicherheit des größten Android-App-Marktplatzes.
Ein weiterer Fokus lag auf dem Datenschutz: Google blockierte mehr als 255.000 Apps, die übermäßigen Zugriff auf sensible Nutzerdaten anstrebten. Als Gründe für den Erfolg führt das Unternehmen mehrere Initiativen an:
- Strengere Entwicklerverifizierung (ein umstrittenes Thema in der Community)
- Neue obligatorische Überprüfungschecks vor der Veröffentlichung
- Erweiterte Testanforderungen für App-Entwickler
Der Kampf gegen manipulierte Bewertungen
Nicht nur schädliche Apps, auch manipulierte Bewertungen sind ein großes Problem. Googles Anti-Spam-Maßnahmen blockierten im Berichtszeitraum 160 Millionen Spam-Bewertungen und -Rezensionen. Dazu zählen sowohl künstlich aufgeblasene als auch gezielt abgewertete („Review Bombing“) Bewertungen.
„Wir verhinderten auch einen durchschnittlichen Abfall der Bewertung um 0,5 Sterne für Apps, die von Review-Bombing betroffen waren, und schützten so unsere Nutzer und Entwickler vor nicht hilfreichen Bewertungen.“
KI als neuer Verbündeter im Sicherheitsteam
Ein zentraler Punkt des Berichts ist die Integration generativer KI-Systeme in den Überprüfungsprozess. Diese sollen dem menschlichen Prüfteam helfen, komplexe bösartige Muster schneller zu erkennen. Die KI dient als Werkzeug zur Effizienzsteigerung, die finale Entscheidung bleibt jedoch in Menschenhand.
EU-Scrutiny und die anhaltende Gefahr durch Krypto-Phishing
Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem Google und andere Tech-Giganten unter verstärkter Beobachtung der Aufsichtsbehörden stehen. Die Europäische Kommission untersucht seit November, wie Google Play und der Apple App Store mit Risiken durch Finanzbetrug umgehen – insbesondere durch Apps, die legitime Banken- und Finanzprodukte nachahmen.
Trotz der beeindruckenden Abwehrzahlen zeigen unabhängige Untersuchungen, dass gefährliche Apps immer noch durch das Netz schlüpfen. Ein Bericht der Cyble Research and Intelligence Labs (CRIL) vom Januar 2025 fand 20 Android-Apps im Play Store, die speziell darauf ausgelegt waren, Kryptowährungen zu stehlen.
Diese Apps gaben sich als beliebte Krypto-Wallets aus oder fälschten Dienstleistungen, um die digitalen Geldbörsen der Nutzer zu leeren. Dieser Fall macht deutlich:
- Die Bedrohung durch sophistiertere Phishing-Angriffe im Krypto-Bereich wächst.
- Auch mit KI und strengen Reviews bleibt der Play Store ein attraktives Ziel für Betrüger.
- Nutzer sollten bei der Installation von Finanz- und Wallet-Apps weiterhin äußerste Vorsicht walten lassen.
Die Bilanz ist gemischt: Während Google seine Abwehrmechanismen massiv ausbaut und mit KI modernisiert, bleibt das Ökosystem ein dynamisches Schlachtfeld. Der Schutz der Nutzer erfordert eine Kombination aus technologischen Fortschritten, regulatorischem Druck und steter Wachsamkeit der Community.