Ethereum überholt Bitcoin: Fondsmanagerin sieht neue Dynamik
Kavita Gupta vom Delta Blockchain Fund analysiert den Markt: institutionelle Rückkehr, ETF-Flüsse und warum Vorhersagemärkte ein regulatorisches Sonderfall sind.
Veröffentlicht
15. April 2026

In den letzten 48 Stunden legte Ethereum um rund 7% zu und übertraf damit die Bitcoin-Rallye. Für Kavita Gupta, Gründerin des Delta Blockchain Fund, ist dies ein klares Signal für eine Verschiebung der Marktdynamik. „Ich bin ein großer ETH-Gläubiger“, kommentiert die ehemalige ConsenSys Ventures-Partnerin die Entwicklung.
Institutionelles Kapital kehrt zurück
Ein zentraler Treiber für die aktuelle Bewegung sind laut Gupta die wieder einsetzenden Zuflüsse in die Bitcoin- und Ethereum-ETFs nach monatelangen Abflüssen. „Wenn das institutionelle Geld zurückkommt – und das sind große Volumina – dann wird dieses Geld definitiv die Blue-Chip-Token nach oben treiben“, so ihre Prognose. Diese Rückkehr institutioneller Anleger deutet auf ein wiedererstarktes Vertrauen in den Sektor hin, auch wenn die Medien oft vorschnell das Ende der Kryptomärkte ausriefen.
Langfristige Strategie gegen Volatilität
Ihr eigener Fonds setzt bewusst nicht auf Day-Trading, sondern auf langfristige Positionen. „Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt in den Markt einzusteigen und dann zu halten, selbst wenn es sechs Monate oder ein Jahr dauert, um bestimmte Positionen wieder zu verlassen“, erläutert Gupta. Diese Haltung ist eine direkte Antwort auf die erwartete Volatilität, die sie nicht als V-förmige Erholung, sondern als wellenförmige Bewegung vorhersieht. Geopolitische Spannungen werden diese Schwankungen weiter antreiben.
Sonderfall Vorhersagemärkte
Ein besonderes Augenmerk legt Gupta auf Vorhersagemärkte (Prediction Markets). Hier sieht sie eine grundlegend andere regulatorische Lage als bei traditionellen Wertpapieren. Während US-Wertpapiergesetze darauf abzielten, Informationsasymmetrien zu beseitigen, gelten für von der CFTC regulierte Vorhersagemärkte nicht die gleichen Pflichten. „Es kommt wirklich darauf an, wie man Insiderhandel definiert“, sagt Gupta und verweist auf die fehlenden fiduciary duties. Für Teilnehmer bedeutet dies ein ungleiches Spielfeld, da Insider mit besserer Information die Quoten beeinflussen können.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreichen diese Analysen die Bedeutung einer strategischen, langfristigen Ausrichtung. Die steuerliche Behandlung von Krypto-Investments – Stichwort § 22 EStG und Haltefrist – bleibt dabei ein kritischer Faktor für den Nettoerfolg.