Bitcoin-ETFs locken Kapital an – Wetten auf neuen Rekord bleiben
Spot-ETFs auf Bitcoin und Ethereum verzeichnen erneut Zuflüsse. Wettmärkte zweifeln an einem neuen Allzeithoch vor Juli, während institutionelle Anleger Bitcoin als sichereren Hafen betrachten.
Veröffentlicht
26. April 2026

Die Zuflüsse in börsengehandelte Fonds auf Bitcoin und Ethereum reißen nicht ab. Am 24. April flossen 14,45 Millionen US-Dollar in Bitcoin-Spot-ETFs, bei Ethereum-Produkten waren es 23,38 Millionen US-Dollar. Das klingt nach institutionellem Appetit – und widerspricht der These, Bitcoin könnte noch im April auf 60.000 Dollar fallen. Entsprechende Wetten auf der Prognoseplattform Polymarket bleiben bei null Prozent Wahrscheinlichkeit liegen.
Institutionelle Käufe als Stabilitätsanker
Auffällig ist das Timing: Die ETF-Zuflüsse fallen in eine Phase geopolitischer Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Offenbar behandeln institutionelle Investoren Bitcoin zunehmend als Safe-Haven-Asset – also als Anlage, die in Krisenzeiten gesucht wird. Das entlastet den Kurs kurzfristig, schließt aber Rücksetzer nicht aus.
Die Wetten auf ein neues Bitcoin-Allzeithoch vor dem 30. Juni notieren bei magent 3,5 Prozent – ein leichter Anstieg von 3 Prozent am Vortag, aber immer noch sehr verhalten. Für den 30. September liegt die Wahrscheinlichkeit bei 11 Prozent, bis Jahresende bei 18,5 Prozent. Trader glauben also nicht an einen schnellen Rekord, sehen aber eine leichte Aufwärtstendenz.
Volumen und Liquidität der Wettmärkte
Ein Blick unter die Haube zeigt: Diese Märkte sind klein. Das kombinierte 24-Stunden-Volumen aller Bitcoin-Allzeithoch-Wetten betrug lediglich 8.027 US-Dollar im Nennwert, gehandelt wurden tatsächlich nur 917 US-Dollar in USDC. Die Orderbücher sind dünn: Für eine Bewegung von fünf Prozentpunkten im Juni-Markt reichen bereits 959 US-Dollar. Der größte Ausschlag war ein Zwei-Punkte-Sprung im September-Markt, ausgelöst von einer einzelnen Großorder.
Ethereum holt auf – Fokus bleibt auf Makro
Auch Ethereum profitiert von den Kapitalströmen. Die 23,38 Millionen US-Dollar an Zuflüssen deuten auf wachsendes institutionelles Interesse hin, obwohl die Märkte für ein Erreichen der 4.000-Dollar-Marke im April noch völlig inaktiv sind. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürften Signale der US-Notenbank zur Zinspolitik sowie Ankündigungen großer Vermögensverwalter wie BlackRock oder Fidelity zu ihren ETF-Strategien sein.
Aus steuerlicher Sicht bleibt für Anleger hierzulande die Haltefrist von einem Jahr für Kryptowährungen relevant. Wer direkt in Coins investiert, profitiert bei Verkäufen nach zwölf Monaten von der Steuerfreiheit – bei ETF-Investments gelten dagegen die Regeln für sonstige Kapitalerträge. Ein Unterschied, der bei längerfristigen Positionen schnell mehrere tausend Euro ausmachen kann.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die institutionellen Käufe nachhaltig sind oder nur eine Episode in einem weiter volatilen Markt bleiben.