CME Group prüft eigenen Krypto-Token für dezentrale Netze
Der CEO des größten Derivatebörsenbetreibers, Terry Duffy, bestätigte Pläne für eine eigene Coin. Dies wäre ein bedeutender Schritt für traditionelle Finanzinstitute in die dezentrale Welt.
Datum
6. Februar 2026

Key Takeaways:
- CME Group, die weltgrößte Derivatebörse, erkundet die Emission einer eigenen Kryptowährung.
- CEO Terry Duffy bestätigte Pläne für einen eigenen Coin, der in einem dezentralen Netzwerk laufen könnte.
- Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Strategie, die auch tokenisierte Barmittel und 24/7-Handel umfasst.
CME Group plant eigenen Coin für dezentrale Netzwerke
Die CME Group, Betreiber der weltweit führenden Derivatebörse, erwägt einen großen Schritt in die Krypto-Welt: die Emission einer eigenen digitalen Währung. CEO Terry Duffy bestätigte während der Q4-Ertragskonferenz, dass das Unternehmen "Initiativen mit unserer eigenen Coin" prüfe, die "potenziell in einem dezentralen Netzwerk" eingesetzt werden könnte.
Diese Aussage markiert das erste Mal, dass die Börse öffentlich über die Einführung eines eigenen Tokens spricht. Sie unterstreicht das wachsende Interesse traditioneller Finanzgiganten an der Infrastruktur der dezentralen Finanzen (DeFi).
"Nicht nur schauen wir uns tokenisierte Barmittel an [...] wir prüfen verschiedene Initiativen mit unserer eigenen Coin, die wir potenziell in einem dezentralen Netzwerk für andere Teilnehmer unserer Branche nutzbar machen könnten", so Duffy.
Tokenisierung und regulatorische Vorlieben
Die Diskussion entzündete sich an einer Frage zur Rolle von tokenisierter Sicherheit (Collateral). Duffy betonte, dass CME verschiedene Formen von Margin (Sicherheitsleistungen) genau untersuche. Seine Aussage deutet auf eine klare Präferenz für etablierte Institute hin.
- Vertrauenswürdigkeit ist entscheidend: Duffy erklärte, er wäre "wahrscheinlich komfortabler" mit einem Token einer systemisch wichtigen Finanzinstitution als mit dem einer kleineren Bank.
- Separates Projekt: Der potenzielle CME-Token für öffentliche, dezentrale Netze ist ein eigenständiges Vorhaben neben anderen Tokenisierungsprojekten.
Breitere Krypto-Expansion der CME Group
Die Ankündigung ist kein isoliertes Signal, sondern Teil einer klaren Expansionsstrategie im Kryptobereich. Die Börse baut ihr Angebot für institutionelle und private Anleger kontinuierlich aus.
- Neue Futures: Bereits im Januar kündigte CME die Einführung von Futures auf Cardano (ADA), Chainlink (LINK) und Stellar (XLM) für diesen Monat an.
- 24/7-Handel: Ab dem zweiten Quartal 2026 plant die Börse den rund um die Uhr Handel mit Krypto-Futures und -Optionen – vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.
- Tokenisierte Barmittel: Parallel arbeitet CME an einem Projekt für tokenisierte Barmittel, das noch in diesem Jahr mit Google umgesetzt werden soll.
Einordnung: Traditionelle Finanzwelt adaptiert Krypto-Logik
Mit der Prüfung eines eigenen Tokens folgt CME dem Beispiel anderer Finanzschwergewichte. JPMorgan hat kürzlich über sein JPM Coin tokenisierte Einlagen auf der Base-Blockchain von Coinbase eingeführt.
Die Bewegung zeigt einen Trend: Große Player adaptieren nicht nur Krypto-Assets als Handelsprodukte, sondern experimentieren zunehmend mit der zugrundeliegenden Token- und Blockchain-Technologie. Das Ziel ist es, Effizienz zu steigern und neue Nutzungsszenarien im Finanzökosystem zu erschließen.
Während Details zum Funktionsumfang und Zeitplan des potenziellen CME-Tokens noch ausstehen, sendet die Ankündigung ein starkes Signal über die fortschreitende Konvergenz von traditioneller und dezentraler Finanzwelt.