Geopolitische Spannungen drücken Bitcoin unter
Die erneute Schließung der Straße von Hormus durch den Iran löste einen rapiden Kurssturz aus. Prognosemärkte sehen eine 99,9%ige Wahrscheinlichkeit für ein April-Tief.
Veröffentlicht
20. April 2026

Innerhalb von nur 36 Stunden löschte eine geopolitische Nachricht aus dem Nahen Osten einen Großteil von Bitcoins jüngstem Aufschwung aus. Nachdem der Kurs die 78.000-Dollar-Marke erreicht hatte, stürzte er auf rund 60.000 Dollar ab – eine direkte Reaktion auf die erneute Schließung der strategisch vitalen Straße von Hormus durch den Iran.
Prognosemärkte sehen kaum Erholung
Die Reaktion der Handelsplattformen war unmittelbar und eindeutig. Auf Prognosemärkten wie Polymarket stieg die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im April unter die 60.000-Dollar-Marke fällt, auf 99,9 %. Das bedeutet, dass der Markt praktisch keine kurzfristige Erholung erwartet. Auch für den 20. April wird eine ähnlich pessimistische Einschätzung gehandelt. Das Handelsvolumen in den entsprechenden Märken belief sich in den letzten 24 Stunden auf über 100.000 USDC und unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Erwartungen.
Der Mechanismus ist einfach: Bei einer Quote von 99,9 Cent für ein „Ja“-Kontrakt zahlt dieser im Erfolgsfall 1 Dollar aus – eine minimale Rendite, die das extrem hohe eingepreiste Risiko widerspiegelt. Die Märkte bewerten hier nicht die Fundamentaldaten von Bitcoin, sondern die Gefahr einer Eskalation im Persischen Golf und deren Auswirkung auf die globalen Öllieferketten und damit die Risikostimmung insgesamt.
Ein temporärer Schock mit klarer Botschaft
Experten sehen in der Entwicklung primär einen temporären geopolitischen Schock, der keine fundamentale Änderung der Bitcoin-Narrative darstellt. Dennoch demonstriert der Vorfall eindrücklich, wie anfällig Kryptomärkte für externe Ereignisse außerhalb ihrer eigenen Ökosysteme sind. Die Abhängigkeit von der globalen Risikostimmung bleibt eine zentrale Schwachstelle.
Für den weiteren Kursverlauf wird entscheidend sein, wie sich die Lage um die Straße von Hormus entwickelt. Offizielle Verlautbarungen aus Teheran oder Washington, die auf eine baldige Wiedereröffnung oder eine Deeskalation hindeuten, könnten den Kurs schnell stabilisieren. Umgekehrt würden weitere militärische Drohungen oder Aktionen den Abwärtstrend verstärken.
Für DACH-Anleger: Ruhe bewahren und steuerlich planen
Für Anleger im deutschsprachigen Raum unterstreicht die Volatilität die Bedeutung einer langfristigen Strategie und angemessener Risikostreuung. Steuerlich relevant ist der Zeitpunkt: Realisierte Verluste können im Rahmen der Spekulationsfrist von einem Jahr mit späteren Gewinnen verrechnet werden. Bei kurzfristigen Spekulationsgeschäften unterliegen Gewinne dem persönlichen Einkommensteuersatz. In unsicheren Phasen wie der aktuellen ist es ratsam, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen, die die steuerliche Planung durcheinanderbringen.