Bitcoin-Kurs kämpft um 66.600 US-Dollar – ETF-Pause droht
Institutionelle Käufe können den Abverkauf nicht ausgleichen. Das Osterwochenende entzieht dem Markt Liquidität, während Makrodaten Druck aufbauen.
Veröffentlicht
4. April 2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich volatil und pendelt um die Marke von 66.600 US-Dollar. Der beginnende Osterfeiertag entzieht dem Markt einen wichtigen Stabilitätsanker: Die US-ETF-Handelsplattformen und die CME-Futures-Börse pausieren. In dieser Liquiditätslücke könnte der Verkaufsdruck zunehmen.
Die Unterstützung bei 65.000 US-Dollar wirkt zunehmend fragil. Daten von CryptoQuant zeigen, dass die scheinbare Nettonachfrage über 30 Tage bei etwa -63.000 BTC liegt. Das ist bemerkenswert, denn gleichzeitig erreichten Käufe durch ETFs und Unternehmen wie MicroStrategy mehrwöchige Höchststände. Offenbar überwiegt der Verkaufsdruck anderer Marktteilnehmer diese institutionellen Zuflüsse bei Weitem.
Große Halter drehen auf Verkauf
Der Druck kommt vor allem von den großen Walen. Wallets mit 1.000 bis 10.000 BTC haben ihre Strategie von der Akkumulation auf die Verteilung umgestellt. Ihre Jahresbilanz ist von einem Plus von 200.000 BTC auf ein Minus von etwa 188.000 BTC gefallen. Auch mittelgroße Halter kaufen kaum noch nach. Der negative Coinbase Premium signalisiert zudem eine schwache Nachfrage aus den USA im Spot-Handel.
Die Folge ist ein entkoppelter Markt: Steigende institutionelle Aktivität führt nicht zu einer festeren Preisunterstützung. „Die Preisuntergrenze wird teilweise von Zinssenkungserwartungen gestützt“, schreibt der in Singapur ansässige Market-Maker Enflux in einer Analyse. Da immer mehr Kapital in ETF-Produkte und regulierte Futures fließt, wird der Bitcoin-Preis zunehmend durch makroökonomische Faktoren wie Inflationsdaten und Zinserwartungen bestimmt – und weniger durch breit gestreute Käufe.
Osterpause und Inflationsdaten als nächste Tests
Diese Abhängigkeit wird nun auf die Probe gestellt. Der ISM-Preisindex für bezahlte Waren sprang im März auf 78,3 – der höchste Wert seit Juni 2022. Das untergräbt die Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank. Die Neubewertung schlägt sich bereits in den Flows nieder: In der Woche ab dem 24. März verzeichneten die US-ETFs Nettoabflüsse von 296 Millionen US-Dollar.
Das lange Osterwochenende entfernt nun einen zentralen Käufer aus dem Markt. Jegliche Erholungsrallye dürfte laut CryptoQuant auf Widerstand zwischen 71.500 und 81.200 US-Dollar stoßen. Der eigentliche Stresstest folgt am 9. April mit der Veröffentlichung der US-Kernteuerungsrate (PCE) für März. Liegt sie über dem Vormonatswert von 3,1 %, könnten die Zinssenkungshoffnungen weiter schwinden und die bearische Argumentation für Bitcoin gestärkt werden.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht die Entwicklung, wie sehr der Krypto-Markt inzwischen von traditionellen Finanzmarktfaktoren getrieben wird. Die steuerliche Behandlung von Gewinnen und Verlusten aus solchen volatilen Phasen bleibt dabei ein konstanter Faktor.