Bit2Me: Spaniens Krypto-Riese wächst um 800% und erobert
Die spanische Börse verzeichnete 2025 ein Handelsvolumen von 5,3 Mrd. Euro. Der Schlüssel zum Erfolg: Ein radikaler Wechsel vom Retail-Geschäft zur Infrastruktur für Banken und Behörden.
Datum
25. Februar 2026

Key Takeaways:
- Bit2Me steigerte sein Handelsvolumen von 2023 auf 2025 um das Achtfache auf 5,3 Mrd. Euro.
- Der Umsatzanteil im B2B-Geschäft stieg von 18% auf 27%, während Krypto-Kredite um 672% wuchsen.
- Die Börse sicherte sich als erste in Spanien eine MiCA-Lizenz und expandiert nun in Portugal, Italien, Frankreich und Deutschland.
- Bit2Me fungiert zudem als „Krypto-Liquidator“ für die spanische Regierung und Behörden wie Interpol.
Vom Retail-Anbieter zur Banken-Infrastruktur
Die spanische Kryptobörse Bit2Me hat ihren Kurs radikal geändert. Statt sich nur auf Privatkunden zu konzentrieren, baut das Unternehmen nun die technische Hintergrund-Infrastruktur für Banken und Strafverfolgungsbehörden. Diese strategische Neuausrichtung zahlt sich aus: Das Handelsvolumen explodierte auf 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Der Umsatz im Geschäftskundenbereich (B2B) stieg im gleichen Zeitraum von 18% auf 27% des Gesamtumsatzes an. Ein neues API-Produkt ermöglicht es Finanzinstituten, ihre gesamten Krypto-Operationen an Bit2Me auszulagern.
„Wir sehen, dass die Krypto-Industrie in eine Phase der Finanzinfrastruktur eintritt, die wir aufgrund unserer Unterstützung nutzen können“, sagte CFO Pablo Casadio.
MiCA-Lizenz als teures, aber wertvolles Ticket
Der Weg zum Erfolg führte über strikte Regulierung. Bit2Me investierte 2,5 Millionen Euro und 3.000 Arbeitsstunden, um als erste spanische Börse eine EU-MiCA-Lizenz zu erhalten.
Diese Investition drückte die operative Marge (EBITDA) vorübergehend ins Negative, öffnete aber Türen, die den meisten Krypto-Firmen verschlossen bleiben. Die Lizenz ist das Fundament für die aktuelle Expansionswelle.
- Aktuell: Start der Expansion in Portugal.
- Geplant: Markteintritt in Italien, Frankreich und Deutschland in naher Zukunft.
- Im Visier: Die hochkompetitiven Märkte in den USA und dem Nahen Osten.
„Wenn wir etwas tun, muss es so gemacht werden, wie wir es in Spanien getan haben: alles nach Vorschrift“, betonte COO und Mitgründer Andrei Manuel.
Krypto-Liquidator für den Staat
Ein einzigartiges Geschäftsfeld ist die Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden. Bit2Me hat eine Pipeline aufgebaut, um beschlagnahmte digitale Vermögenswerte für den Staat in Euro zu liquidieren.
- Partner: Direkte Zusammenarbeit mit Interpol, Europol und der spanischen Nationalpolizei.
- Technologie: Nutzung der Blockchain-Analyse von Chainalysis für vollständige Nachverfolgbarkeit.
- Volumen 2025: 1,5 Millionen Euro an beschlagnahmten Krypto-Assets wurden verarbeitet und in Fiat-Geld umgewandelt.
Dieses Modell der direkten Veräußerung ähnelt dem Vorgehen des U.S. Marshals Service mit Coinbase und setzt sich von der in anderen Ländern üblichen Versteigerung über Dritte ab.
Starke Investoren im Rücken
Das Wachstum wird von einem beeindruckenden Konsortium an Investoren unterstützt. Dazu gehören:
- Banken wie Bankinter, Unicaja und Cecabank.
- Der Telekom-Riese Telefónica.
- Der Stablecoin-Emittent Tether.
Die Beteiligung von Cecabank ist besonders strategisch: Die Großbank nutzt Bit2Me-Infrastruktur, um ihrerseits digitalen Asset-Service für regionale Banken anzubieten. Ein ähnliches Liquiditäts-Abkommen besteht mit Garanti BBVA Kripto, der Krypto-Tochter der BBVA in der Türkei.
Mit dieser einzigartigen Positionierung – als regulierte Infrastruktur für traditionelle Finanzen und den Staat – hat sich Bit2Me zu einem der interessantesten europäischen Player im Krypto-Sektor entwickelt.