Binance weist Vorwürfe von US-Senatoren zu Iran-Geschäften zurück
Die Kryptobörse bestreitet in einer offiziellen Stellungnahme, Transaktionen mit iranischen Entitäten ermöglicht zu haben. Sie reagiert damit auf eine Anfrage von elf US-Senatoren.
Datum
7. März 2026

Key Takeaways:
- Binance bestreitet, Transaktionen mit iranischen Entitäten ermöglicht zu haben.
- Die Börse bezeichnet Medienberichte als "nachweislich falsch".
- Entlassene Mitarbeiter seien wegen Verletzung der Nutzer-Datenschutzrichtlinien gegangen.
- Die Anfrage von elf US-Senatoren wirft erneut ein Schlaglicht auf die regulatorische Prüfung der Plattform.
Die Kryptowährungsbörse Binance hat sich offiziell zu einer Anfrage einer Gruppe von elf US-Senatoren geäußert. In einem am Freitag veröffentlichten Schreiben weist das Unternehmen die Vorwürfe entschieden zurück, Transaktionen mit iranischen Entitäten ermöglicht oder Mitarbeiter aufgrund von Whistleblowing entlassen zu haben.
Binance bezeichnet Berichte als "nachweislich falsch"
In dem Schreiben an die Senatoren Richard Blumenthal und Ron Johnson vom Ständigen Unterausschuss für Untersuchungen (Permanent Subcommittee on Investigations) bezeichnet Binance die im Februar eingeleitete Untersuchung als auf Berichten basierend, die "nachweislich falsch, nicht durch glaubwürdige Beweise gestützt und in mehreren wesentlichen Punkten diffamierend" seien.
Die Börse bezieht sich dabei auf Medienberichte des Wall Street Journal, der New York Times und von Fortune. Diese hatten behauptet:
- Binance habe Mitarbeiter entlassen, die über mögliche Sanktionsverstöße berichteten.
- Die Plattform habe über 1 Milliarde US-Dollar an Transaktionen mit den iranisch verbundenen Entitäten Hexa Whale und Blessed Trust ermöglicht.
Laut Binance startete das Unternehmen die Untersuchung selbst als Reaktion auf Anfragen von Strafverfolgungsbehörden, was zur Entfernung der genannten Entitäten von der Plattform führte. "[U]ns ist nicht bekannt, dass ein Binance-Konto direkt mit einer im Iran ansässigen Entität Transaktionen getätigt hat", so die offizielle Stellungnahme.
Klarstellung zu Mitarbeiter-Entlassungen
Zu den Behauptungen über die Entlassung von Whistleblowern stellt Binance klar:
- Einige der genannten Mitarbeiter hätten selbst gekündigt.
- Ein anderer sei wegen der Weitergabe interner Nutzerinformationen nach außen entlassen worden – ein klarer Verstoß gegen die strengen Datenschutzrichtlinien des Unternehmens.
"Binance nimmt die Privatsphäre seiner Nutzer ernst und hat keine Toleranz für Mitarbeiter, die dieses Vertrauen verletzen, indem sie interne Informationen extern weitergeben. Diese Personalmaßnahme war davon nicht anders."
Die elf Senatoren hatten in ihrem ursprünglichen Schreiben vom Februar Finanzminister Scott Bessent und Justizministerin Pamela Bondi aufgefordert, bis zum 13. März zu antworten, ob eine Untersuchung gegen Binance geplant sei. Bis zum Freitag lagen dazu keine öffentlichen Stellungnahmen der Regierungsbeamten vor.
Historischer Kontext: Die 4,3-Milliarden-Dollar-Vergangenheit
Die aktuelle Anfrage steht im Schatten eines historischen Vergleichs. Bereits 2023 einigte sich Binance mit US-Behörden und zahlte 4,3 Milliarden US-Dollar, um Verstöße gegen Sanktions- und Geldwäschegesetze beizulegen. Als Teil dieses Deals:
- Trat der damalige CEO Changpeng 'CZ' Zhao zurück.
- Er plädierte auf schuldig in einem Fall und verbüßte später eine vier-monatige Gefängnisstrafe.
- Ihm wurde eine Rückkehr in eine Führungsposition bei Binance untersagt.
Die Trump-Begnadigung und ihre Folgen
Im Oktober begnadigte US-Präsident Donald Trump CZ, was juristisch die Tür für eine Rückkehr zur Börse öffnete. Zhao hat öffentlich eine Rückkehr als CEO ausgeschlossen.
Die Verbindungen zwischen der Trump-Administration und Binance waren jedoch bereits zuvor unter Beschuss geraten. Kritiker warfen Korruption vor, nachdem ein auf den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässiges Unternehmen, MGX, eine 2-Milliarden-Dollar-Investition in Binance über den von der Trump-Familie unterstützten Stablecoin USD1 der World Liberty Financial abwickelte.
Die aktuelle Anfrage des Senats zeigt, dass Binance trotz des historischen Vergleichs weiterhin unter intensiver regulatorischer und politischer Beobachtung steht. Die Börse versucht mit ihrer detaillierten Stellungnahme, die Kontrolle über die öffentliche Narrative zurückzugewinnen und Zweifel an ihrer Compliance- und Unternehmensführung auszuräumen.