21Shares bringt ersten Hyperliquid-ETF auf den Markt
Am 12. Mai startet an der Nasdaq der erste US-ETF mit direktem Exposure zum HYPE-Token. Das Produkt von 21Shares bietet integrierte Staking-Renditen und eine Gebühr von 0,30 Prozent.
Veröffentlicht
14. Mai 2026

21Shares bringt ein weiteres Krypto-ETF an die Wall Street. Am 12. Mai startet an der Nasdaq ein Fonds, der direkt in den Token der DeFi-Plattform Hyperliquid investiert. Der ETF mit dem Kürzel THYP berechnet eine Managementgebühr von 0,30 Prozent – ein wettbewerbsfähiger Satz für ein Krypto-ETF. Eine Nasdaq-Mitteilung vom 10. Mai ebnete den Weg für die rasche Listung.
Was Hyperliquid ist – und warum es für Anleger relevant wird
Hyperliquid ist eine dezentrale Perpetual-Futures-Börse, die auf einer eigenen Layer-1-Blockchain läuft. Im Gegensatz zu vielen anderen DeFi-Plattformen arbeiten Nutzer hier direkt auf einem On-Chain-Orderbuch. Seit dem Mainnet-Start 2023 hat sich das Protokoll zu einem Schwergewicht entwickelt. Aktuell sind über 3 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten im Protokoll gebunden (Total Value Locked). Das tägliche Handelsvolumen liegt bei rund 4 Milliarden US-Dollar.
Der native Token HYPE, der das Ökosystem antreibt, legte im Vorfeld der ETF-Ankündigung um 15 Prozent zu und notierte zuletzt bei 2,45 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Das ist beachtlich für einen Token, dessen zugrundeliegendes Protokoll erst zwei Jahre existiert.
Die ETF-Struktur: Mehr als nur ein passiver Index
THYP ist nicht einfach ein passiver Token-Tracker. Der Fonds ist so konstruiert, dass er Staking-Renditen aus dem Hyperliquid-Protokoll an die Anleger weitergibt. Damit handelt es sich um ein verzinsliches Instrument – eine Eigenheit, die das Produkt von klassischen Bitcoin-ETFs deutlich unterscheidet.
Mit 30 Basispunkten liegt die Gebühr im Rahmen dessen, was Anleger von Krypto-ETFs erwarten. Zum Vergleich: Der Ark 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) kostet 0,21 Prozent, während viele Altcoin-ETFs mit höheren Sätzen aufwarten. Analysten rechnen damit, dass THYP im ersten Quartal bis zu 500 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten anziehen könnte.
Was das für Anleger bedeutet
Ein ETF auf ein DeFi-Derivateprotokoll ist eine grundlegend andere Anlage als ein Bitcoin-Spot-ETF. Bitcoin-ETFs bilden einen großkapitalisierten, liquiden Vermögenswert mit über einem Jahrzehnt Preisgeschichte ab. THYP hingegen folgt dem Governance-Token eines Protokolls, das in einer der dynamischsten – und riskantesten – Nischen der Kryptowelt operiert.
Investoren erhalten einen regulierten, verwahrten Zugang zu einem der heißesten Bereiche des dezentralen Finanzwesens, ohne selbst Wallets verwalten oder Smart Contracts bedienen zu müssen. Doch Perpetual-Futures-Protokolle haben spezifische Risiken: Liquidationskaskaden, Smart-Contract-Exploits und plötzliche Liquiditätskrisen sind keine hypothetischen Szenarien, sondern regelmäßig wiederkehrende Phänomene in DeFi.
Anleger sollten in den ersten Wochen zwei Kennzahlen genau beobachten: die täglichen Zu- und Abflüsse (Creation and Redemption Flows), die zeigen, ob die Nachfrage institutionell oder retail-getrieben ist, und den Tracking Error zwischen THYPs Nettoinventarwert und dem HYPE-Spotpreis.
Für Anleger in Deutschland und Österreich bleibt die steuerliche Einordnung solcher Produkte relevant: Da es sich um ein US-ETF handelt, das in einen Utility-Token investiert, greifen in der Regel keine steuerlichen Privilegien wie die Haltefrist bei Kryptowährungen. Die Erträge unterliegen der Besteuerung nach § 20 Abs. 2 EStG – was Anleger vor der Investition mit ihrem Steuerberater klären sollten.