XRP-Wale kaufen 71 Millionen Coins trotz Kursrutsch
Großanleger stocken ihre Bestände massiv auf, während der Preis fällt. Gleichzeitig signalisieren die Bollinger-Bänder eine bevorstehende Volatilitätsexplosion.
Veröffentlicht
23. Mai 2026

Sie kaufen, während andere verkaufen: Die großen Player im XRP-Markt haben in den vergangenen sieben Tagen massiv zugegriffen. Rund 71 Millionen Token – zum aktuellen Kurs ein Gegenwert von knapp 98 Millionen US-Dollar – haben die sogenannten Wale in ihre Depots gelegt. Das berichtet der On-Chain-Analyst Ali Martinez unter Berufung auf Daten von Santiment.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Im gleichen Zeitraum verlor der XRP-Kurs rund acht Prozent an Wert. Die Großanleger nutzen den Rücksetzer offenbar zum Nachkauf – eine klassische Buy-the-Dip-Strategie, die in der Vergangenheit oft als bullishes Signal für den weiteren Kursverlauf gewertet wurde. Ob sich diese Wette auszahlt, bleibt abzuwarten.
Bollinger-Bänder auf engstem Raum seit über einem Jahr
Neben den Whale-Bewegungen macht Martinez auf ein weiteres Phänomen aufmerksam: die Bollinger-Bänder des XRP-Kurses. Diese technische Indikator, der die Volatilität misst, zeigt aktuell eine ungewöhnlich starke Verengung – die stärkste seit mehr als zwölf Monaten. „Wenn sich die Volatilität derart zusammenpresst, ist das ein Signal, dass eine heftige Preisbewegung bevorsteht“, schreibt Martinez.
Die Bollinger-Bänder bestehen aus einem gleitenden 20-Tage-Durchschnitt sowie zwei Standardabweichungen nach oben und unten. Ein Squeeze, also ein starkes Zusammenrücken der Bänder, deutet auf eine Phase niedriger Volatilität hin, der historisch oft ein plötzlicher, heftiger Ausbruch folgt – in jede Richtung.
Kursrücksetzer nach kurzer Rallye
Der XRP-Kurs hatte vor einer Woche kurzzeitig die Marke von 1,40 US-Dollar erreicht, ist seitdem aber wieder auf rund 1,37 US-Dollar gefallen. Der jüngste Rückgang fällt in eine Phase, in der viele Altcoins unter Druck stehen. Ob die Whale-Käufe den Kurs nachhaltig stützen können, werden die nächsten Tage zeigen.
DACH-Perspektive
Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist die Entwicklung auch aus steuerlicher Sicht interessant: Wer XRP länger als ein Jahr hält, profitiert von der Steuerfreiheit gemäß § 23 EStG. Ein möglicher Kursausbruch nach oben könnte daher für Bestandsinvestoren ohne Steuerlast realisierbar sein – ein Vorteil, der im internationalen Vergleich nicht selbstverständlich ist.