XRP vs. SWIFT: Krypto-Experte sieht Ripple vorn
Ein Krypto-Analyst argumentiert, dass XRP mit seiner ODL-Technologie SWIFT bei grenzüberschreitenden Zahlungen überlegen sei. Er hält eine Integration von XRP in das SWIFT-System für überlebensnotwendig.
Veröffentlicht
17. Mai 2026

Ein bekannter Krypto-Kommentator namens CharuSan hat mit einer klaren These für Aufsehen gesorgt: Ripples XRP sei SWIFT bei grenzüberschreitenden Zahlungen klar überlegen – und SWIFT werde sich früher oder später gezwungen sehen, XRP zu integrieren, um nicht überflüssig zu werden. Die Aussage richtet sich gegen das aktuelle System der globalen Finanzkommunikation, das seit Jahrzehnten den Zahlungsverkehr zwischen Banken dominiert.
SWIFT als schwerfälliger Gigant
CharuSan beschreibt das aktuelle SWIFT-System als umständlich und langsam. Es verliere zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ripples On-Demand Liquidity (ODL)-Technologie, die Banken in Sekundenschnelle Zugang zu Milliardenbeträgen verschaffen könne. Die Technologie adressiere zentrale Schwachstellen der Institute: Geschwindigkeit und Kosten. Genau das bringe Banken dazu, ihre Abhängigkeit von SWIFT zu überdenken.
Der Experte geht sogar noch weiter: XRP werde den Markt nicht schrittweise, sondern rasant erobern. Entscheidend sei, dass die von Banken genutzte Software bereits mit Ripple kompatibel sei. „Die technische Basis ist gelegt“, so CharuSan. Es müsse nicht mit 13.000 Banken einzeln verhandelt werden. Ein einziges Update könne alle Institute ins System holen.
Linea? Kein echter Konkurrent
SWIFT selbst hat bereits reagiert und experimentiert mit Distributed-Ledger-Technologie – konkret auf der Ethereum Layer-2 Linea, in Partnerschaft mit ConsenSys und etwa 30 Banken. Ziel ist ein 24/7-Abwicklungsnetzwerk. Doch CharuSan hält diesen Ansatz für unzureichend.
Linea sei eine reine Infrastruktur für Nachrichten und Asset-Transfers, aber kein Instrument für Liquidität. Zudem seien die Kosten für die finale Verarbeitung von Transaktionen auf der Ethereum-Hauptnetz-Ebene für Massenzahlungen nicht tragbar. „SWIFT kann mit XRP nicht mithalten, solange es nicht selbst über liquide Mittel verfügt“, so der Analyst. Ohne eine Integration von XRP als Liquiditätsschicht sei das SWIFT-System langfristig zum Scheitern verurteilt.
Aktuell notiert XRP bei rund 1,41 US-Dollar und verzeichnete innerhalb der letzten 24 Stunden einen Rückgang von über vier Prozent.
Einordnung aus DACH-Perspektive
Die Diskussion um Ripple vs. SWIFT ist für Anleger im deutschsprachigen Raum vor allem unter regulatorischen Gesichtspunkten relevant. Während die EU mit MiCA einen Rechtsrahmen für Kryptowerte schafft, bleibt die Frage der steuerlichen Behandlung solcher Transaktionen bestehen. Insbesondere die Haltedauer für XRP-Gewinne nach § 23 EStG – noch immer ein Jahr für private Veräußerungsgeschäfte – bleibt ein Faktor. Sollte XRP tatsächlich verstärkt im Bankensektor eingesetzt werden, könnte dies die Nachfrage und damit die steuerlich relevante Haltefrist für Anleger beeinflussen.