Warren warnt vor Steuer-Bailout für Krypto-Milliardäre
Die einflussreiche Senatorin fordert Finanzministerium und Fed auf, keine Steuergelder zur Rettung der Krypto-Industrie einzusetzen. Sie sieht darin eine unzulässige Bereicherung von Milliardären – und von Donald Trump.
Datum
20. Februar 2026

Key Takeaways:
- Senatorin Elizabeth Warren warnt Finanzministerium und Fed vor einem Bailout der Krypto-Industrie mit Steuergeldern.
- Sie argumentiert, dies würde „Krypto-Milliardäre“ auf Kosten der Steuerzahler bereichern.
- Warren verweist dabei auch auf Donald Trumps Krypto-Firma World Liberty Financial (WLFI).
- Das Schreiben fällt in eine Phase starker Kurseinbrüche bei Bitcoin.
Politischer Vorstoß gegen Krypto-Rettung
Die ranghohe Senatorin Elizabeth Warren hat sich in einem Brief an Finanzminister Scott Bessent und Fed-Chef Jerome Powell gewandt. Ihr zentrales Anliegen: Die US-Regierung dürfe keine Steuergelder für einen möglichen Rettungsschirm (Bailout) für die Kryptowährungsbranche einsetzen.
Warren warnt, eine solche Maßnahme wäre „zutiefst unpopulär“, da sie „Wohlstand von amerikanischen Steuerzahlern zu Krypto-Milliardären transferieren“ würde. Der Brief fällt in eine Phase, in der der Bitcoin-Kurs mehr als 50 Prozent von seinem Allzeithoch im Oktober verloren hat und zeitweise auf rund 60.000 US-Dollar gefallen ist.
Verbindung zu Donald Trump im Fokus
Besonders brisant: Warren verweist in ihrem Schreiben auch direkt auf den ehemaligen Präsidenten. Sie argumentiert, ein staatliches Eingreifen könnte „Präsident Trump und seine Kryptofirma World Liberty Financial direkt bereichern“. Das Timing ist auffällig:
- Der Brief wurde am selben Tag verschickt, an dem World Liberty Financial (WLFI) sein erstes „World Liberty Forum“ für Krypto-Executives und politische Befürworter der Branche abhielt.
- Das Event fand in Trumps privatem Club Mar-a-Lago in Florida statt.
Hintergrund: Die Anhörung zum Finanzstabilitätsrat
Warrens Brief bezieht sich auf eine Anhörung des Financial Stability Oversight Council (FSOC) am 4. Februar. Dort hatte der demokratische Abgeordnete Brad Sherman Finanzminister Bessent direkt gefragt, ob sein Ministerium die Befugnis habe, Bitcoin oder „Trumpcoin“ zu retten oder Banken zum Kauf anzuweisen.
Die Antwort von Bessent war ausweichend. Er verwies darauf, dass Banken im Rahmen ihrer Asset-Diversifikation viele verschiedene Vermögenswerte halten könnten. Auf die Frage, warum Steuergelder in Krypto-Assets fließen sollten, konterte er mit einer Gegenfrage: „Warum sollten die Steuergelder einer Privatbank gehören?“
US-Regierung behält beschlagnahmtes Bitcoin
Bessent bestätigte in der Anhörung jedoch einen wichtigen Punkt: Die US-Regierung behält beschlagnahmtes Bitcoin. Er betonte, dass es sich dabei nicht um Steuergelder, sondern um ein „Vermögenswert der US-Regierung“ handle.
Warrens Kritik: Ausweichmanöver und unklare Pläne
Für Senatorin Warren war die Antwort des Finanzministers ein klarer Versuch, auszuweichen. In ihrem Brief schreibt sie: „Es ist zutiefst unklar, welche Pläne – wenn überhaupt – die US-Regierung derzeit hat, um in den aktuellen Bitcoin-Verkauf einzugreifen.“
„Letztendlich würde jede staatliche Intervention zur Stabilisierung von Bitcoin unverhältnismäßig Krypto-Milliardären zugutekommen.“
Sie fordert die Behörden daher explizit auf, sich zurückzuhalten:
- Keine direkten Käufe von Bitcoin durch den Staat.
- Keine staatlichen Garantien.
- Keine Bereitstellung von Liquiditätshilfen.
Ihre zentrale Botschaft: Die Regierung müsse es unterlassen, durch solche Maßnahmen „Wohlstand von Steuerzahlern zu Krypto-Milliardären zu transferieren“.
Reaktionen und Ausblick
Cointelegraph hat sowohl das Büro von Senatorin Warren als auch das Finanzministerium um Stellungnahme gebeten. Eine sofortige Antwort lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Ein Sprecher der Federal Reserve bestätigte lediglich den Erhalt des Briefes, lehnte aber einen Kommentar ab.
Der Vorstoß von Elizabeth Warren unterstreicht die anhaltend politisch aufgeladene Debatte um Kryptowährungen in den USA. Während die Industrie auf regulatorische Klarheit und Legitimierung hofft, sehen Kritiker wie Warren in staatlichen Hilfen eine gefährliche Vermischung von Steuergeldern mit einem hochspekulativen und politisch verbundenen Markt.