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Venezuelas 60-Milliarden-Dollar-Bitcoin-Schatz: Mythos oder Realität?

Nach der Festnahme von Ex-Präsident Maduro kursieren Berichte über gigantische Staats-Bitcoins. Krypto-Forensiker und Experten äußern massive Zweifel an den Zahlen.

Datum

10. Januar 2026

Venezuelas 60-Milliarden-Dollar-Bitcoin-Schatz: Mythos oder Realität?

Key Takeaways:

  • Spekulationen behaupten, Venezuela besitze 60 Milliarden Dollar in Bitcoin.
  • Krypto-Forensiker und Branchenkenner halten die Zahl für äußerst fragwürdig.
  • Andere Schätzungen gehen von nur 22 Millionen Dollar aus.
  • Die USA könnten bei einer Übernahme des Landes auch auf digitale Vermögenswerte zugreifen.

Spekulationen ohne handfeste Beweise

Nach der Festnahme des gestürzten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA am vergangenen Wochenende tauchten Berichte über einen gigantischen, versteckten Staats-Schatz auf: Demnach soll Venezuela über 60 Milliarden US-Dollar in Bitcoin verfügen. Diese Spekulationen nähren die Vorstellung, die USA könnten im Zuge ihrer Einflussnahme nicht nur auf das Öl, sondern auch auf diese Kryptowährungsreserven zugreifen.

Die Meldung über die angeblichen Bitcoin-Bestände kursierte erstmals am Tag von Maduros Sturz. Die digitale Publikation Project Brazen berichtete, sein Regime könne über diesen enormen Betrag in der ursprünglichen Kryptowährung verfügen – lieferte dafür jedoch kaum konkrete Beweise.

Experten äußern massive Skepsis

Krypto-Forensiker stehen den Behauptungen äußerst skeptisch gegenüber. Aurelie Barthere, Principal Research Analyst bei der Blockchain-Analysefirma Nansen, kommentierte den Bericht von Project Brazen mit deutlichen Worten:

„Der Artikel erwähnt keine Adressen als Ausgangspunkt, was es schwierig macht, irgendeine dieser spekulierten Behauptungen zu verifizieren.“

Barthere ist nicht die Einzige, die Zweifel an dem vermeintlichen Krypto-Schatz des Landes hat. Mauricio di Bartolomeo, venezolanischer Mitgründer des Finanzdienstleisters Ledn, erklärte gegenüber Fortune, das Ausmaß der Korruption im Land lasse die genannte Summe unglaubwürdig erscheinen. In einem Meinungsbeitrag für Coindesk führte er seine Argumentation weiter aus.

Die Bandbreite der Schätzungen ist enorm

Während von 60 Milliarden Dollar spekuliert wird, liegen andere, fundiertere Schätzungen um mehrere Größenordnungen niedriger. Die Website Bitcointreasuries.net beziffert die Bitcoin-Bestände Venezuelas auf lediglich 22 Millionen Dollar. Damit läge die Regierung auf Platz neun der staatlichen Bitcoin-Halter – direkt hinter Nordkorea.

Trotz der unklaren Größenordnung ist Venezuela seit langem ein Player im Kryptoraum:

  • 2018 führte Maduro den staatlichen Token Petro ein, der 2024 wieder eingestellt wurde.
  • Die Bevölkerung nutzt Stablecoins, um der Hyperinflation der Landeswährung zu entkommen.

Was bedeuten die Spekulationen für die Zukunft?

Der frühere und möglicherweise zukünftige US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Venezuela „führen“ zu wollen. Einige Beobachter spekulieren, dass dies auch die Beschlagnahmung von Bitcoin-Beständen einschließen könnte.

Andrew Fierman, Leiter der National Security Intelligence bei Chainalysis, wollte die Wahrscheinlichkeit einer solchen Beschlagnahmung nicht kommentieren. Er erläuterte jedoch, wie eine Übernahme von Vermögenswerten aussehen könnte:

  • Einfrieren über zentrale Dienste: Gerichte könnten Börsen oder Emittenten wie Tether oder Circle anweisen, bestimmte Adressen auf eine Blacklist zu setzen.
  • Physische Beschlagnahme: Die USA könnten durch erzwungene Kooperation die Kontrolle über Wallets, Geräte und Private Keys erlangen.

Letztlich wird es wahrscheinlich keine vollständige und genaue Aufstellung der venezolanischen Bitcoin-Bestände geben, bevor sich die politische Lage im Land nicht stabilisiert hat. Bis dahin bleiben die 60 Milliarden Dollar vor allem eines: eine höchst spekulative und unbelegte Zahl.

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