US-Stadt Haverhill plant Verbot aller Krypto-Geldautomaten
Die Kommune in Massachusetts will Betreiber mit 300 Dollar täglichen Strafen zur Räumung zwingen. Hintergrund sind Betrugsvorwürfe und mangelnder Verbraucherschutz.
Veröffentlicht
3. April 2026

Die Stadt Haverhill im US-Bundesstaat Massachusetts geht mit einem radikalen Schritt gegen Krypto-Geldautomaten vor. Ein neuer Gesetzesentwurf sieht ein flächendeckendes Verbot aller entsprechenden Kioske und ATMs innerhalb von 60 Tagen vor. Betreiber, die sich nicht an die Frist halten, müssen mit empfindlichen Strafen von 300 US-Dollar pro Tag rechnen.
Der Vorschlag von Bürgermeisterin Melinda E. Barrett wurde im Stadtrat einstimmig in eine erste Lesung gebracht. Die Stadtführung begründet die Maßnahme mit wiederholten Betrugsfällen, Geldwäschebedenken und der Tatsache, dass Nutzer bei verlorenen Geldern kaum rechtliche Handhabe hätten. Haverhill folgt damit einem wachsenden Trend in den USA, wo Kommunen und Bundesstaaten Krypto-ATMs zunehmend als Schwachstelle im Verbraucherschutz betrachten.
Lokale Regulierung als Reaktion auf Bundeslücke
Die Stadt sieht das Fehlen klarer bundesstaatlicher oder nationaler Regulierungen als Hauptgrund für ihr eigenes Durchgreifen. In der Begründung heißt es, Nutzer hätten nach einer abgeschlossenen Transaktion an den Automaten kaum eine Möglichkeit, ihr Geld zurückzuholen. Die Geräte würden somit eher als Risiko denn als Service für die Einwohner eingestuft.
Dieser lokale Ansatz ist kein Einzelfall. In Minnesota wurde bereits im Februar ein Gesetzentwurf eingebracht, der ein Verbot vorbereitet. Ein Bundesstaatengesetz von 2024 hat die Auflagen für Betreiber dort bereits deutlich verschärft.
Druck auf Branchenriesen wie Bitcoin Depot wächst
Das geplante Verbot trifft die ohnehin angeschlagene Krypto-ATM-Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bitcoin Depot, einer der größten Betreiber in den USA, kämpft mit massiven Problemen. Die Aktie des Unternehmens ist in den letzten sechs Monaten um über 90 Prozent eingebrochen.
Gleichzeitig mehren sich regulatorische Schwierigkeiten: Bankenaufsichtsbehörden in Connecticut erließen im März eine einstweilige Verfügung, die die Geldtransferlizenz des Unternehmens effektiv aussetzt. Behörden in Iowa und Massachusetts haben Bitcoin Depot zudem verklagt, da es Krypto-Betrug ermöglicht haben soll. Allein im Raum Haverhill listet CoinATMRadar acht oder mehr Geräte des Anbieters.
Für Anleger im DACH-Raum ist die Entwicklung ein Beleg für die anhaltenden regulatorischen Unsicherheiten im Kryptosektor – auch wenn der direkte Fokus hierzulande aktuell stärker auf der MiCA-Verordnung und der Aufsicht durch die BaFin liegt. Die Diskussion um Verbraucherschutz und Betrugsprävention bleibt jedoch eine globale Herausforderung.