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US-Senatoren werfen DOJ-Chef Blanche Interessenkonflikt bei

Sechs Senatoren kritisieren, dass Stellvertretender Generalstaatsanwalt Todd Blanche die Krypto-Ermittlungseinheit auflöste, während er selbst große Mengen Bitcoin und Ethereum hielt. Sie sehen einen Verstoß gegen Ethikregeln.

Datum

30. Januar 2026

US-Senatoren werfen DOJ-Chef Blanche Interessenkonflikt bei

Key Takeaways:

  • Sechs US-Senatoren werfen Stellvertretendem Generalstaatsanwalt Todd Blanche einen gravierenden Interessenkonflikt vor.
  • Blanche löste im April 2025 die spezielle Krypto-Ermittlungseinheit des Justizministeriums (DOJ) auf.
  • Zum Zeitpunkt dieser Entscheidung hielt er selbst Krypto-Vermögen im Wert von bis zu 470.000 US-Dollar, hauptsächlich in Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH).
  • Die Senatoren sehen darin einen möglichen Verstoß gegen Bundesgesetze und fordern Aufklärung.

Vorwürfe eines Interessenkonflikts im US-Justizministerium

Die Kontroverse um die Kryptowährungs-Politik der US-Regierung nimmt eine neue, persönliche Wendung. Sechs demokratische US-Senatoren haben Stellvertretenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche scharf attackiert. Ihr Vorwurf: Blanche habe die Auflösung der National Cryptocurrency Enforcement Team (NCET) des Justizministeriums angeordnet, während er selbst erhebliche Kryptowährungsbestände besaß – ein klarer Interessenkonflikt.

In einem am 28. Januar veröffentlichten Schreiben an Blanche werfen die Senatoren Mazie K. Hirono, Elizabeth Warren, Richard Durbin, Sheldon Whitehouse, Christopher A. Coons und Richard Blumenthal dem Juristen vor, seine „Motivationen“ seien „fragwürdig“. Sie fordern detaillierte Aufklärung über den Zeitpunkt seiner Entscheidung und den Verkauf seiner Assets.

„Die Tatsache, dass Sie zum Zeitpunkt dieser Entscheidung erhebliche Mengen an Kryptowährung besaßen, wirft Fragen zu Ihren eigenen Motivationen auf“, schreiben die Senatoren.

Die Chronologie: Bestände, Entscheidung, Verkauf

Die Vorwürfe basieren auf einer präzisen zeitlichen Abfolge, die die Senatoren rekonstruiert haben:

  • Januar 2025: Blanche deklariert kurz vor der Amtseinführung von Präsident Donald Trump Kryptohaltungen im Wert zwischen 158.000 und 470.000 US-Dollar.
  • Februar 2025: Er verpflichtet sich, die Assets „so bald wie praktikabel“ zu veräußern.
  • 5. März 2025: Blanche wird als Stellvertretender Generalstaatsanwalt vereidigt.
  • 7. April 2025: Er gibt ein Memo heraus, das die Krypto-Ermittlungseinheit zurückfährt und effektiv auflöst.
  • 31. Mai 2025: Erst jetzt, fast zwei Monate nach seiner Ernennung und einen Monat nach der kontroversen Entscheidung, verkauft Blanche seine Kryptobestände.

Die Senatoren argumentieren, Blanche hätte sich von der Entscheidung über die NCET-Auflösung abberufen lassen müssen. Sein Handeln könne einen Verstoß gegen 18 U.S.C. § 208(a) darstellen, ein Bundesgesetz, das Amtsträger davon abhält, in Angelegenheiten zu handeln, die ihr persönliches finanzielles Interesse berühren.

Hintergrund: Warum die Auflösung der Einheit so umstritten ist

Das National Cryptocurrency Enforcement Team wurde 2022 unter der Biden-Administration gegründet. Es leitete einige der größten Krypto-Ermittlungen der jüngeren Geschichte, darunter den Fall gegen die Börse Binance und ihren Gründer Changpeng „CZ“ Zhao.

Blanche begründete die Auflösung im April damit, das DOJ sei kein „Regulator für digitale Assets“. Die vorherige Regierung habe das Ministerium für eine „rücksichtslose Strategie der Regulierung durch Strafverfolgung“ missbraucht.

Die sechs Senatoren sehen das fundamental anders. Bereits im April 2025 hatten sie in einem ersten Brief gewarnt, die Auflösung sei ein „schwerer Fehler“. Sie argumentieren, die Einheit sei essenziell im Kampf gegen:

  • Sanktionsumgehung
  • Drogenhandel
  • Betrugs- und Betrugsdelikte (Scams)
  • Kinderausbeutung

Anstieg der Krypto-Kriminalität unterstreicht die Kritik

Die Befürchtungen der Senatoren scheinen sich durch aktuelle Zahlen zu bestätigen. Laut einem Bericht von TRM Labs erreichte die illegale Aktivität mit Kryptowährungen 2025 einen Rekordwert von 158 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von fast 145 % gegenüber 2024.

  • Getrieben wurde dies vor allem durch den dramatischen Anstieg von Kryptotransaktionen sanktionierter Entitäten.
  • Auch in den meisten anderen Kriminalitätskategorien, einschließlich Menschenhandel, gab es Zuwächse.
  • Allein durch Hacks wurden 2025 fast 2,87 Milliarden US-Dollar erbeutet.

Die Senatoren sehen in Blanches Entscheidung, die spezialisierte Ermittlungseinheit aufzulösen, angesichts dieser Entwicklung ein fatales Signal. Die aktuelle Anfrage zielt nun darauf ab, zu klären, inwieweit persönliche finanzielle Interessen diese politische Weichenstellung beeinflusst haben könnten. Die Antwort von Todd Blanche wird mit Spannung erwartet und könnte weitere politische und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

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