US-Gesetzesverzögerung bremst Krypto-Unternehmen, sagt Analyst
Die Verschiebung des US-Krypto-Marktstrukturgesetzes hält laut Benchmark-Analyst Mark Palmer die Bewertungen von Börsen und DeFi-Plattformen künstlich niedrig und gefährdet die globale Wettbewerbsfähigkeit.
Datum
27. Januar 2026

Key Takeaways:
- Die Verzögerung des US-Kryptogesetzes hält die Bewertungen von Börsen, DeFi und Altcoins künstlich niedrig.
- Bitcoin und Infrastrukturfirmen sind weniger betroffen.
- Coinbase zog seine Unterstützung für den Gesetzesentwurf zurück, was zur Verschiebung führte.
- Analyst Mark Palmer rechnet dennoch mit einer Verabschiedung, die regulatorische Risiken senken würde.
Gesetzesverzögerung als Bewertungsbremse
Die anhaltende Verzögerung bei der Verabschiedung eines umfassenden Krypto-Marktstrukturgesetzes in den USA wirkt sich laut einer Analyse von Benchmark direkt auf die Unternehmensbewertungen aus. Analyst Mark Palmer sieht die Expansion der Bewertungen für Krypto-Unternehmen mit US-Exposure dadurch gedeckelt.
Besonders betroffen sind:
- Kryptobörsen
- Dezentrale Finanzplattformen (DeFi)
- Altcoin-Projekte
Diese Geschäftsmodelle seien besonders sensibel für regulatorische Klarheit. Im Gegensatz dazu zeigen Bitcoin und reine Infrastrukturunternehmen eine höhere Resilienz gegenüber der politischen Unsicherheit.
Wettbewerbsnachteil im globalen Rennen
Sollte der US-Kongress in diesem Jahr kein Gesetz verabschieden, bliebe der amerikanische Markt eingeschränkt. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die digitale Asset-Branche weltweit und insbesondere von institutionellen Investoren zunehmend angenommen wird.
„Wir hätten lieber gar kein Gesetz als ein schlechtes Gesetz“, kommentierte Coinbase-CEO Brian Armstrong die Situation.
Palmer geht dennoch davon aus, dass die Verabschiedung einer – möglicherweise abgeänderten – Gesetzesvorlage wahrscheinlicher ist als ein komplettes Scheitern. Jede Form von Klarheit würde das regulatorische Risiko senken und eine breitere institutionelle Teilnahme fördern.
Warum das Gesetz ins Stocken geriet
Der Prozess kam bereits Mitte Januar ins Stocken. Der Senate Banking Committee verschob eine geplante Sitzung zur Detailabstimmung (Markup) des Gesetzesentwurfs. Der unmittelbare Auslöser war der Rückzug der Unterstützung durch die Kryptobörse Coinbase.
Hintergrund sind tiefgreifende, ungelöste Konflikte:
- Traditionelle Banken lobbyieren gegen Krypto-Angebote, die klassischen Einlagenprodukten ähneln, insbesondere gegen Stablecoin-Zinserträge.
- Diese Bedenken fanden Eingang in den Gesetzestext und führten zu umstrittenen Einschränkungen für Krypto-Anreize.
- Der Widerstand von Coinbase und anderen Entwicklern stablecoin-basierter Produkte gegen diese Klauseln wurde zum zentralen Streitpunkt.
Die Gespräche zwischen den Parteien sollen zwar weitergehen, doch der legislative Schwung ist vorerst verpufft. Die Prioritäten des Ausschusses haben sich vorübergehend auf Wohnungsbau-Themen verlagert, was eine Verzögerung um Wochen bedeuten könnte.
Ausblick: Klarheit als Katalysator
Trotz der aktuellen Hürden bleibt die Perspektive für die US-Branche langfristig von der Gesetzgebung abhängig. Klare Regeln werden als essenzieller Katalysator gesehen, um:
- Investitionssicherheit zu schaffen.
- Innovation im Land zu halten.
- Die USA im globalen Technologiewettlauf nicht abhängen zu lassen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die bipartisanen Verhandlungen zu einem für alle Seiten tragfähigen Kompromiss führen können.