Trump empfängt Top-Halter seines Meme-Coins – Kurs auf Talfahrt
Beim exklusiven Gipfel in Mar-a-Lago blieb das Drama um $TRUMP unerwähnt. Der Token notiert bei 2,59 US-Dollar, ein Bruchteil des Allzeithochs von über 70 US-Dollar.
Veröffentlicht
27. April 2026

2,59 US-Dollar – so viel ist ein $TRUMP-Token am Samstag wert. Ein Bruchteil des Allzeithochs von über 70 US-Dollar, erreicht im Januar 2025 nach Trumps Amtseinführung. Das hinderte den US-Präsidenten nicht daran, die 297 größten Halter seines Meme-Coins zu einer exklusiven Konferenz nach Mar-a-Lago zu laden. Eine Show der Ungereimtheiten.
Zwischen Staatsgeschäften und Meme-Coin-Party
Trump sprach in seinem Resort über Iran-Politik, Krypto-freundliche Regulierung, die Zukunft der Künstlichen Intelligenz – und die jüngste Rallye der Intel-Aktie, an der sich die US-Regierung beteiligt hat. Vom sinkenden Wert seiner eigenen Kryptowährung: kein Wort. Dabei notierte $TRUMP im Mai 2025, als es ein ähnliches Event gab, noch bei rund 15 US-Dollar. Der Ethereum-basierte Token verlor seither 83 Prozent seines Wertes.
„The crypto industry was created in America. Its growth has been led by America, and its future will be made in America and other countries.“
Dieser Satz, so pathetisch er klingt, überdeckte die Realität: Die 297 exklusiv geladenen Gäste erlebten eine Inszenierung, die an ein Treffen von Superreichen erinnern sollte – mit Auftritten von Investorin Cathie Wood, Tether-CEO Paolo Ardoino, Motivationsguru Tony Robbins und Box-Legende Mike Tyson. Die 29 größten Halter durften sogar zu einer VIP-Rezeption mit dem Präsidenten.
Ernüchterung trotz Glamour
„Die Rede war nutzlos, wie letztes Mal“, zitiert das Wall Street Journal Morten Christensen, Gründer von airdropalert.com und selbst $TRUMP-Investor. „Aber die Veranstaltung war deutlich besser organisiert, insgesamt hochwertiger.“ Ein schwacher Trost für Anleger, deren Bestände sich seit Januar um mehr als 96 Prozent verringert haben. Der 24-Stunden-Verlust zum Zeitpunkt des Events betrug 14 Prozent.
Die Frage liegt nahe: Waren die Gäste stolz darauf, als Loss Leader in einer Show mitzuwirken, die ihr Vermögen schrumpfen lässt – oder haben sie noch nicht verstanden, dass sie selbst die Mark sind? Der Journalist des ursprünglichen Artikels spricht von einem „Aufgebot an Betrügern und Ex-Betrügern“ und zweifelt, ob dieses Spektakel weniger deprimierend sei als der parallel stattfindende Presseball in Washington.
Einordnung für Anleger
Szenen wie diese zeigen, wie sehr Meme-Coins längst zum Instrument politischer Inszenierung geworden sind. Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die steuerliche Einordnung solcher Token relevant: Nach § 23 EStG unterliegen Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften – auch bei Kryptowährungen – der Spekulationssteuer, wenn die Haltefrist von einem Jahr unterschritten wird. Bei Totalverlusten wie im Fall von $TRUMP stellt sich die Frage nur theoretisch.