Spacex-Ipo: 18.712 Bitcoin Im Börsenmantel
Elon Musks Raumfahrtfirma strebt mit 75 Mrd. Dollar Erlös an die Nasdaq – und offenbart einen milliardenschweren Bitcoin-Bestand im Börsenprospekt.
Veröffentlicht
29. Mai 2026

Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX bereitet sich auf seinen Gang an die Börse vor. Der Börsenprospekt, der mittlerweile bei der US-Börsenaufsicht eingereicht wurde, enthüllt nicht nur die Dimension des Emissionsvolumens, sondern auch eine wenig beachtete Position in der Bilanz: SpaceX hält 18.712 Bitcoin im Wert von rund 1,29 Milliarden Dollar. Damit zählt das Unternehmen zu den größten institutionellen Bitcoin-Haltern weltweit.
Der größte Börsengang aller Zeiten
Die Kennzahlen des IPO sind beeindruckend. SpaceX peilt ein Emissionsvolumen von bis zu 75 Milliarden Dollar an. Die Bewertung des Konzerns liegt eigenen Angaben zufolge bei über zwei Billionen Dollar. Zum Vergleich: Saudi Aramco erlöste 2019 mit rund 29 Milliarden Dollar das bislang schwerste Börsendebüt. Sollte SpaceX die Zahlen halten, würde es diesen Rekord um mehr als das Doppelte überbieten.
Der Handelsstart an der Nasdaq ist für den 12. Juni 2026 vorgesehen. Die Roadshows beginnen bereits Anfang Juni. Das Underwriting-Syndikat liest sich wie das Who-is-Who der Wall Street: Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan führen die Konsortien an. Der Ticker lautet SPCX.
Bitcoin als strategische Reserve?
Die Offenlegung der Bitcoin-Position dürfte für Krypto-Anleger die interessanteste Passage im gesamten Prospekt sein. SpaceX hält die 18.712 BTC seit mehreren Jahren – offenbar ohne zwischenzeitliche größere Verkäufe. Das wirft die Frage auf, ob Musk die digitale Währung in seinem Raumfahrtkonzern als strategische Reserve betrachtet.
Bereits 2021 hatte Teslas Bitcoin-Investition von 1,5 Milliarden Dollar für Schlagzeilen gesorgt. SpaceXs Bestand legt nahe, dass Musk seine Krypto-Strategie über mehrere seiner Unternehmen gestreut hat – und dabei offenbar anders agiert als Tesla, das zwischenzeitlich einen Teil seiner Bestände abgestoßen hatte.
Die Kryptobörse Binance hat bereits reagiert und Pre-IPO-Perpetual-Kontrakte unter dem Ticker SPCXUSDT aufgelegt. Diese Derivate erlauben Spekulationen auf den erwarteten Bewertungskurs bereits vor dem eigentlichen Handelsstart.
Zwischen Mars und MiCA
Der SpaceX-Börsengang vereint gleich mehrere Investmentthemen: Raumfahrt, Satelliteninternet über Starlink, die Kommerzialisierung des Weltraums – und jetzt auch institutionelle Bitcoin-Exposure auf einem ganz neuen Niveau. Für Bitcoin-Anleger wird die entscheidende Frage nach dem IPO sein, ob SpaceX seine Position aufstockt oder die aktuellen 18.712 Coins als statische Allokation behandelt.
Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant. Sollte SpaceX seine Bitcoin-Bestände in Zukunft veräußern, dürften die Kapitalgewinne – je nach Haltedauer und Sitzstruktur – auch Fragen des deutschen Außensteuergesetzes aufwerfen. Das IPO selbst unterliegt als US-Transaktion nicht der deutschen Kapitalertragsteuer – die Veräußerung der Aktien über heimische Depots aber sehr wohl.