Sam Altmans Merge Labs: Mit 252 Mio. Dollar in unsere Gehirne
Nach Worldcoin und ChatGPT will OpenAI-CEO Sam Altman nun die Grenze zwischen Mensch und KI überwinden. Sein neues Startup Merge Labs arbeitet an nicht-invasiven Gehirn-Computer-Schnittstellen.
Datum
17. Januar 2026

Key Takeaways:
- Sam Altmans neues Startup Merge Labs erhält 252 Millionen Dollar Startkapital, mit einer großen Investition von OpenAI.
- Das Ziel ist die Entwicklung nicht-invasiver Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs), die menschliche Fähigkeiten erweitern sollen.
- Altman sieht die „Verschmelzung“ mit KI als einzigen Weg, um mit einer potenziell übermächtigen künstlichen Intelligenz Schritt zu halten.
- Die Ankündigung dürfte den Konkurrenzkampf mit Elon Musks Neuralink weiter anheizen.
Nachdem er mit Worldcoin unsere Iris scannen und mit ChatGPT unsere Gedanken verarbeiten ließ, hat OpenAI-CEO Sam Altman nun ein neues Ziel: unsere Gehirne. Sein frisch aus der Stealth-Mode aufgetauchtes Startup Merge Labs gab diese Woche bekannt, eine Finanzierungsrunde in Höhe von 252 Millionen Dollar (ca. 188 Mio. Pfund) abgeschlossen zu haben. Der größte einzelne Investor soll dabei – wenig überraschend – OpenAI selbst sein.
Was ist Merge Labs?
Merge Labs beschreibt sich selbst als ein „Forschungslabor“, das sich der „Überbrückung von biologischer und künstlicher Intelligenz zur Maximierung menschlicher Fähigkeiten“ verschrieben hat. In der Praxis bedeutet das die Entwicklung von Brain-Computer Interfaces (BCIs).
Während Elon Musks Neuralink auf implantierbare Chips setzt, will Merge Labs laut einem Blogeintrag „grundlegend neue Ansätze“ verfolgen. Der Fokus liegt auf weniger invasiven Methoden, wie etwa der Übertragung von Informationen via Ultraschall.
„Meine Vermutung ist, dass wir entweder das biologische Bootloader-Programm für digitale Intelligenz sein und dann zu einem evolutionären Ast verblassen können, oder wir herausfinden können, wie eine erfolgreiche Verschmelzung aussieht.“ – Sam Altman, 2017
Die Motivation hinter „The Merge“
Altmans Interesse an diesem Thema ist nicht neu. Bereits 2017 schrieb er einen Blogbeitrag mit dem Titel „The Merge“ (Die Verschmelzung). Seine damalige These: Die Verschmelzung von Mensch und Maschine habe bereits begonnen – durch unsere Smartphones und Social-Media-Feeds. Mit der rasanten Entwicklung der KI sieht er nun nur zwei Wege:
- Den Menschen als bloßen „Starter“ für eine überlegene digitale Intelligenz, der dann irrelevant wird.
- Oder eine aktive, kontrollierte Symbiose, die menschliche Fähigkeiten erweitert.
Merge Labs ist Altmans Versuch, den zweiten Weg zu gestalten. Potenzielle Anwendungen reichen von der Wiederherstellung verlorener Fähigkeiten (z.B. bei Querschnittslähmung) bis zur Steigerung von Kreativität und Intelligenz.
Finanzierung und ethische Fragen
Die Finanzierungsrunde wirft unweigerlich Fragen auf. Die größte Investition kam von OpenAI, einem Unternehmen, das ebenfalls von Sam Altman geführt wird. Diese enge Verflechtung zwischen Investor und Start-up lässt Raum für Spekulationen über die eigentlichen Motive und die langfristige strategische Ausrichtung.
- Ist dies ein reines Forschungsvorhaben oder ein weiteres Puzzleteil in Altmans Tech-Imperium?
- Wer kontrolliert die Regeln für eine solche „Verschmelzung“?
Diese Fragen bleiben vorerst unbeantwortet, während das Unternehmen seine Arbeit aufnimmt.
Konfrontation mit Neuralink
Ein sicherer Nebeneffekt der Ankündigung: Sie wird Elon Musk verärgern. Musk, dessen Neuralink bereits über 1,3 Milliarden Dollar eingesammelt hat und erste Implantate bei Patienten getestet hat, führt einen erbitterten Konkurrenzkampf und sogar einen Gerichtsstreit mit Altman. Merge Labs tritt nun direkt in Neurallinks Markt ein – allerdings mit einem technologisch unterschiedlichen, nicht-invasiven Ansatz.
Die Bühne ist bereitet für einen neuen Schauplatz im Ringen um die Zukunft der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Während die einen in BCIs den Schlüssel zu einer hyperintelligenten Zukunft sehen, werden andere darin einen Albtraum erblicken. Merge Labs hat nun das Kapital, um seine Vision zu verfolgen.