Ripple expandiert in Brasilien und strebt VASP-Lizenz an
Das Zahlungsnetzwerk baut seine Dienste in Südamerikas größter Volkswirtschaft aus und plant den Start von Custody-Lösungen und die Ausweitung von RLUSD.
Veröffentlicht
19. März 2026

Ripple verstärkt seinen Fokus auf den brasilianischen Markt. Das Unternehmen kündigte an, einen Antrag auf eine Virtual Asset Service Provider (VASP)-Lizenz bei der brasilianischen Zentralbank zu stellen. Dieser Schritt folgt dem neuen regulatorischen Rahmen des Landes für virtuelle Vermögenswerte und unterstreicht die strategische Bedeutung Südamerikas für das Zahlungsnetzwerk.
Monica Long, Präsidentin von Ripple, betonte die Vorreiterrolle Brasiliens: "Lateinamerika war schon immer ein prioritärer Markt für Ripple – nicht nur wegen der Größe der Chance, sondern auch, weil Brasilien eines der fortschrittlichsten und vorausschauendsten Finanzökosysteme der Welt entwickelt hat." Das Unternehmen baut auf bestehende Partnerschaften mit Institutionen wie Banco Genial und Braza Bank auf.
Custody-Dienst und Tokenisierung
Ein zentraler Baustein der Expansion ist der geplante Start von Ripple Custody in Brasilien. Der Dienst, der aus der Übernahme von Metaco im Jahr 2023 hervorging, bietet bankübliche Sicherheitsstandards und Echtzeit-Compliance-Funktionen für regulierte Institutionen. Er unterstützt zudem institutionelles Staking in Proof-of-Stake-Netzwerken.
Parallel gewinnt die Tokenisierung von Real-World Assets (RWAs) auf der XRP Ledger an Fahrt. Das brasilianische Unternehmen CRX nutzt die Infrastruktur bereits für die Ausgabe tokenisierter Vermögenswerte im Volumen von rund 100 Millionen US-Dollar. Justoken, das bereits über 1,7 Milliarden Dollar an Assets auf der XRPL tokenisiert hat, plant den Einsatz der Custody-Tools für die Tokenisierung natürlicher Ressourcen.
Stablecoin RLUSD gewinnt an Boden
Ripples eigener regulierter Stablecoin, RLUSD, verzeichnet laut Unternehmensangaben bemerkenswerte Akzeptanz in Lateinamerika. Als vertrauenswürdige Digital-Dollar-Option wird er bereits von einigen der größten Krypto-Börsen und Fintech-Unternehmen des Landes genutzt, darunter Mercado Bitcoin, Foxbit und Ripio. Diese Entwicklung spiegelt den regionalen Bedarf an stabilen, regulierten digitalen Zahlungsmitteln wider.
Die Nachrichten aus Brasilien fallen in eine Phase der Erholung für den zugehörigen XRP-Token, der sich in der vergangenen Woche deutlich von seinen Tiefstständen erholt hat.
Für den europäischen Markt, und speziell für Anleger im DACH-Raum, zeigt die Expansion eines etablierten Players wie Ripple in einen streng regulierten Markt wie Brasilien einen klaren Trend: Die institutionelle Adoption von Krypto-Infrastruktur schreitet global voran, wobei regulatorische Klarheit ein entscheidender Katalysator ist. Die Entwicklungen rund um Tokenisierung und Stablecoins unterstreichen zudem die wachsende Verknüpfung traditioneller Finanzwerte mit der Blockchain-Technologie.