Riot Platforms verkauft Bitcoin für Landkauf und AMD-Partnerschaft
Der Bitcoin-Miner finanziert eine 96-Millionen-Dollar-Investition in Texas mit BTC-Verkäufen und schließt einen langfristigen Vertrag mit AMD. Ein klarer Strategiewechsel in Richtung KI und HPC.
Datum
17. Januar 2026

Key Takeaways:
- Riot Platforms verkaufte etwa 1.080 Bitcoin (BTC) für 96 Millionen US-Dollar.
- Das Geld finanzierte den Kauf von 200 Hektar Land in Rockdale, Texas.
- Der Miner schloss zudem eine langfristige Dienstleistungsvereinbarung mit dem Halbleiterriesen AMD.
- Die Aktie des Unternehmens (RIOT) stieg daraufhin um mehr als 11 %.
- Der Deal unterstreicht einen branchenweiten Trend: Bitcoin-Miner diversifizieren in KI (Künstliche Intelligenz) und HPC (High-Performance Computing).
Strategischer Schwenk: Vom Mining zum Rechenzentrumsbetreiber
Die Nachricht markiert einen strategischen Wendepunkt für Riot Platforms. Das Unternehmen nutzt seine Bitcoin-Bestände nicht nur als Schatzreserve, sondern aktiv als Finanzierungsinstrument für langfristige Infrastrukturinvestitionen. Der Verkauf von rund 1.080 BTC ermöglichte den fee-simple-Erwerb (vollständiges Eigentum) des Landes in Texas, einem der wichtigsten Standorte für die Krypto-Mining-Industrie.
Doch es geht um mehr als nur Land. Der parallel angekündigte Vertrag mit Advanced Micro Devices (AMD) zeigt die neue Ausrichtung. Riot wird zunächst 25 Megawatt (MW) an IT-Kapazität für AMD bereitstellen. CEO Jason Les spricht von einem "pivotal moment" (entscheidenden Moment), der Riots Position als führender Entwickler von Rechenzentren zementiere.
Langfristige Perspektive: Potenzial für über 1 Milliarde Dollar
Die Vereinbarung mit AMD ist auf zunächst zehn Jahre ausgelegt und birgt großes finanzielles Potenzial:
- Die Basislaufzeit könnte dem Unternehmen etwa 311 Millionen US-Dollar an Einnahmen bringen.
- Bei Ausübung von drei möglichen Verlängerungen um je fünf Jahre könnte der Gesamtwert auf über 1 Milliarde US-Dollar steigen.
Die Märkte honorierten den strategischen Schritt umgehend: Die RIOT-Aktie sprang auf der Nasdaq um mehr als 11 % auf 18,80 US-Dollar. Der Deal folgt auf Riots Ankündigung von letzter Woche, im Dezember bereits 1.818 BTC verkauft zu haben – ebenfalls im Rahmen der Strategie, die Infrastruktur für Anwendungen jenseits des Minings zu nutzen.
Trotz der Verkäufe hält Riot weiterhin massive Bitcoin-Bestände. Zum 31. Dezember 2023 belief sich das Treasury auf 18.005 BTC, was zum aktuellen Kurs einem Wert von deutlich über einer Milliarde Dollar entspricht.
Branchentrend: Miner entdecken KI und HPC als neue Einnahmequelle
Riot ist nicht allein. Der Schritt spiegelt einen klaren Branchentrend wider, der durch steigende Bitcoin-Mining-Schwierigkeiten und volatile BTC-Preise getrieben wird. Miner suchen nach zusätzlichen, stabileren Einnahmequellen und nutzen dabei ihre Kernkompetenz: den Betrieb von großen, energieintensiven Rechenzentren.
- CleanSpark, ein weiterer großer Bitcoin-Miner, kündigte erst am Mittwoch den Kauf von 447 Hektar Land im texanischen Brazoria County an. Geplant ist ein 300-MW-Rechenzentrum, das explizit für KI- und HPC-Workloads ausgelegt sein soll.
- Auch andere große Player wie Marathon Digital (MARA), Core Scientific, Hut 8 und TeraWulf haben bereits Pläne oder Partnerschaften in Richtung KI und High-Performance Computing angekündigt.
Fazit: Die Evolution der Miner
Die Ära, in der Bitcoin-Miner einzig auf die Block-Reward angewiesen waren, neigt sich dem Ende zu. Unternehmen wie Riot Platforms evolvieren zu vollwertigen Infrastrukturanbietern für die digitale Wirtschaft. Die Kombination aus:
- Der Nutzung von Bitcoin als strategischem Finanzierungsvehikel,
- Dem Erwerb von wertvollen physischen Assets wie Land und Infrastruktur und
- Langfristigen Partnerschaften mit Technologiegiganten wie AMD
zeichnet das Bild eines reiferen, diversifizierten und zukunftssicheren Geschäftsmodells. Für die Krypto-Branche ist dies ein bedeutender Schritt hin zu größerer Resilienz und Integration in den breiteren Tech-Sektor.