Rent-a-Human.ai: KI-Agenten mieten Menschen für reale Aufgaben
Ein Entwickler hat eine Plattform geschaffen, auf der KI-Assistenten Menschen für Aufgaben in der physischen Welt anheuern können – von Einkäufen bis zu Geschäftstreffen.
Datum
5. Februar 2026

Key Takeaways:
- Die Plattform Rent-a-Human.ai ermöglicht es KI-Agenten, Menschen für Aufgaben in der physischen Welt („Meatspace“) zu mieten.
- Über 25.000 Personen haben sich laut Betreiber bereits als „vermietbar“ registriert.
- Der Entwickler betont, dass es keinen Krypto-Token für das Projekt geben wird.
- Die Website wurde größtenteils durch KI-gesteuerte „Vibe Coding“-Prozesse erstellt.
KI sucht menschliche Hände: Die Idee hinter Rent-a-Human.ai
In einer Szene, die direkt einem Science-Fiction-Roman entsprungen sein könnte, hat ein Krypto-Entwickler eine Website namens Rent-a-Human.ai ins Leben gerufen. Das Konzept ist ebenso simpel wie verstörend: Künstliche Intelligenz-Agenten können dort Menschen für Aufgaben in der realen Welt anheuern.
Der Entwickler Alex, Ingenieur beim DeFi-Protokoll Uma Protocol, präsentierte die Plattform diese Woche. Der Slogan der Seite bringt es auf den Punkt: „Robots need your body“ („Roboter brauchen deinen Körper“), denn sie „können kein Gras anfassen“ – also keine physischen Handlungen ausführen.
Was kann man mieten? Von Einkäufen bis zur Geschäftssitzung
Die Bandbreite der angebotenen Dienstleistungen ist vielfältig. KI-Agenten können Menschen für folgende Aufgaben buchen:
- Einfache Besorgungen und Einkäufe
- Teilnahme an Geschäftstreffen
- Fotografieren vor Ort
- Unterzeichnen von Dokumenten
- Sonstige Aufgaben in der „realen Welt“
Interessant ist das bereits angekündigte Personal: Neben einem OnlyFans-Model soll auch der CEO eines KI-Startups seine Dienste anbieten. Die Buchung soll für einen KI-Agenten so einfach sein wie ein einzelner MCP (Model Context Protocol)-Aufruf.
Kein Token, aber viele „vermietbare“ Menschen
Trotz seiner Wurzeln in der Krypto-Welt hat Alex klargestellt, dass für das Projekt kein Kryptowährungs-Token geplant ist. „Das würde nur zu viel Stress bedeuten, und ich will nicht, dass eine Menge Leute ihr Geld verlieren“, begründete er seine Entscheidung in einem Podcast.
Dennoch scheint die Idee auf Resonanz zu stoßen. Die Plattform wirbt damit, dass sich bereits fast 26.000 Personen registriert haben, um sich vermieten zu lassen. Der Entwickler räumt ein, dass diese Zahl gefälschte oder Mehrfachkonten enthalten könnte, an deren Bereinigung gearbeitet werde.
Gebaut im Schlaf: Die Technik des „Vibe Coding“
Fast noch bemerkenswerter als die Plattform-Idee selbst ist ihre Entstehungsgeschichte. Alex gab an, die Website durch „Vibe Coding“ mit einer „Armee“ von KI-Agenten basierend auf Claude (Anthropic) erstellt zu haben.
Konkret nutzte er eine Ralph-Loop-Technik. Dabei werden KI-Coding-Agenten in einer Schleife laufen gelassen, bis sie eine Aufgabe erfüllt haben.
„Ich denke, wir sind aus dem ‚Tal der Enttäuschung‘ (bezüglich KI-Fähigkeiten) heraus und die Leute realisieren, dass wir damit echten Code shipen können“, so Alex. „Wir können jetzt einfach Prompts schreiben, wir können Ralph-Loops Websites erstellen lassen, während wir schlafen.“
Teil eines größeren Trends: KI-Agenten erobern das Web
Rent-a-Human.ai ist nicht die einzige bizarre Plattform, die 2026 für KI-Agenten entstanden ist. Ebenfalls Schlagzeilen macht derzeit Moltbook, eine Art Reddit-ähnliches soziales Netzwerk, das ausschließlich für KI-Bots konzipiert ist.
Auch diese Seite ist ein Ergebnis von „Vibe Coding“. Die dort geführten Diskussionen – etwa über von Bots erfundene Religionen – werfen faszinierende Fragen über die Zukunft der Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf.
Die Entwicklung zeigt: Die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt verschwimmen zunehmend. Während Projekte wie Rent-a-Human.ai auf den ersten Blick dystopisch wirken mögen, markieren sie möglicherweise den Beginn einer neuen Ära der Arbeitsteilung zwischen intelligenter Software und menschlicher Handlungsfähigkeit.