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Oumuamua & Co.: Sind interstellare Objekte Alien-Technologie?

Der renommierte Harvard-Astronom Avi Loeb stellt mit seinen Thesen die Wissenschaft auf den Kopf. Seine Behauptung, interstellare Besucher wie 'Oumuamua könnten künstlichen Ursprungs sein, spaltet die Fachwelt.

Datum

26. Februar 2026

Oumuamua & Co.: Sind interstellare Objekte Alien-Technologie?

Key Takeaways:

  • Harvard-Astronom Avi Loeb hält die interstellaren Objekte 'Oumuamua, 2I/Borisov und 3I/Atlas für mögliche außerirdische Technologie.
  • Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler sieht hingegen natürliche Phänomene wie ungewöhnliche Kometen oder Gesteinsbrocken.
  • Loebs Galileo Project sucht aktiv nach Beweisen für außerirdische Technik, stößt aber auf massive Skepsis.
  • Die Kontroverse zeigt den Konflikt zwischen radikaler Offenheit und wissenschaftlicher Vorsicht.

Der ungewöhnliche Besucher: Das Rätsel um 'Oumuamua

Im Oktober 2017 entdeckten Astronomen ein Objekt, das sich völlig anders verhielt als alles Bekannte: 'Oumuamua. Sein Name bedeutet auf Hawaiianisch „Botschafter aus der Ferne“ – und das schien Programm.

Seine Eigenschaften stellten die Forscher vor Rätsel:

  • Eine extreme, längliche oder flache Form (wie eine Zigarre oder ein Pfannkuchen).
  • Eine leichte, nicht-gravitative Beschleunigung beim Verlassen des Sonnensystems.
  • Das völlige Fehlen eines sichtbaren Kometenschweifs.
  • Eine ungewöhnlich hohe Reflektivität.

Während das Forscherteam um Karen Meech in Nature einen natürlichen, interstellaren Ursprung konstatierte, schlug Avi Loeb mit seinem Studenten Shmuel Bialy eine radikale These vor: 'Oumuamua könnte eine absichtlich gesendete Sonde einer außerirdischen Zivilisation sein, möglicherweise ein dünnes Lichtsegel, das von Sonnenstrahlung angetrieben wird.

Die wissenschaftliche Gegenposition: Ockhams Rasiermesser

Die meisten Wissenschaftler wenden das Prinzip der Einfachheit (Ockhams Rasiermesser) an und suchen nach natürlichen Erklärungen. Diese liegen auf dem Tisch:

  • Die Form könnte von einem flachen, stickstoffeisreichen Fragment eines exoplane­taren Pluto-ähnlichen Körpers stammen (Desch & Jackson).
  • Die Beschleunigung lässt sich durch das Freisetzen von eingeschlossenem molekularem Wasserstoff (H₂) aus Wassereis erklären (Bergner & Seligman).
  • Flache, scheibenförmige Objekte können sich auf natürliche Weise in protoplanetaren Scheiben bilden (Lorek & Johansen).

Admirers see Avi Loeb as refreshingly fearless... critics describe him as a man who has allowed publicity to eclipse prudence.

Die Kritik an Loeb ist deutlich. Der Planetologe Steven Desch sagte über ihn: „Er hat längst aufgehört, ein ernsthafter Wissenschaftler zu sein, der unschuldige Fragen stellt.“

Das Galileo Project: Die Suche nach Beweisen

Loeb zog sich nicht zurück, sondern intensivierte seine Suche. 2021 startete er das privat finanzierte Galileo Project. Dessen Ziel ist die systematische Suche nach physischen Beweisen für außerirdische Technologie.

Ein Höhepunkt war eine Expedition 2023 vor Papua-Neuguinea, um Überreste eines 2014 explodierten Meteors zu bergen, der möglicherweise interstellar war. Das Team fand winzige Metallkügelchen mit ungewöhnlicher Elementzusammensetzung. Loeb deutete dies als möglichen Hinweis auf exotischen, interstellaren Ursprung – eine Interpretation, die von vielen Experten aufgrund unsicherer Daten und physikalischer Unwahrscheinlichkeiten zurückgewiesen wurde.

Borisov und Atlas: Die „normalen“ Geschwister

Im Gegensatz zum rätselhaften 'Oumuamua verhielten sich die später entdeckten interstellaren Objekte 2I/Borisov (2019) und 3I/Atlas (2025) wie typische Kometen.

  • 2I/Borisov zeigte einen klaren Schweif und Ausgasungen – ein klassischer Komet aus einem anderen Sternsystem. Selbst Loeb räumt inzwischen ein, dass es sich um einen Kometen handelt.
  • 3I/Atlas verhielt sich ebenfalls kometenhaft, zeigte aber einige Besonderheiten: einen hohen CO₂-Anteil, ungewöhnliche Staubeigenschaften und einen zunächst sonnenwärts gerichteten Jet.

Wiederum sah Loeb hier Anomalien, die eine künstliche Herkunft in Betracht ziehen ließen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft und auch die NASA kommen jedoch zu einem klaren Schluss: 3I/Atlas ist ein natürlicher interstellarer Komet. Seine Eigenschaften lassen sich mit bekannter Physik und der Vielfalt kometarer Körper erklären.

Fazit: Provokation vs. wissenschaftlicher Konsens

Avi Loeb füllt mit seinen spektakulären Thesen eine Lücke zwischen seriöser Wissenschaft und öffentlicher Faszination für Außerirdische. Seine Arbeit:

  • Regt zu offenem Denken an und begeistert Nachwuchswissenschaftler.
  • Wird aber vom Mainstream der Forschung für voreilig und spekulativ gehalten.
  • Zeigt den grundlegenden wissenschaftlichen Streit: Wann ist eine Anomalie so außergewöhnlich, dass man radikal neue Erklärungen suchen muss?

Bis heute fehlt für jede der „interstellaren Eindringlinge“ ein belastbarer Beweis für einen künstlichen Ursprung. Die Daten sprechen laut Konsens für natürliche, wenn auch faszinierend vielfältige, Besucher aus den Tiefen der Galaxie. Die Netflix-Dokumentation über Loebs Arbeit, die 2026 erscheinen soll, wird diese Kontroverse sicher weiter anheizen.

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