Malaysia: 8 Milliarden Verlust durch Online-Betrug in sechs
Ein Einzelfall mit einer lokalen Bank schlägt mit über 200 Millionen zu Buche. Die Regierung kündigt schärfere Gesetze und verstärkte Zusammenarbeit an.
Datum
6. Februar 2026

Key Takeaways:
- Malaysia verzeichnete von 2020 bis 2025 Verluste von fast 8 Milliarden RM (Ringgit) durch Online-Betrug.
- Mehr als 209.000 Fälle wurden registriert, angetrieben durch Telekommunikations- und E-Commerce-Betrug.
- Der größte Einzelfall betraf eine lokale Bank mit einem Schaden von 203,8 Millionen RM.
- Ein weiterer großer Fall war ein nicht-existierendes Krypto-Investment mit Verlusten von etwa 40 Millionen RM.
- Die Regierung will Gesetze verschärfen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Finanzinstituten ausbauen.
Fast 8 Milliarden Verlust: Die Dimensionen des Online-Betrugs
Malaysia hat innerhalb von nur sechs Jahren fast 8 Milliarden Ringgit (RM) durch Online-Betrug verloren. Das gab Innenminister Datuk Seri Saifuddin Nasution Ismail in einer parlamentarischen Antwort bekannt. Die Zahlen von 2020 bis 2025 zeigen eine erschreckende Bilanz: 209.300 gemeldete Fälle mit einem Gesamtschaden von 7,97 Milliarden RM.
„Diese Zahlen spiegeln eine ernste und wachsende Bedrohung wider, mit erheblichen finanziellen und sozialen Auswirkungen auf die Opfer“, so der Minister.
Die Haupttreiber dieser kriminellen Welle sind Telekommunikationsbetrug (z.B. Phishing-Anrufe, SMS-Scams) und Betrug im E-Commerce. Die Summe verdeutlicht das massive Ausmaß der finanziellen Kriminalität im digitalen Zeitalter.
Die größten Einzelfälle: Bankenbetrug und Krypto-Fallen
Unter den Hunderttausenden Fällen stechen zwei besonders hervor, die den Modus Operandi und die hohen Summen illustrieren.
Fall 1: Der 200-Millionen-Bankenbetrug
Der mit Abstand größte dokumentierte Einzelfall ereignete sich im November vergangenen Jahres und betraf eine lokale Bank. Der Schaden belief sich auf gigantische 203,8 Millionen RM. Laut Minister Saifuddin Nasution waren dabei keine Kundengelder betroffen.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren:
- Die Polizei hat bereits 47 Personen festgenommen.
- Drei von ihnen wurden bereits nach Paragraph 424C(1) des Strafgesetzbuches angeklagt, der Straftaten im Zusammenhang mit Geldwäsche-Konten („Mule Accounts“) ahndet.
- 44 weitere Verdächtige stehen unter Untersuchung.
- Die Ermittlungsakten werden finalisiert, unterstützt von CyberSecurity Malaysia und der Zentralbank Bank Negara Malaysia.
Fall 2: Das 40-Millionen-Krypto-Schema
Der zweitgrößte Fall ist ein klassisches Beispiel für Investmentbetrug im Kryptobereich. Im Februar letzten Jahres meldeten Opfer ein nicht-existierendes Investmentprogramm. Der geschätzte Schaden: etwa 40 Millionen RM.
Der Betrug lief über Krypto-Investmentangebote ab:
- Digitale Vermögenswerte im Wert von umgerechnet 40 Millionen RM (6,4 Millionen US-Dollar) wurden auf mehrere Krypto-Wallets transferiert.
- Der Fall wird als Betrug (Paragraph 420 des Strafgesetzbuches) untersucht.
- Die Ermittler arbeiten daran, die Krypto-Transaktionen mit Hilfe relevanter Behörden nachzuvollziehen.
Gegenmaßnahmen: Schärfere Gesetze und engere Kooperation
Angesichts der alarmierenden Zahlen kündigte die Regierung einen mehrgleisigen Ansatz zur Bekämpfung der Kriminalität an.
Stärkung der strategischen Zusammenarbeit
Die Schlüsselakteure sollen enger vernetzt werden:
- Polizei
- Finanzinstitute
- Telekommunikationsunternehmen
- Nationale und internationale Strafverfolgungsbehörden
Der Austausch soll durch Informations-Sharing-Mechanismen, gemeinsame Operationen und technische Unterstützung verbessert werden.
Überarbeitung der Rechtsgrundlage
Parallel werden Gesetzesverschärfungen geprüft, um die Strafverfolgung zu erleichtern und abschreckendere Strafen zu verhängen. Im Fokus stehen:
- Das Strafgesetzbuch (Penal Code)
- Der Communications and Multimedia Act von 1998
- Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (AML/CFT)
Das Ziel ist klar: Nicht nur die Drahtzieher von Betrugssyndikaten sollen härter bestraft werden, sondern auch deren Helfer.
„Diese Bemühungen zielen darauf ab, härtere Strafen zu verhängen, die Beschlagnahme von Vermögenswerten zu erhöhen und nicht nur gegen Syndikate, sondern auch gegen Inhaber von Strohkonten, Agenten und Komplizen vorzugehen“, betonte Minister Saifuddin Nasution.
Die Ankündigungen sind eine direkte Reaktion auf die parlamentarische Anfrage des Abgeordneten V Ganabatirau, der nach einer Aufschlüsselung der Betrugsverluste seit 2020 und den geplanten Gegenmaßnahmen gefragt hatte. Ob die geplanten Schritte ausreichen, um die Flut der Online-Kriminalität einzudämmen, bleibt abzuwarten.