Krypto-Geldwäsche erreicht 82 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025
Eine neue Studie von Chainalysis zeigt einen massiven Anstieg der mit Kryptowährungen gewaschenen Gelder. Chinesischsprachige Netzwerke treiben das Wachstum an und verarbeiten täglich bis zu 40 Millionen US-Dollar.
Datum
28. Januar 2026
Key Takeaways:
- Die Geldwäsche mit Kryptowährungen erreichte 2025 ein Volumen von mindestens 82 Milliarden US-Dollar.
- Das ist ein massiver Anstieg gegenüber den 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020.
- Chinesischsprachige Netzwerke sind der am schnellsten wachsende Sektor und verarbeiteten täglich fast 40 Millionen US-Dollar.
- Die Netzwerke nutzen komplexe Techniken wie "Garantie-Plattformen", um Strafverfolgungsbehörden zu entgehen.
Explosives Wachstum der Krypto-Geldwäsche
Die Geldwäsche mit Kryptowährungen hat im vergangenen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Laut dem US-amerikanischen Blockchain-Forschungsunternehmen Chainalysis wurden 2025 mindestens 82 Milliarden US-Dollar in digitalen Währungen gewaschen. Diese Zahl markiert einen dramatischen Anstieg gegenüber den 10 Milliarden US-Dollar, die für das Jahr 2020 geschätzt wurden.
Der Bericht unterstreicht die anhaltende Attraktivität von Krypto-Assets für kriminelle Aktivitäten, auch wenn Experten betonen, dass es nur eine von vielen Methoden zur Geldbewegung ist. Regulierungsbehörden weltweit warnen seit Jahren vor der Rolle von Kryptowährungen in der Schattenwirtschaft, da sie oft weniger strengen spezifischen Vorschriften unterliegt als das traditionelle Finanzsystem.
Chinesischsprachige Netzwerke als Treiber
Der am schnellsten wachsende Bereich der Krypto-Geldwäsche sind laut Chainalysis chinesischsprachige Netzwerke. Diese entstanden während der Pandemie und haben sich zu einem dominanten Akteur entwickelt.
- Sie verarbeiteten 2025 täglich Transaktionen im Wert von fast 40 Millionen US-Dollar.
- Chainalysis identifizierte fast 1.800 aktive Wallets, die von diesen Netzwerken genutzt wurden, um Kryptowährungen im Wert von 16,1 Milliarden US-Dollar zu bewegen.
- Die Forscher gehen davon aus, dass diese Zahlen wahrscheinlich eine Unterschätzung des tatsächlichen Umfangs darstellen.
Die Methodik von Chainalysis kombiniert maschinelles Lernen mit forensischer Expertise, um reale Aktivitäten mit Blockchain-Daten zu verknüpfen. Obwohl Blockchains alle Transaktionen öffentlich protokollieren, bleibt die Identifizierung der Personen hinter den Wallet-Adressen eine große Herausforderung.
Das Paradoxon des chinesischen Marktes
Das Wachstum dieser Netzwerke ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der strengen Regulierung in China:
- Der Krypto-Handel ist im Land verboten.
- Digitale Token werden nicht als gesetzliches Zahlungsmittel oder Vermögenswert anerkannt.
- Dennoch blühen die unterirdischen Geldwäsche-Netzwerke. Allein 2024 wurden in China 3.032 Personen wegen kryptobezogener Geldwäsche angeklagt.
Dies zeigt die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit krimineller Ökosysteme, die Lücken in der globalen Regulierung nutzen.
Wie die Netzwerke der Strafverfolgung entgehen
Chainalysis beschreibt ausgeklügelte Techniken, mit denen die Geldwäsche-Netzwerke versuchen, unentdeckt zu bleiben. Eine zentrale Rolle spielen sogenannte "Garantie-Plattformen" (Guarantee Platforms).
Diese Plattformen funktionieren wie Treuhanddienste und bieten mehrere Vorteile für Kriminelle:
- Sie vermitteln zwischen Sender und Empfänger und sorgen so für "Vertrauen".
- Geldwäscher können ihre Dienste dort offen bewerben.
- Sie erschweren die Rückverfolgung, da die Plattform als Zwischenhändler auftritt.
"Chinesischsprachige Garantieplattformen, Geldtransferdienste und die damit verbundenen Netzwerke der Finanzkriminalität offenbaren ein komplexes und widerstandsfähiges Ökosystem, das sich trotz Strafverfolgungsmaßnahmen weiter anpasst", so Chainalysis.
Die Forscher stellen fest, dass Maßnahmen gegen diese Plattformen zwar störend wirken können, die Kernnetzwerke aber bestehen bleiben und einfach auf alternative Kanäle ausweichen, sobald sie unter Druck geraten. Es handelt sich um ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Behörden und kriminellen Innovatoren.
Fazit: Ein anhaltender globaler Kampf
Die Zahlen von Chainalysis machen deutlich, dass der Kampf gegen Geldwäsche im Kryptobereich eine dauerhafte und globale Herausforderung bleibt. Während der Anteil illegaler Aktivitäten am gesamten Krypto-Transaktionsvolumen relativ klein ist, ist das absolute Volumen mit über 80 Milliarden US-Dollar beträchtlich.
Die Entwicklung zeigt zwei klare Trends:
- Die massive Professionalisierung und Spezialisierung krimineller Netzwerke.
- Die regionale Verschiebung hin zu chinesischsprachigen Akteuren, die die regulatorischen Gegebenheiten in ihrer Heimatregion geschickt umgehen.
Für Investoren und die Branche unterstreicht der Bericht die Notwendigkeit verstärkter Compliance-Maßnahmen und koordinierter internationaler Strafverfolgung. Die Transparenz der Blockchain kann dabei ein mächtiges Werkzeug sein – vorausgesetzt, die Behörden haben die Ressourcen und das Know-how, sie effektiv zu nutzen.