Kostenlose VPNs: Die versteckten Risiken für deine Privatsphäre
Immer mehr Nutzer greifen zu kostenlosen VPN-Diensten, um Zensur zu umgehen oder Daten zu schützen. Doch Experten warnen: Viele sind gefährlich und bieten keinen echten Schutz.
Datum
14. März 2026

Key Takeaways:
- Kostenlose VPNs können deine Privatsphäre schützen, bergen aber erhebliche Risiken wie Datenverkauf und Malware.
- Die Nutzung von VPNs steigt weltweit als Reaktion auf staatliche Zensur und neue Altersverifikationsgesetze.
- Die Wahl des falschen Dienstes kann deine Sicherheit und Daten gefährden. Vertrauenswürdige kostenlose Optionen sind rar.
Im globalen Kampf um digitale Privatsphäre stehen Virtual Private Networks (VPNs) oft im Fadenkreuz von Regierungen. Ihr Erfolgsgeheimnis? Sie verschlüsseln deine Online-Kommunikation, maskieren deine IP-Adresse und schützen deine Aktivitäten – ähnlich wie verschlüsselte Messenger-Dienste.
Doch nicht jeder kann oder will für einen Premium-VPN zahlen. Die logische Alternative: Kostenlose Dienste. Doch hier lauern Fallstricke, die deine Sicherheit untergraben können.
Warum kostenlose VPNs so beliebt sind
Laut einer Studie von NordVPN nutzen etwa 13% der amerikanischen VPN-Nutzer kostenlose Dienste. Die Gründe sind vielfältig:
- Finanzielle Belastung: In unsicheren wirtschaftlichen Zeiten ist ein weiterer Abo-Posten unattraktiv.
- Politische Umstände: In Ländern wie dem Iran nutzen Menschen VPNs, um Internet-Sperren zu umgehen.
- Datenschutzbedenken: Neue Gesetze, z.B. in Australien und Großbritannien, die eine Altersverifikation fordern, treiben Nutzer zu VPNs, um die Weitergabe persönlicher Daten (wie Gesichtsscans) zu vermeiden.
„Menschen laden kostenlose VPNs herunter, um ihre Privatsphäre zu schützen, ohne zu realisieren, dass sie sie möglicherweise vollständig preisgeben“, warnt Marijus Briedis, CTO bei NordVPN. „Es gibt so etwas wie einen wirklich kostenlosen VPN-Dienst kaum.“
Der wahre Preis eines „kostenlosen“ VPN
Wenn du nicht mit Geld bezahlst, bezahlst du mit etwas anderem: deinen Daten. Die Risiken hängen stark davon ab, ob der Dienst von zahlenden Kunden subventioniert wird.
Subventionierte Dienste (wie von einem bezahlten Premium-Angebot) bieten oft eingeschränkten Schutz:
- Nur ein Gerät
- Begrenzte Server-Auswahl (oft 1-2)
- Langsamere Geschwindigkeiten aufgrund der Nutzerlast
Die weitaus größere Gefahr geht von nicht-subventionierten, undurchsichtigen Diensten aus. Ihre Geschäftsmodelle sind alarmierend:
- Daten als Währung: Deine Surfgewohnheiten, Standortdaten und mehr werden gesammelt und an Dritte verkauft.
- Versteckte Malware: Einige Apps sind Trojaner in VPN-Verpackung. Googles eigene Betrugswarnung hat VPN-Apps markiert, die Informationsdiebe, Remote-Access-Trojaner und Banking-Trojaner verbreiten.
- Sicherheitslücken: Ohne finanzielle Mittel werden kritische Sicherheitsupdates oft nicht durchgeführt.
- Fehlender Schutz: Eine kürzliche Untersuchung fand bei rund 800 kostenlosen VPNs „keine Privatsphäre“ – aufgrund mangelhafter Verschlüsselung, irreführender Werbung und ungepatchter Fehler.
Aaron Engel, CISO von ExpressVPN, verweist auf einen konkreten Fall: Ein Anbieter, der eine „No-Logs“-Politik bewarb, wurde gehackt – über 1,2 Terabyte an Nutzerdaten wie IP-Adressen, Passwörter und Browserverlauf wurden offengelegt.
Vertrauenswürdige kostenlose (und günstige) Alternativen
ZDNET testet VPNs regelmäßig. Es gibt nur wenige kostenlose Dienste, die wir empfehlen können. Sie alle werden von zahlenden Kunden subventioniert und haben klare Einschränkungen:
- Proton VPN: Unser Favorit. Unbegrenztes Datenvolumen, aber nur ein Gerät und Server in 10 Ländern.
- Windscribe: Unbegrenzte Geräte, aber ein Datenlimit von 2-10 GB pro Monat und Server in 10 Ländern.
- Hotspot Shield: Schnell, mit 15 GB Datenvolumen monatlich, aber begrenzte Serverauswahl und werbefinanziert.
Für vollständigen Schutz, hohe Geschwindigkeiten und mehr Geräte sind günstige Premium-Dienste oft die bessere Wahl. Hier die Preise pro Monat bei Langzeit-Abos:
- Surfshark: Ab 1,99 $
- Privado VPN: Ab 1,11 $
- Private Internet Access: Ab 2,03 $
Die Wahl eines VPN-Dienstes ist eine Abwägung zwischen Kosten, Komfort und Sicherheit. Bei kostenlosen Angeboten gilt: Hinterfrage immer das Geschäftsmodell. Deine Privatsphäre ist zu wertvoll, um sie einem undurchsichtigen Anbieter anzuvertrauen.