KI-Krise erschüttert Tech-Riesen und Bitcoin
Microsofts KI-Bericht zeigt: Software-Entwickler sind nicht sicher. Die Unsicherheit über KI-Renditen führt zu heftigen Kursstürzen bei Tech-Aktien und Bitcoin, was auch Superfonds trifft.
Datum
10. Februar 2026
Key Takeaways:
- KI bedroht die Software-Branche, die sie erschaffen hat. Microsofts neuer Bericht listet gefährdete Jobs auf – Software-Entwickler fehlen auffällig.
- Investoren zweifeln an KI-Renditen, was zu massiven Kursverlusten bei Tech-Giganten wie Microsoft (-16%) und Atlassian (-70%) führt.
- Bitcoin verliert seine Safe-Haven-Aura und stürzt von 127.000 auf etwa 70.000 US-Dollar ab, getrieben von Liquidierungen und fundamentalen Zweifeln.
- Australische Superfonds sind durch hohe US-Tech-Investments dem Risiko ausgesetzt.
Software als Gefahr für die eigene Schöpfung
Das Timing könnte kaum ungünstiger sein. Gerade als der Tech-Riese Microsoft einen Bericht über Jobs veröffentlichte, die von der KI-Revolution bedroht sind, erlebt die Branche selbst einen massiven Vertrauensverlust. Auffällig: Software-Entwickler tauchen in der Liste der gefährdeten Berufe nicht auf – sind aber auch nicht unter den als sicher geltenden Berufen wie Baggerführer.
Die vergangenen Wochen haben zu einer drastischen Neubewertung der KI-Auswirkungen auf den Sektor geführt, der sie erschuf. Microsoft-Aktien sind trotz solider Quartalszahlen um über 16% eingebrochen. Der gesamte US-Technologiesektor, der die Märkte jahrelang antrieb, hinkt plötzlich hinterher.
Investoren fragen sich, ob sie jemals eine Rendite auf die Abermilliarden sehen werden, die in KI gesteckt werden.
Diese Unsicherheit führt zu heftigen Schwankungen an der Wall Street und erfasst sogar Märkte wie Australien sowie Edelmetalle. Die Volatilität hat auch Bitcoin erreicht, der sich zunehmend in ein reines Spekulationsinstrument verwandelt.
Claude lässt den Groschen fallen
Schuld an der plötzlichen Ernüchterung ist für viele Claude, die KI-Plattform von Anthropic. Sie hat Investoren vor Augen geführt, was die Zukunft bringen könnte: KI kann in Sekunden Software schreiben, die früher Armeen von Entwicklern beschäftigte.
Die Folgen sind enorm:
- KI öffnet die Tür für neue Konkurrenz und untergräbt die Margen der Tech-Giganten.
- Die gleichen KI-Tools können von Normalverbrauchern genutzt werden.
Unternehmen wie Atlassian spüren den Druck bereits. Die Aktie ist von 322 auf unter 95 US-Dollar gefallen – ein Minus von über 70%. Gründer Mike Cannon-Brookes' Vermögen schrumpfte laut Berichten um 19 Milliarden Dollar.
Trotz der Warnsignale geben die Tech-Konzerne im KI-Wettlauf weiter Vollgas. Sie planen, in diesem Jahr weitere 650 Milliarden US-Dollar auszugeben. Die Botschaft: Einer oder zwei mögen siegen, mehrere könnten untergehen.
Superfonds in der KI-Falle
Die wachsende Besorgnis der Investoren ist noch nicht überall angekommen. Der Dow Jones erreichte letzte Woche ein Rekordhoch. Der technologie-lastige Nasdaq erholte sich nach wilden Schwankungen – hinkt aber traditionellen Industrie- und Finanzwerten hinterher.
Das hat direkte Auswirkungen auf Australien. Wie viele große Investoren haben auch die australischen Superfonds auf den US-AI-Boom gesetzt, um ihre starke Fokussierung auf heimische Aktien auszugleichen.
Jetzt stehen sie vor einem doppelten Problem:
- Die Tech-Wette sieht angeschlagen aus.
- Ein um fast 10% gestiegener Australischer Dollar drückt auf die Renditen.
Die einst als unbesiegbar geltenden „Magnificent 7“ Tech-Giganten haben ihren Schwung verloren. Die Strategie der Superfonds beginnt sich aufzulösen.
Bitcoin: Vom Safe Haven zum Spekulationsobjekt
Während die Tech-Branche zittert, steckt auch Bitcoin in der Krise. Nach einem Absturz von seinem Oktober-Hoch bei 127.000 US-Dollar auf etwa 70.000 US-Dollar herrscht Ratlosigkeit. Allein letzte Donnerstagnacht wurden Positionen im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar liquidiert.
Die Gründe sind unklar:
- Manche machen Hedging-Aktivitäten von BlackRock verantwortlich.
- Andere vermuten gezwungene Verkäufe von Investoren, die sich für ihren Bitcoin-Kauf verschuldet haben.
Wahrscheinlicher ist, dass den Haltern eine fundamentale Wahrheit klar wird: Der Treibstoff für weitere Kurssteigerungen ist aufgebraucht.
- Donald Trumps kryptofreundliche Politik hat ihren Effekt verloren.
- Der Ruf als Wertspeicher ist beschädigt.
- Die Nutzung als legales Zahlungsmittel ist verschwindend gering.
- Die aufkommende Quantencomputer-Technologie bedroht die Sicherheit der Blockchain.
Bitcoin hat sich als hochspekulatives und volatiles Asset in Portfolios etabliert. Ein weiterer Sturz – manche sprechen von 10.000 US-Dollar – könnte eine neue Ansteckungsgefahr für bereits angeschlagene globale Aktienmärkte bedeuten. Genau das, was niemand jetzt braucht.