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KI-Boom stößt auf breite Ablehnung: Warum die Öffentlichkeit

Während Tech-Giganten wie Nvidia und OpenAI die KI-Revolution feiern, zeigen Umfragen massive Ängste und Gleichgültigkeit. Die Kluft zwischen Hype und Realität wird größer.

Datum

22. Februar 2026

KI-Boom stößt auf breite Ablehnung: Warum die Öffentlichkeit

KI-Visionäre versprechen eine neue Ära, doch die Bevölkerung reagiert mit Angst, Gleichgültigkeit oder offener Ablehnung. Während die Börsenwerte explodieren, stagniert die Akzeptanz. Die Kluft zwischen Tech-Hype und öffentlicher Wahrnehmung ist so groß wie nie zuvor.

Silicon-Valley-Executives wie Sam Altman (OpenAI) preisen Künstliche Intelligenz als die neue Elektrizität an – größer als das Feuer. Doch dieses Mal ist die Öffentlichkeit nicht überzeugt. Im Gegenteil: Eine YouGov-Umfrage aus dem letzten Jahr ergab, dass mehr als ein Drittel der Befragten befürchtet, KI könne das menschliche Leben auf der Erde beenden.

Die Kluft zwischen Hype und Realität

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

  • 80% der Unternehmen berichten laut einer Studie des National Bureau of Economic Research, dass KI bisher keine Auswirkungen auf ihre Produktivität oder Beschäftigung habe.
  • Die Adoption in Unternehmen ist laut Gallup stagniert: Ende 2025 nutzten 38% der Arbeitnehmer KI am Arbeitsplatz – keine Steigerung zum Vorquartal.
  • In einer Pew-Umfrage 2025 wünschten sich 61% der Befragten mehr Kontrolle darüber, wie KI in ihrem eigenen Leben eingesetzt wird.

Selten habe es einen Boom mit einer derart aktiven Feindseligkeit gegeben, sagt William Quinn, Co-Autor von „Boom and Bust“. „Menschen finden neue Technologie normalerweise aufregend. KI ist bemerkenswert, vielleicht einzigartig, für den Mangel an Enthusiasmus.“

Die „Doomer“-Narrative und der Kampf um die Akzeptanz

Die Kritik kommt nicht nur von außen. Jensen Huang, CEO von Nvidia, beklagt „sehr respektierte Menschen“, die ein „Doomer-Narrativ“ malten und damit „viel Schaden“ anrichteten. Er sieht eine „Schlacht der Narrative“, die aktuell von den Kritikern gewonnen werde.

Doch die düsteren Prognosen kommen auch aus den eigenen Reihen:

  • Bill Gates antwortete auf die Frage, ob Menschen noch gebraucht würden, mit: „Nicht für die meisten Dinge.“
  • Mrinank Sharma, ehemals Leiter des Safeguards-Teams bei Anthropic, kündigte, um Gedichte zu schreiben, und warnte, die Welt sei „in Gefahr“.

Diese internen Zweifel nähren die öffentliche Skepsis. Satya Nadella, CEO von Microsoft, erkennt das Problem: Die Technologie müsse als hilfreich wahrgenommen werden, sonst verliere sie die „soziale Erlaubnis“ für ihren enormen Ressourcenhunger.

Ein Boom der Booms – getrieben von Massenpsychologie?

Finanzhistoriker Quinn stellt fest, dass Spekulationsblasen heute schneller aufeinanderfolgen: Dot-Com, Immobilien, Krypto und jetzt KI. „Sehr mobile Finanzierung, ein dereguliertes Finanzsystem und schneller technologischer Wandel machen es einfach für normale Leute zu spekulieren.“

Andrew Odlyzko, Experte für Anlegermanien, argumentiert, dass der Diskurs über das Ende des KI-Booms zu sehr auf veralteten Vorstellungen von Blasen beruhe. Sein Blick auf Kryptowährungen ist aufschlussreich:

  • Nach 15 Jahren gebe es kaum noch den Anschein, dass Krypto über Spekulation hinaus Wert habe.
  • Dennoch halten sich die Preise langfristig, getrieben allein vom Glauben der Investoren.

„Da unsere Gesellschaft komplexer und reicher wird, verliert sie den Kontakt zur Realität“, so Odlyzko. „Massenpsychologie ist jetzt weit wichtiger als Technologie oder Wirtschaft.“ KI müsse die Menschheit nicht verändern – die Tech-Firmen müssten die Menschen nur davon überzeugen, dass sie erfolgreich sei.

Warum dieser Boom anders ist

Vergangene Booms wie der Dot-Com-Hype oder der Goldrausch boten zumindest die Illusion öffentlicher Teilhabe. KI hingegen ist für die meisten Menschen etwas, das ihnen aufgezwungen wird – beginnend mit E-Mail und Browser.

Hinzu kommt eine tiefsitzende Technologie-Angst. Eine Umfrage unter Wählern im Silicon Valley 2024 ergab, dass drei Viertel die Macht der Tech-Giganten als zu groß empfinden.

Robert Thomas, ein pensionierter Psychologe aus der Bay Area, bringt das Gefühl vieler auf den Punkt: „Immer mehr wird mein Leben teilweise von einem elektronischen Gerät kontrolliert.“ Schlimmer noch: „Ich beziehe mich kaum noch auf Menschen.“

Ironischerweise sieht OpenAI-Chef Altman genau darin eine Tugend: „Ich vermute, dass man in ein paar Jahren zu fast jedem Thema die interessanteste, vielleicht einfühlsamste Unterhaltung mit einer KI führen kann.“

Die Zukunft: Ein Weg in zwei Richtungen

Die Tech-Konzerne setzen alles auf den KI-Erfolg. Doch der Widerstand wächst – von besorgten Bürgern bis hin zu Gemeinden, die sich gegen laute, ressourcenfressende Rechenzentren wehren.

Die KI-Unternehmen scheinen das Akzeptanzproblem zu erkennen. Die defensiven oder schlicht seltsamen KI-Werbespots im Super Bowl 2026 waren ein deutliches Signal.

Die Zukunft der KI könnte in jede Richtung gehen. Sie könnte ihr utopisches Versprechen einlösen oder in der Massenpsychologie und öffentlichen Ablehnung stecken bleiben. Eines ist sicher: Der Weg zur Akzeptanz ist steiniger, als sich die Visionäre in Silicon Valley das je vorgestellt haben.

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