Heroku in der Krise: Salesforce stoppt Enterprise-Verkäufe
Die einstige Ikone der Cloud-Entwicklung wird in den Wartungsmodus versetzt. Die Entwickler-Community reagiert mit Bestürzung und sucht nach Alternativen.
Datum
7. Februar 2026

Key Takeaways:
- Salesforce stellt den Verkauf neuer Heroku-Enterprise-Abonnements ein.
- Bestehende Upgrades werden stark eingeschränkt, die Plattform geht in den Wartungsmodus.
- Die Entwickler-Community reagiert mit Bestürzung und Nostalgie auf das Ende einer Ära.
- Viele Nutzer suchen aktiv nach Alternativen und Migrationspfaden.
Das Ende einer Ära für Cloud-Pioniere
Die Nachricht schlug in der Tech-Welt ein wie eine Bombe: Salesforce, der Mutterkonzern der einst revolutionären Platform-as-a-Service (PaaS) Heroku, stellt den Verkauf neuer Enterprise-Abonnements ein. Zudem werden Upgrades für bestehende Kunden massiv zurückgefahren. De facto bedeutet dies, dass Heroku in einen reinen Wartungsmodus übergeht – ein langsames Ausbluten für eine Plattform, die einst die Art und Weise, wie Entwickler Anwendungen bereitstellen, grundlegend veränderte.
Die Reaktion in den sozialen Netzwerken und Entwickler-Foren ist eine Mischung aus Trauer, Wut und Resignation. Viele beschreiben Heroku nicht nur als Tool, sondern als fundamentalen Enabler für Startups und Einzelentwickler in den 2010er Jahren.
Community-Reaktion: Nostalgie und Alarm
Auf Plattformen wie X (Twitter), Reddit und Mastodon überschlagen sich die Kommentare. Die Stimmung ist eindeutig:
- „End of an era“ und „RIP Heroku“ sind häufige Kommentare.
- Entwickler erinnern sich an die einfache
git push heroku main-Bereitstellung, die komplexe Server-Infrastruktur abstrahierte. - Es herrscht große Sorge um die Zukunft bestehender Projekte und die langfristige Verfügbarkeit.
Besonders in den Subreddits r/webdev, r/ruby und r/rails – letztere beherbergen die Kernzielgruppe der Ruby-on-Rails-Entwickler, für die Heroku lange erste Wahl war – wird hitzig diskutiert. Die Fragen drehen sich vor allem um eines: Wohin jetzt migrieren?
Was bedeutet „Wartungsmodus“ für Nutzer?
Für bestehende Kunden heißt die neue Strategie von Salesforce im Klartext:
- Keine neuen Funktionen oder größeren Updates mehr.
- Kritische Sicherheitsupdates und Fehlerbehebungen werden wahrscheinlich noch eine Zeitlang erfolgen.
- Die Kosten-Nutzen-Rechnung für das Halten von Anwendungen auf der Plattform wird sich für viele verschlechtern.
- Der offizielle Support und die Roadmap sind eingefroren.
Diese Entwicklung ist ein klassisches Beispiel für die „Einstellung durch Vernachlässigung“ (sunsetting by neglect) bei großen Tech-Konzernen. Nach der Übernahme durch Salesforce im Jahr 2010 verlor Heroku nach und nach an strategischer Bedeutung und Innovationskraft.
Die Suche nach Alternativen läuft heiß
Die plötzliche Verunsicherung treibt Tausende Entwickler dazu, aktiv nach neuen Heimatorten für ihre Apps zu suchen. Zu den diskutierten Alternativen gehören:
- Railway.app & Fly.io: Moderne PaaS-/Container-Anbieter, die ähnliche Developer-Experience versprechen.
- Render.com: Ein direkter Konkurrent, der explizit als „Heroku-Alternative“ wirbt.
- AWS Elastic Beanstalk / Google App Engine / Azure App Service: Die Cloud-Riesen bieten verwaltete Dienste, erfordern aber oft mehr Konfiguration.
- Kubernetes-basierte Lösungen (z.B. mit managed K8s): Für komplexere Anwendungen, aber mit steilerer Lernkurve.
Die aktuelle Krise unterstreicht ein fundamentales Risiko in der Tech-Infrastruktur: die Abhängigkeit von einer einzelnen proprietären Plattform. Viele Kommentatoren fordern eine Rückbesinnung auf offenere, portablere Standards.
Fazit: Eine Lektion in Plattform-Risiko
Der Niedergang von Heroku als innovativer Kraft ist mehr als nur eine Unternehmensnachricht. Es ist eine wichtige Lektion für die gesamte Krypto- und Tech-Industrie über die Langzeitrisiken von Vendor-Lock-in. Während die Community Abschied nimmt, entsteht gleichzeitig ein neuer Markt für dezentralere, resilientere Bereitstellungslösungen. Die Frage, die bleibt, ist: Wer wird das Vermächtnis von Heroku – die Demokratisierung der App-Bereitstellung – in der nächsten Ära der Cloud weiterführen?