Fed will Debanking stoppen: Neue Regeln schützen Krypto-Firmen
Die US-Notenbank will Banken daran hindern, Kunden aus politischen Gründen oder wegen ihrer Krypto-Aktivitäten zu kündigen. Ein neuer Vorschlag soll Diskriminierung gesetzlich verbieten.
Datum
25. Februar 2026

Key Takeaways:
- Die US-Notenbank (Fed) schlägt eine Regel vor, die Debanking – das Kündigen von Konten aus politischen Gründen oder wegen Krypto-Aktivitäten – verbieten soll.
- Der Vorschlag würde es Aufsichtsbehörden untersagen, Banken unter Verweis auf Reputationsrisiken zum Beenden von Kundenbeziehungen zu drängen.
- Die Regel soll auch explizit für zugelassene Stablecoin-Emittenten gelten und könnte Krypto-Firmen den Zugang zum Bankensystem erleichtern.
Fed will gesetzliches Verbot von politischem Debanking
Die US-Notenbank (Federal Reserve) hat einen Vorschlag vorgelegt, der Banken daran hindern soll, Kundenkonten aus politischen Gründen oder wegen ihrer Beteiligung an gesetzlich erlaubten, aber unbeliebten Geschäften – wie Kryptowährungen – zu kündigen. Die Regel soll das sogenannte Debanking gesetzlich verbieten.
„Wir haben besorgniserregende Fälle von Debanking gehört – bei denen Aufseher Bedenken hinsichtlich des Reputationsrisikos nutzen, um Finanzinstitute unter Druck zu setzen, Kunden aufgrund ihrer politischen Ansichten, religiösen Überzeugungen oder ihrer Beteiligung an unbeliebten, aber gesetzlichen Geschäften zu kündigen“, sagte Vizepräsidentin für Bankenaufsicht, Michelle W. Bowman.
Sie betonte, dass Diskriminierung aus diesen Gründen rechtswidrig sei und keinen Platz im Aufsichtsrahmen der Fed habe.
Reaktion auf bekannte Debanking-Fälle
Der Vorstoß der Fed kommt nur Tage, nachdem JPMorgan Chase in einer Gerichtsverhandlung erstmals öffentlich zugab, im Februar 2021 mehr als 50 Konten von Donald Trump und der Trump Organization geschlossen zu haben. Die Bank nannte keinen konkreten Grund für die Kündigungen.
Das Problem des Debanking ist im Kryptobereich gut dokumentiert:
- Im November 2025 machte Jack Mallers, CEO des Zahlungsunternehmens Strike, öffentlich, dass JPMorgan alle seine Konten ohne Angabe von Gründen geschlossen habe.
- Die Kryptoindustrie hat seit Jahren über willkürliche Kontoschließungen und den erschwerten Zugang zu Bankdienstleistungen geklagt.
Regel würde bestehende Praxis festschreiben
Die geplante Regelung würde eine bereits angekündigte Änderung der Aufsichtspraxis gesetzlich verankern:
- Die OCC (Office of the Comptroller of the Currency) hatte Reputationsrisiken bereits im letzten Jahr aus ihren Prüfungen gestrichen.
- Die Fed selbst hatte im Juli 2025 angekündigt, dass dieses Kriterium nicht mehr Teil ihrer Bankenprüfungen sein werde.
Der neue Vorschlag würde diese Änderung nun dauerhaft im Regelwerk festschreiben. Ein internes Memo der Fed an den Aufsichtsrat stellt klar, dass die Behörde Banken weder „ermutigen“ noch „zwingen“ darf, Dienstleistungen für Kunden mit „politisch unbeliebten, aber gesetzlichen Geschäftsaktivitäten“ zu verweigern.
Direkte Auswirkungen auf die Krypto-Branche
Besonders bedeutsam für die Kryptowirtschaft ist ein spezifischer Passus im Vorschlag: Die Fed beabsichtigt, „zugelassene Stablecoin-Emittenten“ in die Definition der geschützten Bankorganisationen aufzunehmen, sobald separate Regelungen für Stablecoins abgeschlossen sind.
Diese Klarstellung könnte die Tür für kryptonative Unternehmen öffnen, die seit langem um einen zuverlässigen Zugang zum traditionellen Bankensystem kämpfen. Die explizite Erwähnung zeigt, dass die Aufseher die besonderen Herausforderungen der Branche anerkennen.
Nächste Schritte:
- Der Vorschlag liegt nun für 60 Tage zur öffentlichen Kommentierung aus (bis ca. 24. April 2026).
- Die Fed wird die eingereichten Stellungnahmen prüfen, bevor eine endgültige Regel verabschiedet wird.
Die Initiative markiert einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen willkürliche Finanzausschlüsse und könnte die lang ersehnte Rechtssicherheit für Krypto-Unternehmen in den USA schaffen.