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Ex-Bürgermeister Adams: NYC Token stürzt nach Launch um 75% ab

Der von Eric Adams beworbene Meme-Coin erlebte einen spektakulären Absturz. Experten sehen Anzeichen eines 'Rug Pulls', während Adams jegliches Fehlverhalten bestreitet.

Datum

17. Januar 2026

Ex-Bürgermeister Adams: NYC Token stürzt nach Launch um 75% ab

Key Takeaways:

  • Der von Ex-Bürgermeister Eric Adams beworbene NYC Token stürzte kurz nach dem Launch um fast 75% ab.
  • Eine Analyse deutet auf einen möglichen 'Rug Pull' hin, bei dem Insider 2,5 Millionen Dollar abzogen.
  • Adams bestreitet jegliches Fehlverhalten und profitiert zu haben. Seine Partner bleiben größtenteils im Dunkeln.
  • Das Projekt soll Antisemitismus und 'Anti-Amerikanismus' bekämpfen, doch der konkrete Nutzen ist vage.

Spektakulärer Absturz nach politischem Hype

Frisch zurück von Auslandsreisen präsentierte sich der ehemalige New Yorker Bürgermeister Eric Adams diese Woche als Krypto-Unternehmer. Sein erstes Projekt als Privatmann: der NYC Token, eine Kryptowährung, die laut Adams Antisemitismus und „Anti-Amerikanismus“ bekämpfen soll. „Wir werden das Spiel verändern“, versprach er bei der Vorstellung in Times Square.

Doch der Hype war kurzlebig. Innerhalb von Minuten nach dem Launch erreichte der Token eine Bewertung von fast 600 Millionen Dollar, nur um dann in einen freien Fall zu stürzen. Bis zum Abend hatte er 75% seines Wertes verloren. Laut der Analysefirma Bubblemaps zog ein mit der Erstellung des Tokens verbundenes Konto kurz nach dem Start 2,5 Millionen Dollar ab – ein klassisches Warnsignal.

„Wie viele neu gestartete digitale Assets erlebte der NYC Token Marktvolatilität“, sagte Adams' Sprecher und betonte Transparenz.

Die Debatte: Unglück oder geplanter 'Rug Pull'?

In der Krypto-Community entbrannte sofort die Debatte: Handelte es sich um einen absichtlichen 'Rug Pull', bei dem Insider den Token pushen und dann ihre Anteile abstoßen, um ahnungslose Investoren sitzen zu lassen? Oder waren Adams und sein unerfahrenes Team selbst die Opfer von skrupellosen Profis, die einen schlampigen Launch ausnutzten?

  • Rug-Pull-Indizien: Der massive, zeitnahe Abzug von Geldern durch ein Creator-Konto.
  • Adams' Verteidigung: Er bestreitet, von dem Token profitiert oder Investorengelder bewegt zu haben, und spricht von normaler Volatilität.

Die Kontroverse versetzt Adams in einen vertrauten Modus: Schadensbegrenzung, Leugnung von Fehlverhalten und Angriffe auf die Presse.

Wer steckt hinter dem NYC Token?

Trotz Beteuerungen von Transparenz hat Adams seine Partner nicht offengelegt. Recherchen der Associated Press und von Business Insider bringen jedoch zwei Schlüsselfiguren ans Licht:

  • Frank Carone: Adams' ehemaliger Chefberater und Anwalt, eng in den Launch involviert.
  • Yosef Sefi Zvieli: Ein israelischer Immobilieninvestor und ehemaliger Klient von Carone. Er besaß einst ein heruntergekommenes Studentenwohnheim in Brooklyn, das später mit Carones Hilfe zu einem städtisch finanzierten Obdachlosenheim wurde.

Beide Männer haben laut Berichten keine direkte Krypto-Erfahrung. Adams suchte nach dem Debakel Rat bei Brock Pierce, einem milliardenschweren Krypto-Investor und ehemaligen Kinderstar. Pierce räumte ein, dass ein kompetenteres Team den Launch hätte durchführen sollen.

Das Problem mit politischen Meme-Coins

Experten weisen darauf hin, dass von Politikern promotete Coins besonders anfällig für unseriöse Praktiken sind. Die Geschichte gibt ihnen recht:

  • Javier Milei (Argentinien): Steht wegen Betrugsvorwürfen im Zusammenhang mit Krypto-Promotionen unter Druck.
  • Donald & Melania Trump: Deren Coins erlebten ebenfalls extreme Kursschwankungen nach dem Launch.

Der NYC Token zog nur etwa 4.000 Investoren an. Die Analyse von Bubblemaps zeigt, dass rund 80% der Konten in einem 20-Minuten-Fenster vor Adams' offizieller Ankündigung, aber nach Handelsstart kauften – ein klarer Vorteil für Insider und aufmerksame Trader.

Nicolas Vaiman von Bubblemaps kommentiert: „Politische Coins werden rein von Aufmerksamkeit getrieben. Die Community weiß, dass der Hype direkt nach dem Launch am größten ist. Man will nicht langfristig dabei bleiben, besonders bei so vagen Versprechen.“

Vage Versprechen und ungewisse Zukunft

Die Website des Tokens verspricht, dass ein „Teil der Erlöse“ für drei Zwecke verwendet wird:

  • Aufklärungskampagnen gegen Antisemitismus und Anti-Amerikanismus.
  • Krypto-Bildung für Jugendliche in New York.
  • Ein Stipendienprogramm.

Konkretisiert wird nicht, welche Organisationen unterstützt werden oder wie hoch der prozentuale Anteil der Erlöse ist. Diese Unschärfe trägt zur Skepsis bei.

Adams erklärt den Anschein von Geldabflüssen mit technischen Anpassungen durch den Designated Market Maker FalconX, der für Liquidität sorgt. Das Unternehmen äußerte sich nicht öffentlich.

Die Bilanz für Investoren ist verheerend: Die Mehrheit der Konten hat laut Bubblemaps Geld verloren. 15 Trader büßten mindestens 100.000 Dollar ein, während 10 etwa den gleichen Betrag gewannen.

Benjamin Cowen von Into the Cryptoverse fasst zusammen: „Es könnte ein legitimes Projekt mit einem wirklich schlechten Rollout sein. Aber die Art des Launches hat nicht viel Vertrauen geschaffen. In der Krypto-Community ist es schwer, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.“

Das Schicksal des NYC Token ist ungewiss. Während Brock Pierce noch auf eine Rettung hofft, hat das Projekt seinen ersten und entscheidenden Vertrauensvorschuss bereits verspielt.

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