Ethereum erreicht laut On-Chain-Analyse historischen Kaufbereich
Der MVRV-Ratio fiel unter 1,0 – ein Signal, das in früheren Zyklen langfristige Bodenbildungen markierte. Analysten sehen Parallelen.
Veröffentlicht
21. März 2026

Ethereum hat einen Bereich erreicht, den On-Chain-Analysten mit langfristigen Marktböden assoziieren. Der Kurs der zweitgrößten Kryptowährung fiel kürzlich unter seinen sogenannten Realisierten Preis – den durchschnittlichen Einstandspreis aller Coins in der Kette. Diese Schwelle wurde zuletzt vor zwei Jahren unterschritten.
MVRV-Ratio signalisiert „Fair Value“
Der bekannte Analyst Ali Martinez wies auf X darauf hin, dass der MVRV-Ratio von Ethereum in den Bereich von 0,8 bis 1,0 gefallen sei. Diese Kennzahl vergleicht den Marktpreis mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten der Investoren. Ein Wert unter 1,0 bedeutet, dass der Marktpreis unter dem aggregierten Einstandspreis liegt – die Mehrheit der Halter realisiert derzeit Verluste.
„Ethereum hat eine generationenübergreifende 'Kaufzone' betreten“, schreibt Martinez. „Historisch war dieses 'Fair Value'-Reset der Vorläufer massiver struktureller Haussen.“
Seine Analyse verweist auf historische Rallyes von bis zu 5.390%, die nach solchen MVRV-Tiefständen folgten. Die implizite Botschaft: Für Anleger mit einem Zeithorizont von 12 bis 24 Monaten könnte sich ein Akkumulationsfenster öffnen.
Daten von Glassnode untermauern die These
Die Analyseplattform Glassnode meldete vergangene Woche ein ähnliches Signal, allerdings in nüchterneren Worten. Das Unternehmen stellte fest, dass ETH unter seinen Realisierten Preis von 2.058 US-Dollar gefallen sei und der MVRV bei 0,93 liege – was einem durchschnittlichen unrealisierten Verlust von etwa 7% entspricht.
Diese Zahlen schärfen das Bild. Sie deuten auf eine Phase hin, in der spekulative Überhitzung weitgehend abgebaut ist. In überhitzten Märkten schießt der MVRV-Ratio oft auf Werte weit über 2,0 oder 3,0, was extreme Gewinnmitnahmen und Distributionsrisiken signalisiert. Der aktuelle Bereich unter 1,0 tritt typischerweise auf, wenn die Stimmung gedämpft ist und schwache Hände bereits verkauft haben.
Kurzfristige Volatilität bleibt wahrscheinlich
Die historische Korrelation ist kein Garant für eine sofortige Trendwende. Kurzfristig kann die Volatilität hoch bleiben. Zum Zeitpunkt der Analyse hatte sich ETH bereits wieder auf 2.139 US-Dollar erholt und damit über den Realisierten Preis zurückgekämpft. Die technische Chartanalyse zeigt nun den Widerstand bei der 0,382-Fibonacci-Retracement-Marke als nächste Hürde.
Für strategisch orientierte Anleger, die fundamentale On-Chain-Daten nutzen, markiert die aktuelle Konstellation jedoch einen beobachtungswürdigen Bereich. Die Metrik dient weniger als exakter Timing-Indikator, sondern eher als Hinweis auf ein verändertes Risiko-Rendite-Profil über einen mehrjährigen Zyklus.
Für Anleger im DACH-Raum bleibt bei längerfristigen Investments die steuerliche Behandlung relevant: Haltefristen und die Jahresfreigrenze von 600 Euro für private Veräußerungsgeschäfte (§ 22 EStG) sollten in die Planung einbezogen werden.