Ethereum vor Richtungsentscheid: Drei Szenarien bis 2026
Das Glamsterdam-Upgrade könnte ETH über 4.000 Dollar treiben – ein Ausblick mit bullischen, neutralen und bärischen Pfaden.
Veröffentlicht
27. Mai 2026

Ethereum hält sich über der Marke von 2.000 Dollar – doch der Druck bleibt. Seit dem Jahreswechsel hat sich die zweitgrößte Kryptowährung kaum erholt und notiert aktuell bei rund 2.134 Dollar. Ein neuer Report des Marktexperten Sam Daodu skizziert nun drei mögliche Pfade für ETH bis Ende 2026. Entscheidend ist dabei ein einziges Ereignis: das Glamsterdam-Upgrade, das die Netzwerkkapazität fundamental verändern könnte.
Die Ausgangslage: Konsolidierung unter Druck
Ethereum startete das Jahr 2026 bei etwa 3.100 Dollar, fiel dann im Februar auf ein Mehrjahrestief von 1.743 Dollar – den schwächsten Stand seit Anfang 2023. Seither pendelt der Kurs zwischen 2.000 und 2.400 Dollar. Das deutet eher auf eine Seitwärtsbewegung hin als auf eine klare Erholung. Eine echte Trendwende zeichnet sich bisher nicht ab.
Das Glamsterdam-Upgrade als Game-Changer
Im Zentrum aller Szenarien steht der Glamsterdam-Upgrade, der laut Daodu im Juni 2026 auf den Plan treten soll. Die geplanten technischen Änderungen sind beeindruckend: Die Gasgebühren sollen um 78,6 Prozent sinken, die Transaktionsdurchsatzrate auf bis zu 10.000 Transaktionen pro Sekunde steigen. Sollte das Upgrade reibungslos laufen, könnte es den Funken für eine neue Rallye liefern.
Bullisches Szenario: Upgrade als Turbo
Im optimistischsten Fall startet Glamsterdam pünktlich im Juni. Gleichzeitig steigen die Zuflüsse in Ethereum-ETFs, und Bitcoin klettert über 90.000 Dollar. Unter diesen Bedingungen, so Daodu, könnte ETH bereits im dritten Quartal 2026 wieder über 4.000 Dollar klettern und das Jahr zwischen 5.000 und 7.500 Dollar beenden. Das wäre eine Verdopplung gegenüber dem aktuellen Niveau.
Basisszenario: Geduldige Erholung
Im neutralen Fall wird das Upgrade zwar wie geplant ausgerollt, bleibt aber anfangs ohne starke Marktreaktion. Die ETF-Zuflüsse sind positiv, aber moderat, und Bitcoin steigt nur auf etwa 85.000 Dollar – ohne durchschlagenden Risikoappetit. Hier würde ETH im dritten Quartal erst die 3.000-Dollar-Marke zurückerobern und bis Jahresende die 4.000 Dollar testen. Der Schlusskurs läge zwischen 3.000 und 4.200 Dollar.
Bärisches Szenario: Verzögerung und Gegenwind
Die Kehrseite der Medaille: Sollte Glamsterdam entweder auf das letzte Quartal verschoben werden oder mit technischen Fehlern starten, steht ein bärisches Szenario im Raum. Hinzu kommen ein risk-off-Umfeld mit Bitcoin-Kursen unter 70.000 Dollar, ausgelöst durch Inflationsdaten oder restriktive Fed-Politik, sowie wiederkehrende ETF-Abflüsse. In diesem Fall würde ETH die aktuelle Unterstützung verlieren und zurück in Richtung des Februar-Tiefs bei 1.743 Dollar fallen. Das Niveau von 4.000 Dollar wäre dann frühestens 2027 wieder ein Thema.
DACH-Perspektive: Steuerliche Relevanz bei langen Haltedauern
Für Anleger in Deutschland bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung bedeutsam. Wer ETH vor dem Upgrade hält und nach mehr als einem Jahr Haltefrist verkauft, profitiert von der Steuerfreiheit nach § 23 EStG. Ein deutlicher Kursanstieg durch Glamsterdam könnte daher bei langfristigen Investoren besonders attraktiv sein – sofern das Upgrade die Erwartungen erfüllt. Ethereum steht an einem Wendepunkt: Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Technologie den Kurs beflügeln kann oder ob die Konsolidierung noch länger anhält.