Ethereum-Entwickler legen Gas-Limit nach Upgrade auf 200
Nach einem Arbeitstreffen in Svalbard steht die Roadmap für mehr Netzwerkkapazität. Die Ethereum Foundation verkauft parallel 10.000 ETH an Bitmine – der Markt bleibt skeptisch.
Veröffentlicht
5. Mai 2026

Ethereum hat eine der intensivsten Arbeitswochen der letzten Monate hinter sich. Rund 100 Entwickler trafen sich in Longyearbyen auf Svalbard, oberhalb des Polarkreises, um die nächste Phase des Netzwerk-Skalings vorzubereiten. Das Ergebnis: ein klares Ziel für den Gas-Limit nach dem anstehenden Upgrade Glamsterdam – 200 Millionen. Damit soll die Blockchain mehr Transaktionen pro Block verarbeiten können, ohne in severe Engpässe zu geraten.
Parallel dazu sorgte die Ethereum Foundation für Bewegung auf dem Markt. Sie verkaufte 10.000 ETH im OTC-Geschäft an Bitmine Immersion Technologies zu einem Durchschnittspreis von 2.292 US-Dollar pro Coin – ein Volumen von rund 23 Millionen US-Dollar. Bitmine, die größte Ethereum-Treasury-Firma, hält damit über 5 Millionen ETH, trotz einer nicht realisierten Verlustposition von mehr als 6 Milliarden US-Dollar.
Was das neue Gas-Limit bedeutet
Das Gas-Limit ist eine der zentralen Stellschrauben für die Leistungsfähigkeit von Ethereum. Es bestimmt, wie viel Rechenleistung pro Block maximal aufgewandt werden kann. Ein Anstieg auf 200 Millionen nach Glamsterdam würde die theoretische Transaktionskapazität deutlich erhöhen – vorausgesetzt, die Infrastruktur hält mit.
Tim Beiko, Forscher bei der Ethereum Foundation, beschrieb die Woche in Svalbard als eine der produktivsten der jüngeren Geschichte. „In ihrer besten Form können Interop-Wochen einen Monat asynchronen Fortschritts in jedem einzelnen Tag komprimieren“, sagte er laut dem Bericht von DL News.
Neben dem Gas-Limit wurden auch externe Implementierungen von Block-Buildern stabilisiert und die Zahlen für die Gas-Neubewertung im Rahmen der EIP-8037 finalisiert. Die Arbeiten zielen darauf ab, Ethereum als globale Finanzinfrastruktur zu festigen – ein Versprechen, das zuletzt unter Druck geraten war.
ETH-Preis: Erholung, aber noch Luft nach oben
Der native Token Ether (ETH) notiert aktuell bei rund 2.377 US-Dollar – mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch von 4.946 US-Dollar im August 2024. Diese Kluft nährt Zweifel, ob technische Fortschritte sich zeitnah in einer nachhaltigen Preiserholung niederschlagen.
Immerhin: Auf Monatssicht legte ETH um 14 Prozent zu. Das deutet darauf hin, dass einige Marktteilnehmer die Skalierungs-Roadmap wieder stärker gewichten. Der Gas-Limit-Zielwert von 200 Millionen könnte dabei als Signal wirken: Ethereum will beweisen, dass es auch bei steigender Nutzung stabil bleibt.
Bitmine kauft weiter – trotz Milliardenverlust
Bitmine, geführt vom bekannten Wall-Street-Bullen Tom Lee, hat seine Position massiv ausgebaut. Allein in dieser Woche kaufte das Unternehmen 101.901 ETH für rund 235 Millionen US-Dollar. Die Gesamtbestände liegen nun bei über 5 Millionen ETH.
Doch der Großteil dieser Coins wurde zu deutlich höheren Kursen erworben. Zum aktuellen Marktpreis ergibt sich ein nicht realisierter Verlust von über 6 Milliarden US-Dollar. Dass Bitmine trotzdem weiter zukauft, spricht für eine langfristige Überzeugung – und zeigt, wie institutionelle Akteure die aktuelle Schwächephase strategisch nutzen.
Ausblick aus DACH-Perspektive
Die Entwicklungen rund um Ethereum bleiben auch für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz relevant. Wer die Haltefrist von einem Jahr nach § 23 EStG bzw. vergleichbaren Regelungen in AT und CH ausnutzt, sollte die steuerliche Einordnung von OTC-Verkäufen der Foundation im Blick behalten. Zudem: Sollte das Gas-Limit nach Glamsterdam tatsächlich steigen, könnte dies die Transaktionskosten senken und Ethereum für DeFi-Anwendungen attraktiver machen – ein Plus für den gesamten Krypto-Standort DACH.