China beschuldigt USA: Krypto-Strafverfolgung dient der
Eine chinesische Cybersicherheitsbehörde wirft Washington vor, Strafverfolgung gegen Kriminelle wie Binance-Gründer CZ nur als Vorwand für die Kontrolle über den globalen Kryptomarkt zu nutzen.
Datum
28. Februar 2026

Key Takeaways:
- Chinas National Computer Virus Emergency Response Center (CVERC) veröffentlicht einen brisanten Bericht.
- Die USA würden Strafverfolgung gegen Kriminelle wie Binance-Gründer CZ als Vorwand nutzen, um die globale Krypto-Hegemonie zu sichern.
- Selbst Donald Trumps Begnadigung von CZ wird als strategischer Schachzug interpretiert.
- Der Bericht blendet unbequeme Fakten wie Chinas eigene Verfolgung von Krypto-Betrügern aus.
Chinas Vorwurf: Strafverfolgung als Machtinstrument
Die chinesische Cybersicherheitsbehörde National Computer Virus Emergency Response Center (CVERC) hat einen neuen Bericht vorgelegt, der die Motive der USA im Kryptobereich scharf angreift. Der Titel: „Top Player: Analysis of Global Virtual Currency Assets Extortion under the U.S. Technological Hegemony.“
Der Kern der Anschuldigung: Washingtons Aktionen gegen Krypto-Unternehmen und -Persönlichkeiten seien keine echten Strafverfolgungsmaßnahmen. Stattdessen dienen sie laut CVERC dem alleinigen Ziel, die US-Hegemonie über Kryptowährungen zu sichern und die dominante Rolle des US-Dollars im Welthandel zu bewahren.
CZ, Trump und die „listige Taktik“
Konkret nennt der Bericht die folgenden Beispiele als angebliche Belege für diese Strategie:
- Die strafrechtliche Verfolgung von Binance-Mitgründer Changpeng Zhao (CZ).
- Die Jagd auf mutmaßliche Betreiber von Cyber-Betrugslagern wie Chen Zhi.
Sogar die umstrittene Begnadigung von CZ durch Ex-Präsident Donald Trump wird als kalkulierter Schachzug dargestellt. CVERC argumentiert, dies sei eine „listige Taktik“ gewesen, um Binance künftig zur Einhaltung US-amerikanischer Gesetze zu zwingen – und so mehr Macht über den globalen Kryptomarkt zu erlangen.
Weitere Vorwürfe: Fiskalische Motive und digitale Kriegsführung
Der Bericht geht noch weiter und unterstellt den USA weitere versteckte Absichten:
- Finanzielle Bereicherung durch hohe Geldstrafen und die Versteigerung beschlagnahmter Kryptowerte.
- Den Aufbau einer strategischen Reserve an virtuellen Währungen, angeblich eine Politik der Trump-Administration.
- Die Nutzung von „gesponserten Cyberangriffen, militarisierten technischen Standards und digitaler kognitiver Kriegsführung“ zur globalen Interessendurchsetzung.
Was der Bericht verschweigt
Die Analyse der chinesischen Behörde lässt jedoch entscheidende Punkte außen vor:
- China selbst hat Chen Zhi ausgeliefert und festgenommen.
- Für andere mit Betrugslagern in Kambodscha in Verbindung stehende Personen wurden sogar Todesstrafen verhängt.
- Die Erlöse aus US-Kryptostrafverfahren machen nur einen winzigen Bruchteil des US-Bundeshaushalts aus.
Am Ende stellt der Bericht Chinas eigene, strikte Haltung – Kryptowährungen sind illegal – der vermeintlichen US-Strategie gegenüber. Er suggeriert, die USA könnten jederzeit und überall extraterritoriale Jurisdiktion ausüben, um Krypto-Vermögen zu beschlagnahmen.
Die komplexere Realität
Die Realität ist, wie so oft, nuancierter. Die USA verfolgen mutmaßliche Krypto-Kriminelle außerhalb ihres Hoheitsgebiets durchaus unter Anwendung etablierter internationaler Verfahren.
Gleichzeitig hat die Trump-Administration die Regulierung für Kryptofirmen gelockert – ein umstrittener Schritt, zumal die Trump-Familie selbst von eigenen Krypto-Unternehmen profitiert hat. Der Bericht der CVERC spiegelt somit weniger eine objektive Analyse wider, sondern vielmehr die geopolitischen Spannungen im Technologie- und Finanzsektor.