Changpeng Zhao wehrt sich gegen Medienvorwürfe zu Vermögen und
Der Binance-Mitgründer kritisiert Forbes-Schätzungen und weist Vorwürfe der Terrorfinanzierung zurück. Die Auseinandersetzung erfolgt vor dem Hintergrund eines laufenden Rechtsstreits.
Veröffentlicht
21. März 2026

Auf dem Blockchain Summit 2026 hat sich Changpeng „CZ“ Zhao, Mitgründer der Kryptobörse Binance, scharf gegen jüngste Medienberichte gewehrt. Er bezeichnete die Berichterstattung über sein Vermögen und angebliche Verbindungen zu iranbezogenen Finanzströmen als auf falschen Prämissen basierend und von pauschaler Krypto-Feindschaft geprägt.
„Einiges, was die Medien heute über mich sagen, ist einfach komplett falsch“, so Zhao in einem Interview. Er kritisierte konkret eine Forbes-Schätzung vom März 2026, die sein Vermögen auf rund 110 Milliarden US-Dollar bezifferte – ein Anstieg von etwa 47 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Auf X kommentierte Zhao trocken: „Die Kryptopreise sind 2026 bereits um mehr als 50% gefallen. Und mein Nettovermögen ist gestiegen? Ich wünschte, sie würden ein wenig gesunden Menschenverstand und grundlegende Logik anwenden.“
Schwere Vorwürfe der Terrorfinanzierung
Weitaus gravierender sind die Vorwürfe des Wall Street Journal. Die Zeitung hatte berichtet, Binance sei in eine interne Untersuchung zu mutmaßlich 1 Milliarde US-Dollar an Transfers verwickelt, die mit iranunterstützten Terrorgruppen in Verbindung stehen sollen. Dazu sagte Zhao: „Das Wall Street Journal behauptet, ich würde irgendwie versuchen, Terrorfinanzierung im Iran zu ermöglichen. Ich habe null Interesse daran. Ich lebe in einem Land, das vom Iran angegriffen wird, richtig?“
Binance reagierte auf den Journal-Bericht am 11. März mit einer Verleumdungsklage. Die Börse wirft dem Blatt vor, falsch dargestellt zu haben, dass die interne Untersuchung eingestellt, den Ergebnissen nicht nachgegangen und Compliance-Mitarbeiter bestraft worden seien. Die Kontroverse zog politische Kreise: Senator Richard Blumenthal leitete eine vorläufige Untersuchung ein und bezog sich in einem Schreiben auf Berichte mehrerer Medien, die von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an iranbezogenen Transfers sprachen – was Binance bestreitet.
Altes Eisen vor neuem Hintergrund
Die Heftigkeit der Auseinandersetzung ist vor dem historischen Hintergrund verständlich. Binance und Zhao stehen seit dem 4,3-Milliarden-Dollar-Vergleich mit US-Behörden Ende 2023 und seinem anschließenden vier-monatigen Gefängnisaufenthalt unter besonderer Beobachtung. Die Vorwürfe betreffen genau die Compliance-Probleme, die damals zu einer der höchsten Strafzahlungen in der Finanzgeschichte führten.
Zhao sieht in der aktuellen Berichterstattung ein Muster: „Sie nutzen komplett falsche, grundlose Informationen“, sagte er auf dem Summit. Seiner Ansicht nach fehle den Medien ein echtes Interesse am Thema: „Sie haben keinen Nutzen davon. Sie generieren keine Handelsgebühren. Also hängen sie sich an etwas Negatives fest. Sie wollen einfach nur angreifen.“
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte der Binance Coin (BNB) bei etwa 643,50 US-Dollar. Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht der Fall erneut die regulatorischen und reputationsbedingten Risiken, die auch große Player im Kryptospace begleiten – ein Faktor, der bei langfristigen Investments stets mitbedacht werden sollte.