Bloomberg-Analyst McGlone warnt vor Bitcoin-Absturz auf 10.000
Der prominente Rohstoffstratege sieht einen „herannahenden Hurrikan“ für Krypto und nennt eine kritische Schwelle, die seine düstere Prognose widerlegen könnte.
Veröffentlicht
7. April 2026

Mike McGlone, ein bekannter Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, gehört zu den prominentesten Bitcoin-Skeptikern. Seine jüngste Warnung ist drastisch: Er hält einen Kursrückgang des digitalen Goldes auf rund 10.000 US-Dollar für eine reale Möglichkeit. Von den aktuellen Niveaus um 70.000 US-Dollar aus wäre das ein Verlust von über 85 Prozent.
McGlones düstere Prognose ist keine isolierte Kursspekulation, sondern eingebettet in eine umfassende Marktanalyse. Sein zentrales Argument: Die „größte Geldflut der Geschichte“, die Pandemie-Liquidität, dreht sich um. In diesem Umfeld seien alle Risikoaktiven – und damit auch Bitcoin – einer scharfen Korrektur ausgesetzt. Zudem habe Bitcoin durch die Einführung von Spot-ETFs und die Flut neuer, oft spekulativer Kryptowährungen einen Teil seiner einstigen Einzigartigkeit und „Aufregung“ verloren.
Die zwei kritischen Kursmarken
Der Analyst nennt zwei entscheidende Preisniveaus. Das eine ist das pessimistische Ziel von 10.000 US-Dollar, das er als historisch viel gehandelten Preispunkt seit 2017 identifiziert. Das andere ist eine bullische Widerlegungslinie bei 75.000 US-Dollar. „Wenn Bitcoin sich über 75.000 US-Dollar halten kann, wäre meine These widerlegt“, so McGlone. Diese Schwelle wurde im April kurz getestet, aber nicht nachhaltig gehalten.
Seine Warnung formuliert er drastisch: „Ich sehe einen herannahenden Hurrikan, und es ist meine Pflicht, dich zu warnen.“ Er fordert Anleger auf, einen möglichen Bärenmarkt nicht zu leugnen, sondern als Teil der aktuellen Marktphase zu akzeptieren.
Verlust der Narrative und Dominanz der Stablecoins
Ein Kernpunkt seiner Kritik ist die zunehmende Finanzialisierung von Bitcoin. Durch ETFs und Optionen sei der Pionier der Kryptowährungen zu sehr in das traditionelle Finanzsystem integriert und verhalte sich zunehmend wie andere Risikoaktiva. Die einstige Narrative eines dekorrelierten, unabhängigen Vermögensspeichers erodiere.
Stattdessen sieht McGlone die nachhaltigste Trendlinie im Krypto-Ökosystem bei den stablecoins. Insbesondere Tether (USDT) könnte sich aus seiner Sicht langfristig zum dominanten digitalen Vermögenswert entwickeln. Diese Einschätzung stellt die Wertproposition von Bitcoin fundamental in Frage und priorisiert Nutzen und Stabilität über spekulative Wertsteigerung.
Einordnung für den DACH-Raum
Solche extremen Prognosen unterstreichen die anhaltende Volatilität und Unsicherheit im Kryptomarkt. Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine solide Risikostrategie essenziell. Steuerlich wäre ein derartiger Verlust zwar als Veräußerungsverlust unter § 23 EStG grundsätzlich berücksichtigungsfähig, bietet aber in der Praxis aufgrund der Verrechnungsbeschränkungen mit anderen Kapitalerträgen nur begrenzten Trost. Die Warnung von McGlone erinnert daran, dass trotz regulatorischer Fortschritte wie der MiCA-Verordnung in der EU die fundamentale Bewertung und die makroökonomische Abhängigkeit von Krypto-Assets kritische Faktoren bleiben.