Bitwise übernimmt Superstates Krypto-Carry-Fonds
Der 259 Millionen Dollar schwere tokenisierte Fonds kombiniert Cash-and-Carry-Trades mit Treasury- und Digital-Asset-Exposure – ein Zeichen für das Wachstum aktiver Strategien.
Veröffentlicht
2. Juni 2026

Bitwise hat die Übernahme des Crypto Carry Fund (USCC) von Superstate abgeschlossen. Der Fonds, der marktneutrale Krypto-Strategien zur Renditeerzielung nutzt, verwaltete zum 29. Mai rund 259 Millionen Dollar und wies eine Rendite von etwa vier Prozent aus. Das Portfolio umfasst Cash Collateral, tokenisierte Staatsanleihen sowie Krypto-Assets wie Staked Solana, EtherFi's wrapped Ether und XRP.
Die Übernahme war im Mai angekündigt worden. Superstate konzentriert sich künftig auf seine Plattform FundOS, während Bitwise die operative Kontrolle über das tokenisierte Vehikel übernimmt. Der USCC-Ticker und die bestehenden Smart Contracts bleiben erhalten.
Tokenisierte aktiv gemanagte Fonds boomen
Der Schritt erfolgt in einer Phase rasanten Wachstums tokenisierter aktiv gemanagter Strategien. Laut Daten von RWA.xyz stieg das verwaltete Vermögen in diesem Segment von rund 449 Millionen Dollar im Juni 2025 auf etwa 1,38 Milliarden Dollar Ende Mai 2026 – ein Plus von mehr als 200 Prozent.
Die größten Produkte dieser Kategorie sind der EU-gehandelte Spiko Amundi Overnight Swap Fund mit rund 428 Millionen Dollar, der Mantle Index Four Fund mit etwa 134 Millionen Dollar und der Sailing Investment Limited Partnership Fund mit rund 105 Millionen Dollar.
Auch traditionelle Asset Manager entdecken den Markt. T. Rowe Price beantragte im März einen aktiv gemanagten Krypto-ETF, der direkt in Bitcoin, Ether, Solana und XRP investieren darf. Goldman Sachs reichte im April einen Bitcoin-Income-ETF ein, der Rendite durch den Verkauf von Optionen auf Spot-Bitcoin-ETPs erzielen soll.
Bitwise wächst weiter
Bitwise, 2017 in San Francisco gegründet, verwaltet insgesamt etwa elf Milliarden Dollar in ETFs, Privatfonds und Staking-Produkten. Die Übernahme des USCC-Fonds stärkt die Position des Unternehmens im wachsenden Segment tokenisierter aktiver Strategien.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die steuerliche Einordnung solcher Fonds relevant: Tokenisierte Produkte mit aktivem Management könnten unter die Investmentsteuergesetzgebung fallen, was je nach Haltefrist und Ertragsart unterschiedliche Konsequenzen hat.