Bitcoin trotz S&P 500-Rekordlauf unter Druck
Die zwei größten Kryptowährungen verlieren knapp drei Prozent in einer Woche, in der der S&P 500 seine längste Gewinnserie seit 2023 feiert. Schuld sind nachlassende ETF-Zuflüsse.
Veröffentlicht
31. Mai 2026

Der S&P 500 hat die neunte Gewinnwoche in Folge erzielt – die längste Serie seit 2023 und ein Lauf, der in den vergangenen vier Jahrzehnten nur ein paar Mal vorkam. Brent-Rohöl notierte zwischenzeitlich nahe 92 Dollar je Barrel, getrieben von Hoffnungen auf eine 60-tägige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump signalisierte Gesprächsbereitschaft, knüpfte eine Einigung aber an harte Bedingungen: Iran müsse sein Atomprogramm aufgeben, angereichertes Uran abliefern und die Straße von Hormuz öffnen.
Doch die Kryptomärkte spielten nicht mit. Bitcoin gab um 2,6 Prozent auf rund 73.445 Dollar nach, Ether um 2,5 Prozent auf gut 2.011 Dollar. Auch Solana verlor 2,2 Prozent, TRON büßte mit 5,6 Prozent den größten Wochenverlust unter den zehn größten Kryptowährungen ein. Dogecoin hielt sich nahezu stabil.
Nachlassende ETF-Zuflüsse als Bremsklotz
Der Rückgang fiel zeitlich mit einer spürbaren Abkühlung der Zuflüsse in die US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen. Analysten hatten bereits in der Vorwoche darauf hingewiesen, dass sich das Akkumulationstempo signifikant verlangsamt habe – der Mai brachte sogar Nettoabflüsse. Selbst die verbesserte makroökonomische Stimmung konnte diesen Gegenwind nicht kompensieren.
Ausreißer nach oben gab es am unteren Ende der Rangliste: Der Token HYPE von Hyperliquid schoss um 19,4 Prozent auf 65 Dollar nach oben. Hintergrund ist ein öffentliches Lob des Chefs der Intercontinental Exchange (ICE), Jeffrey Sprecher, der die dezentrale Perpetuals-Plattform auf einer Bernstein-Konferenz als „größer als die NASDAQ“ bezeichnete und erklärte, die Gründer getroffen zu haben. Auch BNB legte leicht um 1,9 Prozent zu, XRP gewann 0,7 Prozent.
Fragiler Iran-Deal als Risikofaktor
Die Rallye an den traditionellen Märkten steht auf wackligen Beinen. Eine Einigung mit dem Iran ist keinesfalls sicher: Trumps wiederholte rote Linien liegen weit über dem, was Teheran öffentlich zu akzeptieren bereit wäre. Ein einziger negativer Schlagzeilen könnte die gesamte Erholung zunichtemachen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant – insbesondere, falls die volatilen Phasen zu kurzfristigen Veräußerungen führen, die unter die Spekulationsfrist von einem Jahr fallen.