Trump-Äußerung treibt Bitcoin: US-Iran-Deal rückt näher
Nach Trumps Ankündigung einer möglichen Einigung innerhalb weniger Tage steigt Bitcoin auf rund 62.350 Dollar. Ein erfolgreicher Deal könnte den Weg zu 65.000 Dollar ebnen.
Veröffentlicht
11. Juni 2026

Ein möglicher Durchbruch in den US-iranischen Verhandlungen hat den Bitcoin-Kurs am Montag nach oben getrieben. Die älteste und größte Kryptowährung notierte zuletzt bei rund 62.350 Dollar nachdem sie zuvor auf Tiefststände nahe 59.500 Dollar gefallen war. US-Präsident Donald Trump erklärte, eine Einigung mit Teheran könnte „innerhalb von zwei oder drei Tagen“ unterzeichnet werden.
Trumps Optimismus – und die Skepsis der Märkte
„Wir sind sehr nah dran“, sagte Trump am Montag und sprach von einem „sehr starken Deal“. Es gebe keine größeren Hürden mehr. Bemerkenswert war die zeitgleiche Warnung an Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu: Sollte Israel seine Militäraktionen fortsetzen, drohe ein Rückzug der US-Unterstützung. Trump schrieb auf Truth Social, Iran und Israel strebten einen sofortigen Waffenstillstand an, während die Friedensgespräche vorankämen.
Doch die Märkte bleiben vorsichtig. Trump hat bereits mehrfach einen kurz bevorstehenden Durchbruch in Aussicht gestellt, ohne dass tatsächlich eine Vereinbarung zustande kam. Auch die Kernfragen sind weiter ungelöst – von Sanktionen über Nukleargrenzen bis hin zu langfristigen Sicherheitsgarantien. Reuters berichtete, dass frühere Gespräche an Themen wie eingefrorenen Vermögenswerten und der Zukunft der Schifffahrt durch die Straße von Hormus gescheitert seien.
Ölpreis als Gradmesser für Bitcoin
Die Verbindung zum Bitcoin ist indirekt, aber wirkmächtig: Ein Durchbruch in den Verhandlungen würde nicht nur die geopolitische Lage entspannen, sondern dürfte auch den Ölpreis drücken. Dieser fiel am Dienstag bereits merklich: Brent-Rohöl notierte bei 92,60 Dollar pro Barrel, US West Texas Intermediate bei 89,10 Dollar. Grund war die gegenseitige Einstellung der Angriffe zwischen Iran und Israel.
Sollte der Deal tatsächlich zustande kommen, könnte Bitcoin zunächst auf 65.000 Dollar steigen, bei stärkerer Kauflaune sogar auf 70.000 Dollar und mehr, berichten Händler. Die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Druckpunkt – sie bewältigt einen großen Teil des globalen Öl- und Gasflusses. Ein Nachlassen der Spannungen dort könnte die Risikobereitschaft an den Märkten spürbar erhöhen.
Warten auf die Unterschrift
Analysten mahnen zur Zurückhaltung. Der Markt hat diese Geschichte schon mehrfach durchgespielt: Jede neue Hoffnungsrunde wurde von neuen Warnungen abgelöst. Für Bitcoin bedeutet das einen schmalen Pfad – die Kursgewinne der vergangenen Stunden sind zunächst nur ein Vorgeschmack. Was wirklich zählt, ist die Unterschrift unter einem Vertrag, nicht ein weiteres Versprechen, dass die Gespräche kurz vor dem Abschluss stünden.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant. Sollten die Kurse nachhaltig steigen, könnten sich für Privatanleger mit langfristigen Haltepositionen (§ 23 EStG, ein Jahr Haltefrist) Steuerbefreiungen realisieren lassen – vorausgesetzt, der Verkauf erfolgt nicht innerhalb der Spekulationsfrist.