Bitcoin und US-Dollar-Stablecoins: Symbiose statt Konkurrenz
Ein US-Think-Tank argumentiert, dass Bitcoin die Hegemonie des Dollars stärkt. China bekämpft die Technologie dennoch, um sein eigenes digitales Yuan-Projekt zu schützen.
Veröffentlicht
6. April 2026

Die größten Bitcoin-Handelspaare sind BTC/USD oder Paare mit dem Dollar-Stablecoin USDT. Diese Dominanz schafft eine unerwartete Allianz, argumentiert Sam Lyman, Forschungsleiter des Bitcoin Policy Institute (BPI) in Washington D.C. Seiner Analyse nach stärkt Bitcoin die globale Position des US-Dollars, anstatt sie zu untergraben.
„Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen BTC und dem Dollarsystem, weil BTC am häufigsten in Dollar gehandelt wird. Diese Dinge verstärken sich also gegenseitig“, so Lyman. Dies stehe im Widerspruch zum verbreiteten Narrativ, Bitcoin könne den Dollar schwächen.
Lyman zieht einen Vergleich zum Petrodollar-System: So wie der globale Ölhandel in Dollar abgewickelt wird und so die Nachfrage nach der Währung antreibt, funktioniere dies auch über die primären Bitcoin-Handelspaare. US-Stablecoins wie Tether (USDT), die durch kurzfristige US-Staatsanleihen gedeckt sind, verstärkten diesen Effekt noch.
Chinas Kampf gegen Kapitalflucht
Während die USA von dieser Symbiose profitieren könnten, sieht China in Bitcoin und Stablecoins eine existenzielle Bedrohung. Der Grund liegt in den strikten Kapitalkontrollen, einem Fundament der chinesischen Wirtschaft.
„Die gesamte chinesische Wirtschaft hängt von Kapitalkontrollen ab. China kann Geld im Land halten, indem es seine Elite daran hindert, Geld aus dem Land zu schaffen“, erklärt Lyman. Permissionless-Kryptowährungen untergraben diese Kontrolle. Daher setzt Peking stattdessen auf den vollständig programmierbaren und staatlich kontrollierten digitalen Yuan (e-CNY), eine Central Bank Digital Currency (CBDC).
Regulierung als geopolitischer Hebel
Lyman fordert US-Gesetzgeber auf, die regulatorischen Rahmenbedingungen für Stablecoins – wie den GENIUS Act – zügig und konsequent umzusetzen. Ein klares, sicheres Regelwerk würde die Attraktivität und Stabilität dollar-gebundener Stablecoins erhöhen und so die Hegemonie der US-Währung im digitalen Zeitalter absichern.
Interessanterweise haben Chinas Verbote die Aktivität nicht stoppen können. Chinesische Mining-Pools kontrollieren laut Hashrate Index weiterhin über 36% der globalen Bitcoin-Hashrate. Der Handel mit Stablecoins floriert im Graubereich.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht die Analyse die tiefe Verflechtung traditioneller Finanzsysteme mit der Krypto-Ökonomie. Die steuerliche Behandlung von Gewinnen aus Stablecoin- oder Bitcoin-Handel bleibt dabei nach wie vor nach § 22 EStG zu beachten, wobei die Spekulationsfrist von einem Jahr gilt.