Bitcoin stürzt unter 71.000 US-Dollar: Tech-Rout trifft
Ein Ausverkauf bei globalen Tech-Aktien zieht Bitcoin in den Abwärtssog. Analysten sehen eine breite Risikoaversion und eine schmerzhafte Entschuldung von Positionen.
Datum
6. Februar 2026

Key Takeaways:
- Bitcoin fällt um über 7% und bricht unter die Marke von 71.000 US-Dollar.
- Der Ausverkauf wird von einem globalen Tech-Rout an den Aktienmärkten angetrieben.
- Analysten sehen eine schmerzhafte Entschuldung von Positionen und eine Wende der Stimmung zu "Risiko-aversion".
- Auch Gold und Silber erleben starke Verluste, was die breite Risikoflucht unterstreicht.
Bitcoin hat am Donnerstag einen deutlichen Rücksetzer erlitten und ist unter die psychologisch wichtige Marke von 71.000 US-Dollar gefallen. Der Rückgang von bis zu 7,5% innerhalb von 24 Stunden markiert einen herben Dämpfer für die Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholung nach der Volatilität der Vorwoche.
Die Bewegung folgte scharfen Verlusten an den asiatischen Aktienmärkten, wo sich die Sorgen vor überzogenen Bewertungen und nachlassendem Gewinnschub im Technologiesektor verdichteten.
Tech-Rout an den Börsen zieht Bitcoin mit
Die Schwäche bei Bitcoin ist kein isoliertes Ereignis. Sie folgt einem klaren Muster: Ein Ausverkauf bei globalen Technologieaktien schwappt in die Krypto-Märkte über.
- Der MSCI Asia Tech Index fiel zum fünften Mal in sechs Handelstagen.
- Südkoreas Kospi brach um rund 4% ein, angeführt von KI-bezogenen Schwergewichten.
- Dieser Trend begann bereits am US-Markt, wo enttäuschende Quartalszahlen von Firmen wie Alphabet und Qualcomm die Befürchtung schürten, die Investitionswelle in Künstliche Intelligenz (KI) könnte schneller ihren Höhepunkt erreichen als erwartet.
Bitcoin handelt zunehmend wie ein High-Beta-Risikoasset – es verstärkt die Bewegungen der Aktienmärkte in Phasen der Unsicherheit, besonders wenn die Liquidität dünn ist.
„Ende der Selbstgefälligkeit“: Analysten deuten die Bewegung
Der jüngste Sturz folgt auf eine volatile Woche, in der Bitcoin zwischen 73.000 und 76.000 US-Dollar schwankte. Einige Händler sahen darin bereits ein Zeichen fragiler Überzeugung statt einer echten Trendwende.
Wenny Cai, COO von Synfutures, kommentiert die aktuelle Lage deutlich: „Bitcoins Fall unter die niedrigen 70.000er hat eine breitere Entschuldung beschleunigt und überfüllte Positionen ausgespült, die während der Rally nach der ETF-Zulassung aufgebaut wurden.“
Ihre Analyse zeigt den grundlegenden Stimmungswechsel:
- Liquidierungen waren umfangreich.
- Die Marktstimmung ist auf „Risiko-aversion“ umgeschwenkt.
- Die Kursbewegung wird nun mehr von Bilanzmechaniken (z.B. Zwangsliquidierungen) als von positiven Narrativen getrieben.
„Dies signalisiert nicht das Ende der institutionellen Teilnahme, aber es markiert das Ende der Selbstgefälligkeit“, fügt Cai hinzu.
Breite Risikoflucht: Auch Edelmetalle unter Druck
Die Risikoaversion beschränkt sich nicht auf Krypto und Tech-Aktien. Der Druck wurde durch heftige Bewegungen bei Rohstoffen verstärkt, was eine breit angelegte Flucht aus Risikoanlagen unterstreicht.
- Silber stürzte zeitweise um bis zu 17% ab.
- Gold verlor über 3%.
Dieser brutale Ausstieg hat bereits zu schweren Liquidierungen in tokenisierten Edelmetall-Produkten auf Krypto-Plattformen geführt. Die Korrelation der verschiedenen Assetklassen in der Abwärtsbewegung zeigt, wie sehr Makroängste derzeit den Markt dominieren.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob Bitcoin bei diesen niedrigeren Levels Unterstützung findet oder ob die technische Schwäche und die anhaltende Risikoaversion an den traditionellen Märkten für weiteren Abwärtsdruck sorgen.